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Die Coronakrise bedroht auch den ehemaligen Fußball-Bundesligisten Stuttgarter Kickers in seiner Existenz. Um die wirtschaftlichen Folgen von Spielabsagen abzufedern, entstehen beim Traditionsverein kreative Ideen.

Wenn der Geschäftsführer der Stuttgarter Kickers, Marc-Nicolai Pfeifer, in diesen Tagen auf den Zusammenhalt der Kickers-Familie angesprochen wird, durchfährt sein Gesicht ein stolzes Lächeln: "Wirklich gigantisch, hier in der Verantwortung zu sein. Wenn man sieht, wie in der aktuellen Phase die Kickers-Familie zusammen steht, da muss man jedem Einzelnen 'Danke' sagen."

Fans, Mitglieder und Mitarbeiter müssen Abstriche machen und zeigen trotzdem große Solidarität. Keine Frage, dass die gespenstische Unterstützung durch die Idee mit den symbolischen Geistertickets für ausgefallene Heimspiele ein voller Erfolg wurde: "Da ist für uns ein sehr wichtiger Betrag zusammen gekommen," so Pfeifer gegenüber SWR Sport.

Fast 200 Euro kostet eine "Geisterspiel-Dauerkarte"

18,99 Euro für einen Sitzplatz, 10 Euro für einen Stehplatz und 189,90 Euro für die Geisterspiel-Dauerkarte. Die Zahlen deshalb, weil 1899 das Gründungsjahr des schwäbischen Traditionsvereins ist. Die ersten 200 Retter-Pakete für 39 Euro inklusive Schal, Ticket und Desinfektionsfläschen waren innerhalb von 48 Stunden ausverkauft. Rund 15.000 Euro konnten die Kickers dadurch an Einnahmen verbuchen. Für Ostern ist schon ein zweites Retter-Paket in Planung. "Da wollen wir ein anderes Produkt in den Vordergrund rücken."

Zusätzliche Einnahmen durch eSport?

eSport – sportlicher Wettkampf mit Computerspielen, diese Idee kam von den Fans: Elf Spieler sollen zeitgleich, über die jeweiligen Konsolen vernetzt, miteinander spielen. So kann die Kickers-Familie, trotz sozialer Distanz, Kontakt halten. Auch den Sponsoren der Stuttgarter Kickers kann so eine weitere Plattform geboten werden. Schließlich dient alles dazu das niedrige sechsstellige Defizit des Oberligisten in der spielfreien Zeit im Zaum zu halten.

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