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Beim Hockey-Club Ludwigsburg (HCL) wird unter strengen Hygiene-Regelungen endlich wieder trainiert. Ein Trainings-Alltag, wie man ihn aus der Vergangenheit kennt, ist noch in weiter Ferne. SWR Sport hat das erste Training nach der Coronapause besucht.

Endlich ist es wieder soweit! Seit Mittwoch wird auf der Sportanlage des Hockey-Clubs Ludwigsburg (HCL) wieder trainiert. Offiziell darf Outdoor-Sport schon seit dem 11.05. wieder ausgeübt werden, in Ludwigsburg wurde aber zunächst ein Konzept erstellt, das zeigt, wie Sport mit strikten Regelungen bei einem ganzen Klub funktionieren kann. Das Konzept basiert auf den Empfehlungen des Deutschen Hockey-Bundes, die den Vereinen beim Wiedereinstieg in den Trainingsalltag helfen sollen.

Daniel Weißer ist Klubmanager beim HCL und zudem einer von drei Coronabeauftragten. Er weiß, dass die strengen Regeln die Kinder und Jugendlichen herausfordern: "Wir fangen zunächst mit der Altersklasse bis U12 mit dem Training an und testen, ob sich die Kinder an die ganzen Maßnahmen halten können. Das ist ein ordentlicher Katalog, was sie auswendig lernen müssen." Die Disziplin der Regeleinhaltungen über die nächsten Tage und Wochen wird laut Weißer darüber entscheiden, ob bald auch die unter Zwölfjährigen mit dem Training starten können.

Ein herausforderndes Konzept

Der Mensch ist ein soziales Wesen. Viele der Spielerinnen und Spieler sind auch außerhalb des Trainings gute Freunde. Es fällt nicht leicht, sich an die Distanz zu gewöhnen. "Es ist schon schwer, den Abstand einzuhalten, weil man auch gerne nah bei seinen Freunden sein möchte", sagt die U14-Spielerin Isabel Käfer. Diese Ansicht teilt auch Trainer Raphael Schmidt: "Je jünger die Kinder und Jugendlichen sind, desto schwieriger. Das ganze Training ohne Zweikämpfe zu führen und immer wieder auf den Abstand hinzuweisen, das ist für alle Trainer eine große Herausforderung."

Wer von den Kindern und Jugendlichen trainieren möchte, muss bis spätestens drei Tage vor Trainingsbeginn von den Eltern angemeldet werden. Nach der Anmeldung beim Check-In warten die jungen Hockeyspieler*innen in eingezeichneten Wartboxen, bis ihnen eine Feldzone zugewiesen wird. Eine Feldzone von mindestens 1000 Quadratmetern darf von vier Spieler*innen und dem Trainer für das Training benutzt werden, dabei muss ständig auf den Mindestabstand von eineinhalb Metern geachtet werden. Umkleiden bleiben geschlossen, geduscht wird zu Hause.

Training im Rahmen der Möglichkeiten

Das Kleingruppentraining ohne Körperkontakt eignet sich besonders für das Techniktraining. "Vor allem die technischen Sachen wie Passspiel, Ballannahme und Torschuss sind Techniken, die trainiert werden können. Zweikämpfe, Spielformen und taktische Dinge eher weniger", so Trainer Schmidt. Damit können die kommenden Wochen sinnvoll genutzt werden – U14-Spielerin Jessy Schwarz gibt zu, dass "Koordination und Technik nicht mehr so gut sind. Das müsse man erstmal alles wieder aufholen."

Neue Situation, keine Spiele am Wochenende

Beim HCL nimmt man die Situation ernst. Wer sich nicht an die neuen Regeln hält, wird des Trainings verwiesen. Es wird noch eine Weile dauern, bis bei der Klubanlage Routine einkehrt. Vorerst freut man sich über den Wiederbeginn des Trainings, allen voran Klubmanager Daniel Weißer: "Endlich mal wieder Leben auf der Anlage, endlich wieder Menschen hier."

Die Saison wurde im Amateursport sportartübergreifend abgebrochen, somit finden wochenends keine Spiele statt. Zurzeit steht die Gemeinschaft und die Lust am Sport im Vordergrund.

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