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Was aussieht wie ein Astronautenanzug, soll für Höhenflüge in der Regeneration sorgen. Der Lymphomat regt die Lymphknoten an, um die Entzündungsbestandteile im Körper abzutransportieren. SWR Sport hat sich das Luftkammersystem genauer angeschaut.

So funktioniert der Lymphomat

Der Lymphomat verspricht Linderung bei Lipödemen, soll Thrombose vorbeugen und die Regeneration beschleunigen. Zunutze macht er sich dafür den Lymphprozess des Körpers. Erleidet man eine Verletzung, versucht der Körper Nährstoffe zur Heilung in die verletzte Region zu transportieren. Eine Schwellung verhindert durch Ansammlung von Entzündungsflüssigkeit diesen Nährstofftransport. Ziel des Lymphomaten ist es, die Lymphflüssigkeit aktiv zu den Leistenlymphknoten zu transportieren, damit sie dort weiter abgebaut werden können. Dann ist der Weg frei für den Heilungsprozess.

Vor allem bei Profi-Sportlern ist das Gerät sehr beliebt, um die Muskeln zu entspannen. Dabei wird in einem Luftkammersystem mithilfe eines Kompressors Druck erzeugt. Dieser Druck wird durch eine spezielle Hose auf die Muskulatur des Patienten übertragen. Der Druckaufbau findet dabei immer von unten nach oben - hin zur Körpermitte - statt. Damit wird der Lymphprozess unterstützt und die Durchblutung angeregt.

So wendet man das Gerät richtig an

Wichtig ist die richtige Druckeinstellung, Passgenauigkeit und möglichst viele Luftkammern, um individuell - je nach Beschwerdebild und Körperproportionen - arbeiten zu können. Die meisten Geräte bieten eine Vielzahl von Einstellungen zum Druck, der Dauer und der Kompressionsgeschwindigkeit. Eine fachkundige Beratung, wie das Gerät richtig angewendet wird, ist wichtig, da es auch einige Kontraindikationen bei bestimmten Krankheiten gibt.

Die Anwendung selbst bedarf keiner aktiven Mitarbeit. Im Gegenteil: Während das Gerät arbeitet, sollte man möglichst entspannt und ohne muskuläre Anspannung in einer liegenden Haltung verweilen. Die Dauer der Behandlung liegt zwischen 20-30 Minuten, da der Auf- und Abpumpvorgang bei der Lymphtherapie nicht zu schnell durchgeführt werden darf.

Das gilt es zu beachten

Die Luftmassage ist eine Unterstützung und keinesfalls ein Ersatz der Manuellen Lymphdrainage (MLD) durch einen erfahrenen Therapeuten. Vor allem bei der Nachbehandlung von Operationen ist es wichtig, die Geräte nur in Kombination mit einem Physiotherapeuten anzuwenden. Ansonsten droht die Gefahr, den Heilungsprozess unnötig zu verlangsamen.

Bei akuten Lipödemen sollte der Lymphomat als Ergänzung eingesetzt werden. Wichtiger sind in diesem Fall Kompressionssocken und die Manuelle Lymphdrainage durch einen Therapeuten. Die Kompressions-Therapie darf nicht eingesetzt werden bei Thrombose, Venenentzündungen oder wenn die Anwendung zu dauerhaften Schmerzen führt.

So fühlt sich die Therapie an

Wer schon mal mit einem Neoprenanzug ins Wasser gestiegen ist, der kann das Gefühl, in einem Lymphomaten zu liegen, ganz gut damit vergleichen. Die Luftkammern üben einen sanften Druck auf die Muskulatur aus. Viele beschreiben die Therapie als angenehm entspannend. Durch das monotone Auf- und Abpumpgeräusch ist es nicht selten, dass man während der Anwendung einschläft.

Lohnt sich die Anschaffung?

Auch wenn es aufgrund der großen Beliebtheit mittlerweile günstige Angebote gibt, ist ein gutes Gerät mit mehreren Luftkammern und genügend Einstellungsmöglichkeiten relativ teuer. Zwischen 400 Euro und 1.500 Euro sollte man je nach Ausstattung einplanen. Wenn man das Gerät lediglich zur Regeneration nutzen möchte, lohnt sich die Anschaffung kaum. Denn der Durchblutungseffekt lässt sich durch Alternativen wie die Faszienrolle oder dem Kneippen deutlich günstiger erzielen.

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