Bis zum 18. April ist in Baden-Württemberg kein Training in Fitnessstudios möglich. (Foto: imago images, Lagencia)

Sport während Corona

Lockdown noch bis zum 18. April: Den Fitnessstudios geht die Puste aus

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Die Corona-Maßnahmen wurden bis zum 18. April 2021 verlängert. Wie es danach weiter geht, weiß niemand. Vor diesem Hintergrund zeichnet der 1. Vorsitzende des Baden-Württembergischen Bodybuilding- und Fitnessverbandes Alex Stampoulidis ein düsteres Bild für die Branche.

"Verwirrung, Verwirrung! Es ist so, dass die Fitnesscenter mittlerweile an ihre Grenzen stoßen. Meine Leute sind am Ende und bereit auf die Straße zu gehen."

Alex Stampoulidis reagiert gegenüber SWR Sport mit einer Mischung aus Entsetzen und Fassungslosigkeit auf das Verwirrspiel durch die Bund-Länder-Konferenz: "Dieses ständige Hin und Her. Man merkt einfach, dass die Regierung überfordert ist. Sie hat für uns keinen Plan." Der Fitnessstudio-Betreiber aus Schorndorf ist niedergeschlagen, weil die staatlichen Überbrückungshilfen der Szene hinten und vorne nicht wirklich helfen: "Man hat uns mit dem Anfang des Jahres wieder die Hauptsaison weggenommen. Es finden nun immer mehr Schließungen statt. Viele verkaufen im Internet ihre Geräte, weil Insolvenzen stattfinden."

Fitnessstudio-Betreiber Alexandros Stampoulidis (Foto: SWR)
Fitnessstudio-Betreiber Alexandros Stampoulidis

Ausnahmen bestätigen die Regel

Offiziell sind die Fitnessstudios in Baden-Württemberg bis zum 18. April geschlossen. In Landkreisen, bei denen die Inzidenz unter 100 ist, ist laut Stampoulidis ein Individualtraining mit fünf Personen aus zwei Haushalten erlaubt. Soweit die Theorie, die für ihn im Alltag nicht umsetzbar ist. "Wie wollen Sie denn, wenn Sie 1000 Mitglieder haben, damit umgehen. Selbst wenn Sie 24 Stunden öffnen würden, wird das nicht funktionieren, dass ein Mitglied ein- oder zweimal die Woche regelmäßig trainieren kann. Das ist für die Katz'." In ihrer Not, bieten manche Studios ein teures Individualtraining an, um Einnahmen zu haben: "Das ist nicht das, was uns rettet."

Beispiel Saarland

Etwas neidisch schaut Alex Stampoulidis auf das Saarland. Dort sollen nach Ostern weite Teile des öffentlichen Lebens wieder hochgefahren werden. Unter anderem sollen die Außengastronomie, Kinos und Fitnessstudios wieder öffnen dürfen. "Das ist mal eine Möglichkeit, wenigstens eine Testphase. Wir bekommen von unserer Regierung nicht mal einen Vorschlag. Wir sehen einfach keine Entwicklung. Wir sehen nur: Zumachen, Aufmachen. Aber wir brauchen Ideen."

Wie geht es nach dem 18. April weiter?

Keiner weiß, wie es nach dem 18. April weiter gehen soll und noch gibt es diesbezüglich auch keine Signale: "Nichts - null - nullkommanull. Wenn ich durch die Glaskugel von Herrn Lauterbach schaue, dann geht das mit Sicherheit noch bis Juni," befürchtet Alex Stampoulidis. Der Fitnessstudio-Betreiber versteht nicht, warum nicht schon längst Modelle oder Tests angelaufen sind, um individuell allen Branchen zu helfen. Was für seine Branche möglich wäre, liegt für ihn klar auf der Hand: "Jedes Studio braucht eine individuelle Begrenzung der Personen pro Quadratmeter bzw. Lüftungsanlagen. Dann natürlich die Desinfektion der Geräte vorher und nachher und die Einhaltung der AHA-Regel. In Zwischenbereichen könnte man zudem eine Maske tragen." Ehrensache, dass der Abstand zwischen den Geräten längst vergrößert wurde und wo nötig Trennwende eingezogen wurden.

Strohhalm Impfungen

Letzte und derzeit einzige Hoffnung für Alex Stampoulidis und seine Kollegen ist, dass in das Impfprogramm deutlich mehr Zug rein kommt. "Wir hoffen jeden Tag, dass irgendwann mal die Impfungen kommen. Dass die Leute dann geimpft sind und dass dann die Infektionszahlen runtergehen." Banges Warten also auf eine Durchimpfung der Bevölkerung. Die Zeit wird knapp, denn die finanziellen Mittel bei den Studiobetreibern sind nahezu aufgebraucht. Auf die Kreativität von Bund und Ländern im Kampf gegen die Pandemie, zählt Alex Stampoulidis schon lange nicht mehr.

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