Plakat mit der Aufschrift "Lass Dich impfen!" Für dieses Comeback, Impfkampagne des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB ). (Foto: imago images, Karina Hessland)

Corona | Breitensport

DOSB-Vize Tzschoppe: "Schade, dass sich Fußballer als Vorbilder nicht impfen lassen"

STAND
AUTOR/IN

Die vierte Corona-Welle nimmt immer mehr an Fahrt auf. Vor diesem Hintergrund kritisiert DOSB-Vizepräsidentin Petra Tzschoppe in der TV Sendung "SWR Sport in Rheinland-Pfalz", dass der Sport bei wichtigen Corona-Entscheidungen bislang außen vor war.

Der Sport in seiner Gesamtheit ist in und für die Gesellschaft ein wichtiger Faktor. Auch in Zeiten einer Pandemie. Deshalb fällt in diesen Zeiten, gerade in diesem Bereich, eine gewisse Ungleichbehandlung auf. Fußball-Stadien werden auf den Zuschauerrängen immer voller und parallel dazu kämpft der Breitensport mit zahlreichen Hygienevorschriften.

"Alle sollten die Chance haben, Sport zu treiben"

"Das ärgert mich schon. Ich möchte, dass alle weiterhin die Chance haben Sport zu treiben. Wenn wir das nicht schaffen, dann geht tatsächlich einiges verloren. Nicht nur Mitglieder, sondern das, was Vereine noch bieten," erklärt die Vizepräsidentin des Deutschen Olympischen Sportbunds Petra Tzschoppe in SWR Sport RLP. Wichtig sei außerdem, dass der Sport bei den wichtigen Corona-Entscheidungen mit am Tisch säße.

"Der Sport muss bei den wichtigen Corona-Entscheidungen mehr einbezogen werden."

In diesen Zeiten lernen alle dazu. Außer Frage steht, dass sich der Sport in dieser Pandemie verantwortungsbewusst verhalten und nicht zusätzlich die Infektionszahlen nach oben treiben möchte. Gerade über die Impfthematik war nach den öffentlich geäußerten Impfbedenken von Joshua Kimmich und dem positiven Corona-Test von Niklas Süle im deutschen Fußball viel und emotional debattiert worden.

Zudem rücken die wieder steigenden Inzidenzzahlen die Frage nach der Corona-Impfung noch mehr in den Vordergrund. Deswegen kommt auch dem bedeutungsschwangeren Profifußball und seinen Ikonen wie Joshua Kimmich eine Vorbildfunktion zu, fordert Tzschoppe. "Es ist bedauerlich, dass sich manche Fußballer als Vorbilder nicht impfen lassen", so die DOSB-Vizepräsidentin.

Mit großer Sorge beobachtet Tzschoppe die derzeitige Entwicklung in den Sportvereinen. "Ein Jahr Pandemie hat dazu geführt, dass bundesweit 800.000 Mitglieder weniger in Sportvereinen sind," gibt die Dozentin für Sportsoziologie der Universität Leipzig zu Protokoll.

Sollte diese Entwicklung nicht aufzuhalten sein, steht für die 62-Jährige sogar die Zukunft der Sportvereine auf dem Spiel: "Es gibt die Sorge, dass sich einige Vereine nicht erholen können - auf jeden Fall."

Zudem sind die Folgen der Pandemie für die Menschen offensichtlich: "Wir wissen auch, dass psychische Probleme und Erkrankungen zugenommen haben." Ein erneuter Lockdown für den Sport, würde das vermutlich verschlimmern.

STAND
AUTOR/IN