IOC-Präsident Thomas Bach hält bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiel 2022 eine Rede (Foto: IMAGO, IMAGO / Kyodo News)

Olympia | Hintergrund

IOC-Präsident Thomas Bach: Zwischen Kritik und Unterstützung

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Lea Wagner
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Antonia Zollenkopf/ Sophie Salmen

Die Olympischen Winterspiele in Peking stehen kurz vor dem Ende - doch die Kritik an IOC-Präsident Thomas Bach reißt nicht ab. Wie denken die Menschen in seiner Heimat Tauberbischofsheim über ihn? SWR Sport hat sich umgehört.

Als 2013 Thomas Bach der neue Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) wurde, erfüllte das die Tauberbischofsheimer mit Stolz. So erreichte die Stadt internationale Bekanntheit - spätestens als ein Journalist der "New York Times" auf Bach zukam und ihn fragte, wann er in die Stadt mit dem langen Namen zurückkehren würde.

Fast zehn Jahre sind seitdem vergangen und es ist viel passiert. Vieles, das für viel Kritik an Thomas Bach sorgte, zum Beispiel seine Nähe zu Machthabern wie Russlands Staatschef Wladimir Putin, sein Anti-Doping-Kurs oder die umstrittene Vergabe-Politik des IOC.

Lob und Kritik für Bach in Tauberbischofsheim

Doch der Stolz auf den berühmten Sohn der Stadt ist bei Tauberbischofheims Bürgermeisterin Anette Schmidt nach wie vor groß: "Als Bürgermeisterin - und das ist das gesamte Bild der Bevölkerung - und alle Bürgerinnen und Bürger sind sehr stolz auf Thomas. Er ist ja seit 2008 auch Ehrenbürger der Stadt und das ist er mit voller Überzeugung", sagt Schmidt gegenüber SWR Sport.

Nicht alle Bürger denken so. Viel Stolz über ihren Ehrenbürger ist nicht bei jedem geblieben: "Die Politik, die er fährt mit dem IOC, kann ich nicht teilen, kann ich nicht unterstützen. Ich denke es geht nur um Geld, Geld, Geld und sonst nichts", meint Joachim Lodders. Auch Angelika Grünewald sieht Bach aus einem bestimmten Grund kritisch: "Weil er das Amt meiner Meinung nach einfach nur missbraucht zu seinem Vorteil."

Athletenvertrer Herber: Bach schützt eher IOC als die Menschen

Die Perspektive der Athletinnen und Athleten auf den IOC-Präsidenten ist ebenfalls eher kritisch, wie im Interview mit dem Geschäftsführer der Athleten Deutschland, Johannes Herber, deutlich wird: "Thomas Bach schützt im Zweifel eher die Institution IOC als die Menschen, die sich im Wirkungskreis des IOC bewegen. Wir haben das im russischen Doping-Skandal gesehen, wir haben das gesehen im Fall der chinesischen Tennisspielerin Peng Shuai." Er habe aus Sicht der Athleten die wirtschaftlichen Interessen und die Beziehung zu China über den Schutz einer Person gestellt, meint Herber und fügt noch hinzu: "Deshalb ist es so wichtig, dass das IOC eine Strategie entwickelt, damit es in Zukunft besser und glaubwürdiger mit solchen Fällen umgehen kann."

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Unterstützung aus dem Fecht-Club

Im Tauberbischofsheimer Fecht-Clubs hält man hingegen nach wie vor große Stücke auf Thomas Bach, der als aktiver Florett-Fechter selbst Olympisches Gold gewann und den Weltmeister-Titel holte. "Der wird bei uns im Fecht-Club wahrgenommen als ein echter Gönner und ein Förderer vom Fecht-Club", meint Reinhard Berger, Bundesstützpunktleiter Fechten. "Er ist natürlich immer noch ein Fechter."

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