STAND
AUTOR/IN

Magdalena Neuner, Olympiasiegerin und Weltmeisterin im Biathlon, unterstützt als Botschafterin die Tübinger Initiative "#BewegtEuch". Die Mutter von zwei Kindern weiß, wie dringend junge Menschen mehr Sport und Bewegung in Gruppen brauchen.

Magdalena Neuner ist bewusst, dass sie ein privilegiertes Leben führt. Vor nicht allzu langer Zeit hat sie gemeinsam mit ihrem Mann Josef im bayerischen Wallgau ein Einfamilienhaus gebaut. Das Paar lebt dort mit Tochter Verena Anna (6) und Sohn Josef Valentin (4). Im Sommer erwartet die ehemalige Top-Biathletin, die zwei Mal Olympisches Gold und 12 WM-Titel gewann, ihr drittes Kind.

Wir treffen die 34-Jährige beim Spaziergang mit ihren beiden Kindern. Sie berichtet, dass sie mit ihrer Familie bisher relativ gut durch die Corona-Pandemie gekommen ist. "Wir haben einen Garten und sind als Eltern selbst aktiv", sagt sie im SWR-Gespräch. Die Neuners waren mit ihren zwei Kleinen viel langlaufen und überhaupt oft an der frischen Luft. "Aber die Kinder waren nur mit uns Eltern unterwegs. Es hat ihnen sehr gefehlt, etwas mit anderen Kindern zu machen. Dabei macht ihnen der Sport in der Gruppe doch am meisten Spaß."

Kinder müssen sich gemeinsam bewegen

In den vergangenen Wochen verfolgte Neuner aufmerksam das Modellprojekt in Tübingen. Ihr gefiel der Ansatz, den Menschen durch intensive Testungen wieder mehr Freiheiten und soziale Kontakte zu ermöglichen. Durch die "Bundesnotbremse" wurde das Tübinger Modell jedoch vorerst auf Eis gelegt. Vor kurzer Zeit erfuhr sie dann von der neuen Tübinger Initiative "#BewegtEuch". Da wusste sie: "Es ist an der Zeit, wieder die Kinder in den Fokus zu rücken. Bewegung und Sport sind extrem wichtig. Es hilft nicht nur unserer Gesundheit, dass wir uns einsperren und isolieren; wir müssen uns auch bewegen. Insbesondere für die Kinder ist es wichtig, dies gemeinsam zu tun. Es muss ihnen Spaß machen."

Sport unabhängig von Inzidenz-Wert

Die aktuellen Möglichkeiten für Kinder bis 13 Jahre, sich in Kleingruppen beim Training zu bewegen, reichen der ehemaligen Weltklasse-Biathletin bei weitem nicht aus. Neuner verweist auf die Erkenntnisse führender Aerosol-Experten. Diese besagen, dass die Ansteckungsgefahr an der frischen Luft fast gegen Null tendiert. "Wenn wir uns an die längst angewöhnten Hygienemaßnahmen halten und die Kinder vor dem Training womöglich testen, warum soll man dann nicht auch größere Gruppen wieder zulassen und Sport im Freien überhaupt ermöglichen - und zwar unabhängig von der Inzidenz?"

Es soll nicht nur ihren Kindern und ihrer Familie gut gehen. Magdalena Neuner sorgt sich um die Gesundheit von vielen Kindern und Jugendlichen in Deutschland.

Tübingen

Initiative #BewegtEuch Top-Sportler unterstützen Aktion für mehr Bewegung bei Kindern

Die Initiative "#BewegtEuch" will Sport für Kinder und Jugendliche auch unter Pandemie-Bedingungen ermöglichen. Biathlon-Olympiasiegerin Magdalena Neuner und Ringer-Weltmeister Frank Stäbler engagieren sich als Botschafter. In Tübingen und Berlin sollen Modellprojekte durchgeführt werden.  mehr...

Tübingen

Corona | Breitensport Durch Corona: Zu wenig Sport für Kinder führt zu Folgeschäden

Kein Fußball mehr, kein Tennis, kein Turnen – zu Corona-Zeiten wird immer weniger Breitensport betrieben. Das hat schwerwiegende Konsequenzen, besonders für Kinder.  mehr...

Corona | Meinung Lasst die Kinder auf den Platz!

Kinder dürfen also wieder Sport machen. Vorausgesetzt, sie haben ihr 14. Lebensjahr noch nicht vollendet, trainieren in Kleingruppen von maximal fünf Personen, bleiben im Freien und haben einen frisch getesteten Übungsleiter an ihrer Seite. Das ist möglicherweise gut gemeint, aber nicht gut gemacht, findet SWR Sport Redakteur Christoph Pietsch.  mehr...

STAND
AUTOR/IN