Zwei junge Eishockey-Talente kämpfen um den Puck. (Foto: imago images, Eduard Bopp)

Eishockey

Jungadler Mannheim: Träume, die auf Eis gebaut sind

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Die Adler Mannheim sind die Talentschmiede im Deutschen Eishockey. Denn von den Jungadlern schafften es zuletzt gleich mehrere Spieler in die NHL, die beste Eishockey-Liga der Welt. Ein Besuch in der Traumfabrik.

Am Wochenende feiern gehen, eine ausgelassene Party zum Geburtstag oder einfach mal eine Nacht durchmachen - das machen wohl die meisten 18-Jährigen. Anders ist das bei Malte Krenzlin. Er spielt Eishockey bei den Jungadlern Mannheim, der Talentschmiede im deutschen Eishockey. Malte will Profi werden, aber: Der Weg in die Deutsche Eishockey Liga (DEL) oder gar die National Hockey League in den USA (NHL) ist hart. "Natürlich ist es schwer, mit dem Druck umzugehen. Aber dafür brennen wir alle", sagt er SWR Sport. 

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Vorbilder gibt es genug, denn viele große Karrieren begannen auf dem Eis in Mannheim. Tim Stützle und Moritz Seider etwa haben den Sprung in die NHL geschafft, sorgen dort aktuell für Furore. Seider, der mit den Adlern 2019 Deutscher Meister wurde und dann von den Detroit Red Wings gedraftet wurde, ist gar Rookie des Monats Oktober. "Die zwei sind absolute Vorbilder", verrät Cheftrainer Sven Valenti, der selbst früher Profi war und den Talenten in Mannheim deshalb nicht nur Ratschläge in Sachen Eishockey gibt. 

Tapen,wie Stützle 

Die Trends aber setzen die, die es von Mannheim in die NHL geschafft haben. "Jeder muss den Schläger so tapen wie Tim Stützle", so Valenti. "Das ist gerade in." Einen Unterschied in Training oder Spiel macht das nicht, versichert der Coach - aber: Es ist etwas Besonderes. Und so sitzen vor dem Training der U20 junge Spieler in der Kabine und umwickeln die Spitze der Kelle, also des Teiles, mit dem der Puck gespielt wird, mit Tape. Dann noch ein Streifen längs - fertig ist das "Stützle-Tape".

Malte Krenzlin will Eishockey-Profi werden. (Foto: imago images, Beautiful Sports )
Malte Krenzlin will Eishockey-Profi werden. Beautiful Sports

Wie sich ihre Vorbilder in der NHL machen, verfolgen Krenzlin und seine Teamkollegen genau. Beinahe jeden Morgen ist das Thema in der Kabine. Dann sprechen sie darüber, wie viele Punkte es diesmal waren. "Und dann werden die Videos rumgezeigt, die es im Internet gibt", erzählt Krenzlin, der Kapitän der U20 ist. In die Highlightclips aber werden es später nur die wenigstens schaffen - für die meisten Talente ist früher Schluss. 

Der Druck steigt 

"Das ist einfach so. Je höher es geht, desto enger wird die Spitze und auch die Auslese wird immer größer", so Coach Valenti. Die Gespräche fallen auch dem erfahrenen Trainer nicht leicht. Er hat selbst Kinder und weiß, da zerplatzen Träume. Nicht nur bei den Talenten. Malte Krenzlin hofft, dass es bei ihm anders ist. Der Verteidiger hat aktuell eine Förderlizenz und darf damit in der DNL, also der Nachwuchsliga, für die Jungadler auflaufen, und in der DEL2 für die Heilbronner Falken. 

Bei seinem Ausflug zu den Profis hat es Krenzlin geschafft, zu überraschen. Von Falken-Trainer Jason Morgan gab es dafür ein Sonderlob. Er attestierte dem 18-Jährigen "großes Potenzial". Und Krenzlin selbst findet sich immer besser ein. Vor dem Sprung in die DEL2 sei er vor der Schnelligkeit gewarnt worden, das aber ist für ihn nicht die größte Herausforderung. "Jeder Fehler im Spiel wird sofort bestraft, ist fast immer ein Gegentor", sagt er. 

Ausflug zu den Profis 

Der Druck, die Härte des Sports, schlägt dann eiskalt zu. Und doch hat Krenzlin den großen Traum, den Sprung in die DEL oder gar die NHL zu schaffen. Denn auch dafür hat er einst angefangen. Da war der Mannheimer gerade einmal sieben Jahre alt. Ein Besuch beim Spiel der Adler sorgte damals dafür, dass der Funke übersprang. "Da habe ich zu meinen Eltern gesagt: 'Ich will das mal ausprobieren, mal ein bisschen Schlittschuh laufen.’ Dann bin ich eben mal aufs Eis gegangen", erzählt er. 

Aus ein bisschen Schlittschuh laufen wurde schnell mehr. Die Liebe zum Eishockey und die Überzeugung, dafür einiges aufzugeben. Und damit ist er nicht allein. "Wir haben einerseits in Mannheim großen Zuspruch an Kindern und Jugendlichen, die zum Eishockey kommen. Und natürlich sind wir auch die Topadresse in Deutschland, wenn es darum geht, den Traum Profitum zu verwirklichen", so Valenti. 

Glück und Geld 

Denn die Adler dominieren: Seit 2012 gab es keinen anderen Nachwuchsmeister. Das wissen auch die Jungen und Mädchen, die auf dem Eis stehen und um ihre Träume kämpfen. Wie Malte Krenzlin. "Mein Ziel ist, mit dem Sport glücklich zu werden", sagt er und fügt hinzu: "Und damit mein Geld zu verdienen." 

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