Lea Wagner und Sven Hnnawald bei der Übertragung der Vierschanzentournee in der ARD. (Foto: SWR)

Skispringen | Vierschanzentournee

Skisprung-Moderatorin Lea Wagner: "Lieber im Dauerregen an der Schanze als im leeren Studio"

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INTERVIEW

Am Dienstag und Mittwoch war die neue ARD-Skisprung-Moderatorin Lea Wagner vom SWR zum ersten Mal bei der Vierschanzentournee im Einsatz. Die 27-Jährige erlebte Oberstdorf unter widrigsten Umständen. SWR Sport hat mit ihr über die Premiere gesprochen.

Lea, du warst zum ersten Mal bei der berühmten Tour in Oberstdorf an der Schanze. Wie hast du es erlebt?

Lea Wagner: Es war eigentlich nicht groß anders als bei den bisherigen Weltcup-Springen, die ich in diesem Winter schon moderiert hatte. Auch die Anspannung hielt sich in Grenzen, schließlich war es schon mein viertes Springen. Ich wusste also schon, wie alles abläuft. Es lag sicherlich auch daran, dass wegen Corona keine Zuschauer in Oberstdorf dabei sein durften. Normalerweise sind rund 20.000 Fans bei der Vierschanzentournee an der Schattenbergschanze und machen eine super Stimmung, eine große internationale Party. Jetzt war das Stadion leider leer, dazu kam noch der Regen. Das war im Vergleich sehr traurig.

Bei der Quali gab es Dauerregen im Allgäu - Keine einfachen Verhältnisse, oder?

Also meine Maskenbildnerin war sehr entspannt. Sie meinte, dass wir uns um die Haare erst gar nicht bemühen müssten. Mein Gesicht war natürlich auch regennass und glänzte, aber nachzupudern ging auch nicht, weil das Puder irgendwann völlig nass war. Aber egal, ich bin tausendmal lieber im Regen vor Ort als in einem leeren Fernsehstudio. Wie sollten wir da beispielsweise über die Wetterverhältnisse, über Regen und Wind reden? Das transportiert sich nicht aus dem Studio. An der Schanze ist einfach alles authentischer.

Wie schwierig ist das, wenn man immer auch mit wetterbedingten Unterbrechungen rechnen muss?

Das wird dann irgendwann schon gefühlt zum Freiflug. Zumal bei dem Dauerregen irgendwann keine Notizen mehr möglich waren. Meine Mappe ist vom Wasser zerlaufen, ich hatte an den Händen überall Tinte und Textmarker. Aber ich bin sowieso eher der Typ für freie und spontane Moderationen und nicht so für die vorgefertigten Texte. Und mit Sven Hannawald an der Seite kann einem sowieso nichts mehr passieren.

Wie läuft denn generell das Zusammenspiel mit dem ARD-Experten Sven Hannawald?

Sven ist ein super Typ, unsere Zusammenarbeit war von Anfang an total entspannt und sehr harmonisch. Er gibt einem als Moderatorin mit seiner Erfahrung als Skispringer einfach enorme Sicherheit. Sven sagte zu mir von Beginn an: "Lea, frag' einfach alles". Also frage ich ihn alles und er gibt die Antworten. Was ich klasse finde ist, dass er viele Fragen für die Zuschauer sehr verständlich erklärt. Schließlich ist ja, anders als beim Fußball, niemand von uns selbst Ski gesprungen. Sven macht das super sympathisch, ohne jegliche Allüren.

Wie läuft denn eure Vorbereitung auf so ein Springen?

Wir reisen in der Regel am Abend vorher an und setzen uns zusammen, beraten darüber wie wir es angehen, über wen und was wir am nächsten Tag sprechen wollen. Dazu gibt es für die übertragenden Sender, also auch für uns von der ARD, Vorgespräche und Informationen vom Trainerteam. Super ist, dass sich alle dafür viel Zeit nehmen. Dazu kam diesmal in Obertstdorf auch die offizielle Pressekonferenz mit den Springern wie beispielsweise Karl Geiger. Das ist alles sehr gut eingespielt, auch im ganzen ARD-Team, und erleichtert damit die Vorbereitung.

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Wie wurdest du als "Die Neue an der Schanze" aufgenommen?

Sehr gut, alle sind total nett. In unserem ARD-Skisprungteam kannte ich ja schon fast alle von anderen Sport-Ereignissen. Und was die deutschen Skispringer angeht, waren ich und Sven Hannawald schon im Oktober bei einem Antrittsbesuch im Trainingslager in Garmisch-Partenkirchen. Da hatte ich mich allen vorgestellt und konnte mich zum ersten Mal mit dem Bundestrainer austauschen, konnte alle persönlich kennenlernen. Jetzt ist natürlich der direkte Kontakt zu den Springern leider sehr begrenzt, wegen Corona sind alle sehr vorsichtig.

Du moderierst beim Vierschanzentournee-Finale in Bischofshofen wieder. Was ist dann dein Wunsch-Szenario?

Ich würde mir natürlich wünschen, dass Karl Geiger ganz oben steht und die Tournee gewinnt. Das hätte er sich verdient, das wäre für uns alle großartig. Ich weiß, dass das sehr schwierig wird als Fünfter nach dem Springen von Oberstdorf. Aber der Rückstand zum Japaner Kobayashi ist nicht sehr groß.

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