vielen Sportvereine drohen in der Energiekrise Probleme (Foto: IMAGO, Imago)

Kritik am Entlastungspaket

Landessportbund Rheinland-Pfalz: "Die Enttäuschung ist massiv"

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Der Sport findet keine Berücksichtigung im neuesten Entlastungspaket der Bundesregierung in der Energiekrise. Der Landessportbund Rheinland-Pfalz macht seinem Ärger Luft.

Christof Palm ist Hauptgeschäftsführer des Landessportbundes Rheinland-Pfalz (LSB) und Mitglied der DOSB-Task-Force "Energiekrise". Palm bewertet das aktuelle Entlastungspaket der Bundesregierung kritisch: "Die Hoffnung war groß, die Notwendigkeit ist riesig, die Enttäuschung ist massiv", so Palm in einer Pressemeldung des LSB.

Hilferuf des Sports

Bereits als Aussagen zu Schließungen von Sportstätten durch den Deutschen Städtetag veröffentlicht wurden, formulierte der Sport, dass dieser mehr sei als eine Freizeitaktivität. "Der organisierte Sport leistet in schwierigen Situationen immer wieder seinen Beitrag, ob Flüchtlingskrise, ob Corona-Krise oder eben jetzt Energie-Krise. Da müssen im Gegenzug die Belange und Hilferufe des Sports bei allen Entscheidungen berücksichtigt werden", so Palm weiter.

Das dritte Entlastungspaket enthält keine Hilfen für den organisierten Sport. Die Lobby des Sports scheint innerhalb der Bundesregierung Potenzial nach oben zu haben. Andere Bereiche, wie etwa die Kultur, können auf Unterstützung in Milliardenhöhe aus dem Entlastungspaket zählen.

Bei der Sportministerkonferenz in Hamburg wurde eine Erklärung verabschiedet, die klar machen sollte, dass der Sport eine gesellschaftliche Querschnittsaufgabe ist und in allen Bereichen mitgedacht werden müsse. "Davon ist in dem jetzigen Entlastungspaket nichts zu finden", moniert LSB-Hauptgeschäftsführer Palm.

LSB ruft zum Energiersparen auf

Der LSB ruft trotzdem gemeinsam mit dem DOSB dazu auf, in den kommenden Monaten mindestens 20 Prozent Energie einzusparen, um pauschale Schließungen von Schwimmbädern und Sportstätten zu vermeiden. DOSB und LSB stellen den 90.000 Sportvereinen dazu einen nochmals überarbeiteten detaillierten Stufenplan mit Einsparpotenzialen in Sporthallen, auf Sportplätzen, in Funktionsgebäuden und ganz allgemeiner Natur zur Verfügung.

DOSB fordert Hilfen

"Der organisierte Sport leistet seinen Beitrag in dieser schwierigen Situation und übernimmt einmal mehr gesellschaftliche Verantwortung! Sport und Bewegung tragen entscheidend zum physischen und psychischen Wohlbefinden bei. Sport bringt Menschen zusammen und sorgt für den gesellschaftlichen Zusammenhalt", sagt DOSB-Präsident Thomas Weikert. Er erwarte von den Kommunen, den Sport bei allen Entscheidungen einzubinden, die ihn betreffen. So könne man gemeinsam bestmögliche Lösungen vor Ort entwickeln, falls Schließungen drohen.

Reserven sind oft aufgebraucht

Nach den zwei Jahren Corona-Pandemie sind die finanziellen Reserven oftmals aufgebraucht, vielen Vereinen haben Angst, die Energiekosten kaum stemmen zu können. Der DOSB-Vorstandsvorsitzende Torsten Burmester sagt es klar und deutlich: "Enttäuschend ist, dass der Sport im dritten Entlastungspaket der Bundesregierung keine Berücksichtigung gefunden hat. Es kann nicht sein, dass die Politik die Fehler der Corona-Pandemie wiederholt und die Bedeutung des Sports für die Gesellschaft so geringschätzt. Unsere Sportvereine brauchen eine spürbare finanzielle Entlastung."

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