Der WM-Pokal bei der Auslosung der Gruppen in DohaKatar. (Foto: IMAGO, IMAGO / MIS International)

Countdown läuft

Fußball-WM in Katar: Weniger Sponsoren für Public Viewing-Veranstaltungen

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Wenn in knapp 100 Tagen die Fußball-WM in Katar beginnt, ist bei uns Winter. Ein Public Viewing in Biergärten oder auf Marktplätzen könnte ungemütlich werden. Den Eventmanagern macht nicht nur der Winter, sondern auch das schlechte Image der WM zu schaffen.

Sie ist kontrovers, mitten im mitteleuropäischen Winter und so manch ein Fußballfan weiß noch nicht, was er mit ihr eigentlich anfangen soll: die Fußball-Weltmeisterschaft in Katar. Dort herrschen im November durchschnittliche Temperaturen von 24 bis 29 Grad, in Deutschland ist es zu der Zeit meist kalt und frostig. Das stellt Eventmanager, die sonst sommerliche Public Viewing-Events im Freien veranstalten, vor große Herausforderungen.

Überdachte Hallen statt freier Himmel

Einer von ihnen ist Stefan Hamann. Er will versuchen in der Ballei in Neckarsulm (Kreis Heilbronn), dem Sport- und Veranstaltungszentrum der Stadt, einen Ort zu schaffen, in dem die Weltmeisterschaft zu einem großen Gemeinschaftserlebnis werden kann. Der Unterschied zu den Public Viewings, die er seit Jahren organisiert: Jetzt braucht er eine überdachte Fläche, die sogar beheizt werden kann. "Wir müssen indoor gehen", sagt Hamann, "wir können keine Weihnachtsmarkt-Atmosphäre schaffen". Ein Fandorf im Freien funktioniere nicht.

Hohes Risiko für Veranstalter

Schon seit Jahren allerdings nimmt die Anziehungskraft, die solche Veranstaltungen einst hatten, ab. Stefan Hamann merkt das auch. Er geht dadurch ein enormes finanzielles Risiko ein.

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Schlechte Image der WM: Eintrittsgelder statt Sponsoren

Deshalb findet in Neckarsulm das Public Viewing in kleinerem Rahmen statt - eben in der Sporthalle der Ballei, in der normalerweise die Bundesliga-Handballerinnen der Sport-Union Neckarsulm spielen. Es ist eine Kooperation zwischen Sportverein und dem Ort. Hier in der Ballerei profitieren sie von der schon vorhandenen Infrastruktur wie etwa der Leinwand. Der Platz reicht für etwa 2.000 bis 3.000 Fußballfans, die größeren Hallen waren zu teuer.

Aber auch für die Zuschauer könnte es teurer werden. Eventmanager Stefan Hamann sagt, es werde wahrscheinlich darauf hinauslaufen, dass es nur noch über den Eintritt geht. Keine 15 oder 25 Euro, aber ein "kleiner Obulus" zur Finanzierung des Events. Denn anders als sonst wollen Sponsoren nicht gerne mit der umstrittenen WM in Verbindung gebracht werden, die Firmen seien zurückhaltend. Dass die WM in Katar stattfindet, sei das größte Problem der Veranstalter.

"Jeder weiß, die Menschenrechte in Katar sind nicht so, wie sie dem europäischen Standard entsprechen sollen. Deshalb sagen viele: 'Ich will mit dieser WM in Katar erstmal nichts zu tun haben."

Auch Kneipen noch im Ungewissen

Viele Kneipen in Baden-Württemberg haben zwar kein Problem, eine Location zu finden, dennoch ist auch für sie noch längst nicht alles klar. Sie wissen noch nicht, wieviel Geld die FIFA für Übertragungen in Gaststätten fordert und ob es sich dann für sie überhaupt noch lohnt, die WM-Spiele zu zeigen.

Die Winter-Weltmeisterschaft in Katar wird für ein noch unbekanntes WM-Feeling sorgen. Für die Veranstalter ist es komplizierter als sonst und für die Fans wohl zumindest gewöhnungsbedürftig.

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