Ronny Zimmermann: Präsident des badischen Fußballverbandes (Foto: Imago, Peter Hartenfelser)

DFB | Fall Grindel Ronny Zimmermann: "Das Amt des DFB-Präsidenten muss schlanker werden"

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Wie geht es weiter beim DFB nach dem Rücktritt von Präsident Reinhard Grindel? Darüber hat sich SWRSport mit Ronny Zimmermann, dem Präsidenten des badischen Fußballverbandes, unterhalten.

SWRSport: Herr Zimmermann, was kann der DFB aus dem Fall Reinhard Grindel lernen?

Wenn man schaut, wie sich unsere Gesellschaft seit der Digitalisierung verändert hat, dann muss auch ein Unternehmen wie der DFB mitwachsen und sich mitverändern.

Wie muss das inhaltliche Anforderungsprofil für das Amt des künftigen DFB-Präsidenten aussehen?

Auf jeden Fall schlanker. Diese Allzuständigkeit kann kein Mensch der Welt mehr beherrschen. Wir müssen jetzt aber erst einmal klären: Was ist der Kerngehalt dieser Rolle und was kann auf andere Schultern verteilt werden?

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Gibt es auch ein Anforderungsprofil für den DFB-Präsidenten als Menschen?

Das ist die größte Challenge. Da brauchst Du einen Menschen, der vom Spitzenmanager bis zu Mahatma Gandhi alle Eigenschaften haben muss. Am besten wäre es, wenn die Person noch ansatzweise über Wasser gehen könnte. Im Fußball triffst Du eine Entscheidung, und selbst wenn sie richtig ist, gibt es eine stattliche Anzahl Menschen, die ist trotzdem der Meinung, das ist falsch, weil es einfach ihre Interessen berührt.

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Ist die Zeit reif für eine DFB-Präsidentin?

Jedes Unternehmen ist reif dafür, wenn es denn die geeignete Person gibt. Wir haben auf Landesebene ein Leadership-Programm auf den Weg gebracht, wo wir speziell Frauen unterstützen wollen. Wir kümmern uns, und wenn sich die geeignete Frau für diese Tätigkeit findet, dann gehöre ich zu denen, die definitiv nichts dagegen haben.

Kann man das Amt des DFB-Präsidenten noch ehrenamtlich ausüben?

Ich glaube dieser Begriff des Ehrenamts wird an dieser Stelle falsch verwendet. Wir haben auf dem letzten DFB-Bundestag beschlossen, dass jeder, der im Präsidium tätig ist und nicht finanziell unabhängig ist, eine Aufwandsentschädigung erhält. Es ist also kein Ehrenamt mehr. Wir haben das immer als Wahlamt bezeichnet. Insofern muss sich da nicht viel ändern. Der Boden ist bereitet."

Stehen Sie für das Amt des DFB-Präsidenten zur Verfügung?

Mein Lebensplan sieht anderes vor. Ich bin völlig ausgelastet mit dem, was ich im Fußball bereits tue. Die Antwort ist ein klares Nein.

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