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Handball | Nationalmannschaft Weltmeister kritisiert WM-Absage Pekelers

Markus Baur, Handball-Weltmeister von 2007 und aktuell Trainer des TVB Stuttgart, kann die WM-Absage von Nationalspieler Hendrik Pekeler nicht nachvollziehen. Der Kreisläufer der Rhein-Neckar Löwen hatte seine Teilnahme bei der WM im Januar abgesagt, weil er eine Pause brauche.

 Hendrik Pekeler beim Wurf

Hendrik Pekeler geht bei der WM nicht für Deutschland auf Torejagd

Hendrik Pekeler, seit 2015 eine feste Größe beim Deutschen Meister Rhein-Neckar Löwen, hatte sich gegen eine Turnierteilnahme in Frankreich (11. bis 29. Januar 2017) entschieden. "Nach langer und gründlicher Überlegung habe ich den Entschluss gefasst, auf die WM im Januar zu verzichten. Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen, weil ich gerne für Deutschland spiele und wir eine tolle Mannschaft mit einem starken Zusammenhalt haben", hatte Pekeler dem "Mannheimer Morgen" gesagt. "Die immense körperliche und mentale Belastung mit Europameisterschaft, Olympischen Spielen, Champions League, Bundesliga und Pokal ist auch an mir nicht spurlos vorbeigegangen", sagte der Europameister von 2016. "Ich spüre, dass ich eine Pause brauche, um auch in Zukunft noch auf hohem Niveau Handball spielen zu können."

"Sonst müssten ja alle aufhören"

Markus Baur, der 2007 als Kapitän der deutschen Handball-Nationalmannschaft den WM-Titel gewann, reagierte auf Pekelers Entscheidung betont zurückgenommen. "Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied." Aufgrund seiner eigenen langjährigen Karriere ist sich Baur der hohen Belastung der Spieler bewusst.

Der Coach des Bundesligisten TVB Stuttgart vertritt aber die Meinung, dass der Druck auf die Spieler trotz der diversen Wettbewerbe nicht zu hoch sei. "Sonst müssten ja alle aufhören", meinte Baur gegenüber dem SWR. Bei einem 60-minütigen Handballspiel sei die Belastung zwar sehr hoch, aber Baur ist überzeugt: "Der Körper kann das ganz gut wegstecken."


Im Notfall bereit

Hendrik Pekeler hat Bundestrainer Dagur Sigurdsson über seine Entscheidung informiert und ihm gesagt, "dass ich nur im Notfall zur Verfügung stehe, wenn auf meiner Position ein personeller Engpass entstehen sollte. Ob er mich für den 28er-Kader nominiert, ist aber allein seine Entscheidung", sagte der 25 Jahre alte Profi der Rhein-Neckar Löwen.