Bitte warten...

Handball | Europameisterschaft Gensheimer und Co. heiß auf Titelverteidigung

Bei der Weltmeisterschaft 2009 in Kroatien scheiterte die Handball-Nationalmannschaft an der Wiederholung des WM-Triumphs von 2007. Neun Jahre später ist die Titelverteidigung des Europameister-Titels von vor zwei Jahren in greifbarer Nähe – wieder in Kroatien. Und vier Südwest-Handballer sind mit von der Partie.

Voll fokussiert: Uwe Gensheimer hat den EM-Titel mit dem DHB-Team im Blick

Voll fokussiert: Uwe Gensheimer hat den EM-Titel mit dem DHB-Team im Blick

Wenn am Freitag der Startschuss zur Handball-Europameisterschaft in Kroatien fällt, heißt es für die deutsche Nationalmannschaft erstmals seit dem Weltmeister-Titel 2007: "Mission Titelverteidigung". Die Deutschen starten zwar erst am Samstag (17:15 Uhr) gegen Montenegro ins Turnier, es kribbelt allerdings schon jetzt bei Uwe Gensheimer, dem Kapitän des Teams von Bundestrainer Christian Prokop. "Fakt ist, dass ich gerne dabei gewesen wäre", so der Mannheimer, der den Titelgewinn vor zwei Jahren in Polen verletzungsbedingt verpasste: "Wir werden jetzt einen neuen Anlauf starten, die Schale hochzuhalten."

Durch WM-Aus dazugelernt

Persönlich ist Gensheimer deshalb kein Titelverteidiger. Für ihn kein Problem, denn das sei "alles Schnee von gestern". Genug Erfahrung habe die Mannschaft sammeln können - nicht zuletzt durch den Titelgewinn vor zwei Jahren. Erfahrung, von der Gensheimer selbst jetzt nur profitieren könne. Andererseits spornt den 31-Jährigen auch das schwache Abschneiden seines Teams bei der WM im vergangenen Jahr an, als bereits im Achtelfinale gegen Katar Schluss war. "Wir haben schmerzhaft erleben müssen, wie es ist, wenn man schon einen Schritt zu weit denkt", erklärt der Kapitän in der SWR-Sendung "Sport im Dritten", "wir wissen jetzt, wie eng es zugeht und dass wir nicht zu weit nach vorne denken dürfen."

1:32 min

Mehr Info

Handball | Europameisterschaft

"Natürlich steht über allem, dass wir den Titel verteidigen wollen"

M. Rinkel

DHB-Kapitän Uwe Gensheimer rechnet in der Gruppenphase der EM in Kroatien mit drei "Auswärtsspielen". Trotzdem will die Nationalmannschaft ihren Titel verteidigen.

Gensheimer ist in der Mannschaft und im DHB-Umfeld unumstrittener Führungsspieler. Er wurde gleich in seiner ersten Saison Torschützenkönig der französischen Liga, wo er seit 2016 bei Paris St. Germain spielt. "Für mich ist er der beste Linksaußen der Welt", so DHB-Team-Manager Oliver Roggisch und auch Mitspieler Kai Häfner sieht in Gensheimer den "absoluten Leader".

Vom Nobody zum Leistungsträger

Eine Rolle, in die Häfner beim EM-Triumph 2016 auch das ein oder andere Mal geschlüpft war. Der Linkshänder aus Schwäbisch Gmünd avancierte als Nachrücker vom Nobody zum großen Helden. Im Halbfinale übernahm der Mann von der TSV Hannover-Burgdorf in der kritischen Phase das Kommando und erzielte den entscheidenden Treffer, der die Tür zum Finale öffnete. Dort wurde er mit sieben Treffern zum Matchwinner. Seitdem ist der Rückraumspieler nicht mehr aus dem DHB-Team wegzudenken. "Wir wollen da hinfahren und alles rausholen was geht", so Häfner im Gespräch mit dem SWR.

0:53 min

Mehr Info

Handball | Europameisterschaft

"Die Leute auszusortieren, ist ganz schwierig"

M. Rinkel

Uwe Gensheimer ist in der deutschen Nationalmannschaft gesetzt. Wie vor jeder WM gab es aber auch diesmal Härtefälle und einige bewährte Spieler mussten zu Hause bleiben.

Genau wie Häfner sind auch Patrick Groetzki und Hendrik Pekeler feste Bestandteile des Kaders der "Bad Boys", wie sich das Team wegen der manchmal harten Spielweise selbst nennt. Die beiden Rhein-Neckar Löwen spielen seit Jahren gemeinsam in der Nationalmannschaft und im Verein in Mannheim, wo auch Gensheimer lange Jahre seiner Karriere verbracht hat. Pekeler verankert dabei die Abwehr im Mittelblock. Groetzki gibt den Gegenpart von Gensheimer auf Rechtsaußen.

Systemabhängige Kaderzusammenstellung

Pekelers Partner im Abwehrzentrum, Finn Lemke, ist in Kroatien dagegen nicht im Kader. Eine Entscheidung von Bundestrainer Prokop, die in den vergangenen Tagen nicht überall auf Gegenliebe gestoßen ist. "Er hat das ein Stück weit systemabhängig gemacht", verteidigt Kapitän Gensheimer seinen Trainer: "Wir haben das Glück, das wir sehr viele Spieler haben, die auf sehr hohem Niveau spielen können, was es auch unseren Gegnern sehr schwer macht gegen Deutschland zu spielen." Beste Voraussetzungen also, um auch Uwe Gensheimer den Traum vom ersten EM-Gold zu erfüllen.