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Handball | Europameisterschaft 2018 Nächster Krimi für die deutsche Mannschaft

Großer Kampf, Ballbesitz am Ende und doch nur ein erneutes Remis: Zwei Tage nach dem Krimi gegen Slowenien (25:25) trennte sich die DHB-Auswahl bei der Europameisterschaft in Kroatien mit dem gleichen Ergebnis von Mazedonien.

Kapitän Uwe Gensheimer und die DHB-Auswahl taten sich schwer gegen Mazedonien

Kapitän Uwe Gensheimer und die DHB-Auswahl taten sich schwer gegen Mazedonien

Damit geht Deutschland nur als Gruppenzweiter in die Hauptrunde der EM. Insbesondere im Angriff zeigte die Mannschaft von Bundestrainer Christian Prokop eine dürftige Leistung. Durch das neuerliche Remis verringern sich bereits vor dem Start in die nächste Turnierphase am Freitag die Chancen auf den Einzug ins Halbfinale.

Neben den überzeugenden Torhütern Andreas Wolff und Silvio Heinevetter, der mit einer tollen Parade 15 Sekunden vor dem Ende das Unentschieden rettete, zeigte vor allem Steffen Weinhold mit sieben Treffern eine starke Leistung. Ansonsten ließ die DHB-Auswahl vor rund 6.500 Zuschauern in der Arena Zagreb vieles vermissen.

Die Ideen fehlen

Vor allem in der Offensive spielte der Europameister ohne Ideen und profitierte bei seinen ersten Treffern zumeist davon, dass kein Torhüter im mazedonischen Gehäuse stand. Immer wieder setzten die Mazedonier im Angriff auf den siebten Feldspieler, machten mit Ball aber zahlreiche Fehler - sodass Tobias Reichmann oder Patrick Wiencek aus der Distanz ins leere Tor warfen.

Ansonsten ließ es Prokops Mannschaft überraschend an Kreativität vermissen. Der Bundestrainer hatte diesmal zwar Steffen Fäth schon früh als Spielmacher eingesetzt. Im Aufbau aber haperte es an Tempo und Variabilität. Dass die Mazedonier nicht schon früh deutlich davonzogen lag vor allem am diesmal überragenden Torhüter Wolff, der zahlreiche Versuche entschärfte.



Dennoch wurde Deutschland mit zunehmendem Spielverlauf immer stärker. Nach rund 20 Minuten und einem 6:1-Luf lag die DHB-Auswahl erstmals mit drei Toren (10:7) in Front. Was der Titelverteidiger aber insgesamt im Angriff ablieferte, blieb schwach. Reichmann, Wiencek und Co. vergaben etliche gute Möglichkeiten auf eine komfortable Pausenführung. Weil die Mazedonier aus dem Rückraum zudem immer wieder viel zu leicht zum Abschluss kamen, blieb es eng - und zwar bis zum Schluss. So blieb es beim letztlich verdienten Unentschieden.

So waren die Südwest-Handballer drauf

Auch die Südwest-Handballer erwischten einen durchwachsenen Tag - wie die gesamte DHB-Auswahl. Kapitän Uwe Gensheimer erzielte fünf Tore. Der gebürtige Mannheimer traf dabei zwei Mal per Siebenmeter. Patrick Groetzki von den Rhein-Neckar Löwen gelang ein Treffer (das 24:23 vier Minuten vor dem Ende), genau wie seinem Mannschaftskollegen Hendrik Pekeler. Kai Häfner, der ursprünglich aus Schwäbisch Gmünd kommt und mittlerweile für Hannover-Burgdorf spielt, blieb ohne Tor.

Ihr erstes Hauptrundenspiel bestreitet die Mannschaft von Bundestrainer Prokop bereits am Freitag in Varazdin gegen Tschechien. Weitere Rivalen in der nächsten Turnierphase sind Olympiasieger Dänemark am Sonntag und Vize-Europameister Spanien am kommenden Mittwoch.

Deutschland - Mazedonien 25:25 (12:11)

Deutschland: Wolff (Kiel), Heinevetter (Berlin) - Weinhold (Kiel/7), Gensheimer (Paris/5/2), Wiencek (Kiel/4), Fäth (Berlin/2), Reichmann (Melsungen/2), Weber (Leipzig/2), Pekeler (Rhein-Neckar Löwen/1), Drux (Berlin/1), Groetzki (Rhein-Neckar Löwen/1), Kühn (Melsungen), Kohlbacher (Wetzlar), Häfner (Hannover), Janke (Leipzig), Lemke (Melsungen)

Mazedonien: Ristovski, Mitrevski - Taleski (6), K. Lazarov (5), Manaskov (5/2), Stoilov (3), Peshevski (3), Kuzmanovski (2), Popovski (1), Velkovski, Pribak, Jonovski, Mirkulovski, V. Markoski, N. Markoski, Georgievski

Schiedsrichter: Gousko/Repkin (Weißrussland)