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Handball | Bundesliga Die Rückkehr von "Dr. Handball"

In Göppingen ist Rolf Brack kein Unbekannter: Nach 23 Jahren kehrt er als Retter zurück und soll Frisch Auf Göppingen nach einem durchwachsenen Saison-Start wieder nach oben führen.

"Dr. Handball" Rolf Brack will den Traditionsverein Frisch Auf Göppingen wieder nach oben führen

"Dr. Handball" Rolf Brack will Frisch Auf Göppingen wieder nach oben führen

Tagsüber war der promovierte Sportwissenschaftler Privat-Dozent an der Universität Stuttgart. Am Abend, wenn alle anderen ihre Füße hochlegen, stand Rolf Brack als Handball-Trainer in den Sporthallen der Region und trieb Top-Vereine, wie die SG Stuttgart-Scharnhausen oder den VfL Pfullingen, an. Mit der HBW Balingen-Weilstetten feierte Rolf Brack 2006 den Aufstieg in die Bundesliga. Zuletzt war der 63-Jährige als Berater für den Zweitligisten Rimpar Wölfe tätig. Davor coachte er mehr als zwei Jahre lang die Schweizer Handball-Nationalmannschaft.

Noch immer brennt die Leidenschaft Handball in ihm. Nach mittlerweile 35 Jahren als Trainer ist seit Mittwoch nämlich wieder eine neue Aufgabe hinzugekommen: Der 63-Jährige beerbte bei Frisch Auf Göppingen Magnus Andersson und soll der Mannschaft neue Impulse geben. Dafür sagte der Großvater von drei Enkeln bereits seinen Angel-Trip in Slowenien und den Skiurlaub ab. Mit dem Trainer-Posten bei Frisch Auf wurde Rolf Brack eine große Ehre zuteil: "Göppingen ist für mich die große Chance, nicht nur ein 'Low-Budget-Team' zu trainieren, sondern eben auch einen Traditions-Club. Göppingen ist eine der großen Adressen national und damit auch international, als amtierender EHF-Pokal-Sieger."


Schon länger hinkt Frisch Auf den eigenen Ansprüchen hinterher. In der vergangenen Bundesliga-Saison ging es um den Klassenerhalt. Nach fünf Spieltagen und 4:6 Punkten in der neuen Saison steckt das Team schon wieder unten drin. Der Tiefpunkt aus Göppinger Sicht war die Heimniederlage gegen Lokalrivalen TVB Stuttgart. Der neue Göppinger-Trainer hat ambitionierte Ziele mit dem kriselnden Handball-Bundesligisten. Nach Rolf Bracks erster Analyse fehlt es der Mannschaft an "Tempo, Variabilität in den Systemen und positiver Emotionalität".


Sein Status in Göppingen: Der Retter. Am Sonntag (12:30 Uhr) spielt Brack mit seinem neuen Team beim TV Hüttenberg. Einem der stärksten Aufsteiger, wie Rolf Brack meint. Mit einem Augenzwinkern fügte er hinzu, dass er eine Wette im dreistelligen Euro-Bereich annehmen würde, dass die Mittelhessen nicht direkt wieder absteigen. Einen Matchplan hat der erfahrene Trainer bereits, denn mit dem DJK Rimpa konnte Brack die Hüttenberger bereits zweimal besiegen.


Rolf Bracks Handball-Weg ist noch lange nicht zu Ende. Der "superehrgeizige Typ", wie er sich selbst bezeichnet, schaut momentan nur bis zum Abschluss der Saison und wird dann mit den Verantwortlichen bei Frisch Auf Göppingen entscheiden, ob und wie es weitergeht. Das Alter setzt Rolf Brack dennoch keine Grenzen, denn er brennt für den Handball. Doch auch nach mehr als 30 Jahren im Handball-Geschäft ist er aufgeregt, wenn er am Spielfeldrand steht.


Von Marlit Marten