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Fußbbal | Bundesliga VfB kommt auswärts nicht in die Gänge

Das 0:1 in Leipzig war die fünfte Auswärtspleite des VfB Stuttgart in dieser Bundesliga-Saison. Die anfängliche Defensivtaktik ging dabei erneut nicht auf. Der Druck im nächsten Heimspiel gegen Freiburg ist entsprechend groß. Doch erst steht der DFB-Pokal an.

Enttäuschte VfB-Spieler

Enttäuschte Gesichter bei den Stuttgarter Spielern nach der knappen Niederlage gegen Leipzig

So langsam haben die Spieler des VfB Stuttgart schon Übung darin: Sie fahren zu einem Auswärtsspiel der Fußball-Bundesliga, verlieren dort etwas unglücklich und hadern
danach, eine weitere Gelegenheit zum Punktesammeln verpasst zu haben. "So langsam fängt es schon ein Stück weit an zu nerven", sagte Torwart Ron-Robert Zieler nach dem 0:1 (0:0) beim Vizemeister RB Leipzig. Auch Innenverteidiger Timo Baumgartl tat es "schon wieder weh, auswärts zu verlieren, obwohl wir zumindest ein Unentschieden hätten mitnehmen können".

Die Auswärtsbilanz des Aufsteigers liest sich trostlos: fünf Spiele, fünf Niederlagen, null Punkte. Der Effekt des Auftritts in Leipzig ist der gleiche wie zuletzt nach dem unglücklichen 1:2 bei Eintracht Frankfurt: Im nächsten Heimspiel steht die Mannschaft von Trainer Hannes Wolf enorm unter Druck. Gelingt am kommenden Sonntag im schwäbisch-badischen Duell gegen den SC Freiburg nicht der vierte Heimsieg, droht der Absturz in die Abstiegszone.

Offensiver nach der Halbzeitpause

In dem mit 42.558 Zuschauern ausverkauften Leipziger Stadion schickte Wolf seine Mannschaft wieder mit einer Dreierkette auf den Rasen, die in der Rückwärtsbewegung zu einer Fünferkette wurde. Diese Defensivtaktik zahlte sich aber nur bis zur 23. Minute aus, als Marcel Sabitzer den Ball in den linken Torwinkel zirkelte und damit schon früh das Leipziger Siegtor erzielte.

Wie in Frankfurt ließ Wolf sein Team nach der Halbzeitpause deutlich offensiver spielen, doch wieder reichte es nicht zum Punktgewinn. An diesem "Match"-Plan ließen die Stuttgarter keine Kritik zu - auch wenn er einmal mehr erfolglos blieb. Wolf beließ es bei allgemeinen Phrasen. "Wir haben ein gutes Spiel gemacht. Wir hätten gerne etwas mitgenommen, haben wir aber nicht. Jetzt geht es wie immer darum, daraus zu lernen und besser zu werden", erklärte der 36-Jährige.

Werner wieder in Leipziger Startelf

Dabei war Leipzig an diesem Tag anzumerken, dass den Sachsen nach den beiden furiosen 3:2-Siegen bei Borussia Dortmund in der Bundesliga sowie gegen den FC Porto in der Champions League die Kraft fehlte, um ihren furiosen Tempofußball zu spielen. Auch beim Ex-Stuttgarter Timo Werner, der nach seinen Halswirbelproblemen erstmals wieder von
Beginn an spielte, war von der gewohnten Dynamik nichts zu sehen.

Daher haderte auch VfB-Abwehrchef Holger Badstuber mit dem Ergebnis. Leipzig sei nach den beiden vorherigen Partien und vor den beiden Duellen mit dem Rekordmeister FC Bayern München im DFB-Pokal und in der Liga "nicht so fokussiert" gewesen. "Da muss man die Chance auch mal nutzen", meinte Badstuber.

Asano trifft nur den Pfosten

Auch wenn Takuma Asano mit der Hacke den Pfosten traf (56.) und der VfB nach dem Seitenwechsel weitere Chancen herausspielte: Ganze sechs selbst geschossene Tore in bisher neun Bundesliga-Spielen könnten auch Wolf bald dazu bringen, schon von Beginn mehr als nur drei Offensivkräfte einzusetzen und das nicht erst später im Spiel zu tun. Einen Tag später konnte Asano jedoch schon wieder lachen.


Eine Gelegenheit, Auswärtsspiele mit einer neuen Taktik anzugehen, könnte das DFB-Pokalspiel beim Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern sein. Dort tritt der VfB am Mittwoch (18.30 Uhr) als Favorit an - und will ins Achtelfinale einziehen.