Ex-KSC-Trainer Winfried Schäfer war von 2017 bis 2019 Cheftrainer bei Esteghlal Tehran. (Foto: IMAGO, IMAGO / Amirhossein Kheirkhah)

Fußball | WM in Katar

Schäfer vor Spiel zwischen Iran und USA: "Unglaublich aufgeladen"

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Winfried Schäfer kennt sich im iranischen Fußball aus. Schließlich war er von 2017 bis 2019 Trainer bei Esteghlal Teheran. Vor dem Spiel gegen die USA hat er sich zur politischen Situation im Land geäußert.

Winfried Schäfer hat das politisch brisante Spiel zwischen dem Iran und den USA bei der Fußball-WM in Katar als «unglaublich aufgeladen» bezeichnet. "Es ist beinahe schon unheimlich, wenn man sich vorstellt, wer da aufeinandertrifft und unter welchen Vorzeichen", sagte der 72-jährige Schäfer, der einst als Trainer bei Esteghlal Teheran im Iran arbeitete, der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Dienstag): "Den Spielern wünsche ich viel Glück. Nicht nur für die WM, sondern auch für die Zeit danach. Das gilt selbstverständlich auch für die Fans."

Erstmals nach 24 Jahren spielt der Iran bei einer WM am Dienstag (20.00 Uhr ARD) wieder gegen die USA, den politischen Erzfeind des Landes. Schon beim Turnier 1998 in Frankreich war das Spiel aufgeladen, das 2:1 in Lyon wird auch heute noch von Funktionären der Islamischen Republik als größter Erfolg der nationalen Fußball-Historie gefeiert. Inmitten der schwersten Proteste seit Jahrzehnten ist der Druck auf die Iraner im Fokus der Weltöffentlichkeit um vieles größer. "Ich befürchte, die Proteste werden durch die WM nicht wirklich beeinflusst", sagte Schäfer. Dabei ist die sportliche Ausgangslage aussichtsreich: Dem Iran reicht ein Sieg sicher zum Weiterkommen.

Schäfer in Sorge um den verhafteten Ghafouri

Schäfer, der frühere Coach von Esteghlal Teheran (Herbst 2017 bis Frühjahr 2019), sorgt sich außerdem um seinen ehemaligen Schützling Voria Ghafouri. Der Ex-Nationalspieler wurde vergangene Woche nach Kritik im Iran verhaftet. Zu einer möglichen Freilassung gab es am Montag widersprüchliche Berichte. Die der Regierung nahestehende Nachrichtenagentur Tasnim berichtete, dass Ghafouri das Gefängnis nach Kautionshinterlegung verlassen habe. Die Mizan Nachrichtenagentur, die ihrerseits der Justiz nahesteht, berichtete hingegen, dass er nicht frei sei.

"Ich mache mir Sorgen und habe über Freunde Kontakt mit seiner Familie aufgenommen. Woria ist ein großartiger Mensch", sagte Schäfer: "Er hat schon immer hohe Ansprüche an sich selbst und an sein Team gestellt. In der Vergangenheit kritisierte er immer wieder die Politik, allerdings ohne das Regime direkt anzugreifen. (...) Nun wurde er, vor den Augen seiner Kinder, nach dem Training mit seiner Mannschaft verhaftet."

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SWR

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