Fans von Waldhof Mannheim. (Foto: Imago, imago images / ULMER Pressebildagentur)

Fußball | Regionalliga Aufstiegsfeier des SV Waldhof muss vertagt werden

Der 1. FC Saarbrücken hat eine Meisterfeier des SV Waldhof am Samstag in Offenbach verhindert. Die Saarländer gewannen ihr Nachholspiel in Pirmasens und liegen zwölf Punkte hinter Spitzenreiter Mannheim. Trotzdem ist der SV Waldhof heiß auf das Offenbach-Spiel.

Auch wenn durch den hohen 6:1-Erfolg der Saarbrücker am Dienstag Abend in Pirmasens der vorzeitige Aufstieg am kommenden Wochenende verschoben werden muss: Mannschaft und Fans des SV Waldhof Mannheim fiebern dem Duell bei Kickers Offenbach am Samstag (14 Uhr) entgegen. Gut 3.700 Waldhof-Anhänger werden ihre Mannschaft bei dem Auswärtsspiel unterstützen, nachdem weitere 400 Tickets für den Verkauf freigegeben wurden.

Aufstiegsfeier im eigenen Stadion viel angenehmer

Selbst wenn der SV Waldhof am Samstag in Offenbach gewinnen und der 1. FC Saarbrücken in Elversberg verlieren sollte - der vorzeitige Gewinn der Meisterschaft ist rein rechnerisch noch nicht möglich. "Vielleicht ist das gar nicht so schlimm," sagt Waldhofs Toptorjäger Valmir Sulejmani dem SWR nach dem Training am Mittwoch Vormittag. "Im eigenen Stadion den Meistertitel und den Aufstieg zu feiern ist viel angenehmer." Am 20. April könnte es dann soweit sein: zuhause gegen Wormatia Worms.

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Doch soweit will der kosovarische Mittelstürmer, der zu Saisonbeginn zum SV Waldhof kam und mit 17 Treffern die Torjägerliste der Regionalliga Südwest anführt, noch gar nicht denken. "Wir müssen erst einmal unsere Hausaufgaben machen und in Offenbach punkten," gibt er sich betont zurückhaltend. Dann legt der 23-Jährige aber doch noch voller Selbstbewusstsein nach. "Wir wollen auch die restlichen sechs Spiele dieser Saison gewinnen und in der Rückrunde ungeschlagen bleiben." Ein realistisches Ziel. Denn die Mannheimer dominieren die Liga mittlerweile nach Belieben.

Waldhof-Trainer Bernhard Trares beschäftigt sich aktuell nur mit dem nächsten Gegner aus Hessen. Sehr präsent ist bei ihm die Erinnerung an das Spiel aus der Hinrunde, das die Waldhöfer nach einer 1:0-Führung noch mit 1:3 aus der Hand gaben.

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"Der Trainer der Offenbacher hat sich da auf dem Boden gewälzt", erinnerte sich Trares an diese skurrile Einlage. Seit dieser Begegnung hat der SV Waldhof kein Meisterschaftsspiel mehr verloren. Das 2:1 zuletzt gegen Pirmasens war bereits der 23. Saisonsieg in 28 Spielen.

Auch Torhüter Markus Scholz, seit 2015 beim SV Waldhof, brennt auf eine Revanche - auch wenn es noch nichts werden wird mit dem vorzeitigen Aufstieg. Ihm ist es "egal, ob wir es in Offenbach oder sonst irgendwo schaffen", sagte er der Rhein-Neckar-Zeitung. Und weiter: "Hauptsache, es passiert." Scholz musste nämlich schon drei Mal den Frust des knapp verpassten Aufstiegs mit dem Fußball-Regionalligisten verarbeiten. "Ich ahne, dass der Stein sehr groß sein wird, der von mir abfällt, und dass die Emotionen sehr intensiv sein werden." Im Vorfeld wolle er aber nicht zu viel darüber nachdenken.

Vom Bock, "die Stadt abzureißen"

Stolz sind sie alle in der Mannschaft auf ihre treuen Fans. Dass fast 4000 Waldhof-Fans in Offenbach dabei sein werden, sei der "Wahnsinn", sagt Sulejmani. "Das motiviert uns total. Wir merken natürlich, wie groß die Euphorie bei unseren Anhängern ist." Er hoffe, dass das Team den Fans am Samstag einen weiteren Sieg schenken könne und dass nach dem Schlusspfiff alles friedlich und ruhig bleibt. "Dieses Jahr ist nichts passiert. Ich hoffe, dass unsere Fans weiterhin keinen Unfug machen", sagt der Goalgetter der Kurpfälzer.

Auch wenn der vorzeitige Aufstieg erst einmal aufgeschoben ist, aufgehoben ist er nicht. "Ich habe keine Sorge, dass wir etwas Gutes auf die Beine stellen werden," erzählt Torwart Markus Scholz voller Vorfreude. Er habe richtig "Bock, die Stadt abzureißen und an den Wasserturm zu fahren, um mit den Fans zu feiern." Den 20. April hat er sich womöglich schon rot angekreuzt in seinem Kalender.

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