Torben Rehfeld (VfR Aalen) frustriert nach dem 2:4 gegen den KFC Uerdingen (Foto: Imago, imago)

3. Liga | VfR Aalen Der VfR Aalen plant den Neustart in der Regionalliga

Nach dem 35. Spieltag stand es fest: Der VfR Aalen ist in die Regionalliga-Südwest abgestiegen. Für alle, die es mit dem VfR halten, stellt sich nun die Frage: Wie geht's weiter?

"In Summe haben wir keinen guten Job gemacht."

Rico Schmitt

Der VfR Aalen ist tief gestürzt. Vor vier Jahren hat der Klub noch in der 2. Bundesliga gespielt. In der kommenden Saison wird es in der Ostalb Arena nun nur noch viertklassigen Fußball zu sehen geben. Unfassbar für einen wie Torhüter Daniel Bernhardt: "Es ist natürlich sehr hart für mich. Ich habe hier zehn Jahre erlebt, wir haben die 2. Liga erreicht. Dieser Abstieg tut jetzt unfassbar weh." Trainer Rico Schmitt bleibt im Gespräch mit SWRsport nur noch die sachliche Analyse: "Für die Mannschaft und auch für mich eine sehr dramatische Situation. In Summe haben wir keinen guten Job gemacht."

Da dieser "worst-case" sich schon in den letzten Wochen abgezeichnet hat, sind die Verantwortlichen des VfR Aalen längst tätig geworden. Vor dem Hintergrund, dass die TV-Gelder in der Regionalliga-Südwest auf ein Minimum zusammenschrumpfen werden (1,28 Millionen Euro aus der Zentralvermarktung des DFB fallen weg), wirkt es wie ein Lichtlein am Ende des Tunnels, dass nach jetzigem Stand bei den Sponsoren "nicht mehr abgesprungen sind, wie jedes Jahr" - so wird der Aufsichtsratsvorsitzende Jörg Mangold in den Aalener Nachrichten zitiert. Sponsoren und nicht zuletzt die Zuschauer sind die wichtigsten Einnahmequellen in der 4. Liga. Auch wenn insbesondere die Fans erst noch ihren Frust bewältigen müssen.

Die Fans des VfR Aalen zeigen ihren Frust beim 2:4 gegen den KFC Uerdingen. (Foto: Imago, imago)
Die Fans des VfR Aalen zeigen ihren Frust beim 2:4 gegen den KFC Uerdingen. Imago imago

Noch ist offen, ob Rico Schmitt als Trainer weitermachen wird. Dem Vernehmen nach ist er für den Verein der erste Ansprechpartner. Klar ist, dass die Mannschaft ein völlig neues Gesicht erhalten wird, weil kein Spieler einen gültigen Vertrag für die Regionalliga besitzt. "Keiner weiß, wie es weiter geht", sagt Torhüter Daniel Bernhard. Alles steht und fällt mit den Finanzen. Deshalb soll bei der Kader-Zusammenstellung der Fokus auf junge hungrige Spieler aus Süddeutschland und auf dem eigenen Nachwuchs liegen. Aus dem aktuellen Kader, sollen gerade mal eine handvoll Spieler gehalten werden.

Präsidiumsmitglied Olschewski zurückgetreten

Hermann Olschewski ist mit sofortiger Wirkung als Präsidiumsmitglied des VfR Aalen zurückgetreten. (Foto: Imago, imago)
Hermann Olschewski ist mit sofortiger Wirkung als Präsidiumsmitglied des VfR Aalen zurückgetreten. Imago imago

Im Management des VfR Aalen ist zwei Tage nach dem feststehenden Abstieg die erste Personal-Entscheidung gefallen: Präsidiumsmitglied Hermann Olschewski ist mit sofortiger Wirkung zurückgetreten: "Bis zuletzt konnte ich nicht glauben, dass ein Kader mit der Qualität aus der 3. Liga absteigt. Da der Abstieg jetzt aber eingetroffen ist, bin ich der Meinung, dass ein Neuanfang im Bereich Sport nötig ist." Olschewski wird dem Verein weiter als Sponsor und Fan verbunden bleiben.

Die nächsten Tage sollen nun genutzt werden, um einen Plan zu erarbeiten, der diesen Abstieg in eine Chance verwandelt, wieder in den Profifußball zurückzukehren. Schließlich steht 2021 das 100-jährige Vereinsjubiläum an.

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