Dan-Axel Zagadou vom VfB Stuttgart ist derzeit auf Krücken angewiesen (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)

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Nach dem Zagadou-Ausfall: Das Abwehrpuzzle beim VfB Stuttgart

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Johann Schicklinski

Dan-Axel Zagadou hat sich im Trainingslager des VfB Stuttgart im spanischen Marbella verletzt. Der Abwehrspieler fällt vorerst mit einem doppelten Bänderriss aus. Ein herber Schlag für die abstiegsbedrohten Schwaben.

Dan-Axel Zagadou galt beim VfB Stuttgart als einer der großen Hoffnungsträger für das neue Jahr. Der Innenverteidiger war nach knapp drei Monaten ohne Verein Ende September von den Schwaben verpflichtet worden, doch man merkte ihm rasch die fehlende Vorbereitung und Wettkampfpraxis an. Der 23-Jährige, ohnehin seit Jahren verletzungsanfällig, bot bei seinen sechs Bundesligaspielen im Herbst allenfalls durchschnittliche Leistungen.

Die Wintervorbereitung sollte ein Neustart für Zagadou werden, doch nach einem Zweikampf mit seinem Mannschaftskollegen Tanguy Coulibaly fällt der Abwehrspieler vorerst mit einem doppelten Bänderriss aus. Und das für wohl mindestens vier Wochen. Dazu kommt, dass der Franzose dann erneut von vorne beginnen muss.

Labbadia: "Ein herber Verlust"

Nicht nur für Zagadou, auch für den VfB Stuttgart kommt die Verletzung zur Unzeit. Hatte sich doch im Trainingslager in Marbella herauskristallisiert, dass der 1,96-Meter-Mann ein Fixpunkt in der Abwehr werden soll. Zagadou wirkte in den Einheiten vor seiner Verletzung spritzig, präsent und austrainiert, Trainer Bruno Labbadia war angetan von der starken Form des Franzosen. "Das ist ein herber Verlust, der mich auch persönlich getroffen hat", sagte Labbadia. Zagadou habe sich als "Leader" hervorgetan. Der VfB-Coach muss seine Defensivformation nun umbauen.

Labbadia, das deutete sich bereits an, will seine Mannschaft in einem 4-3-3-System spielen lassen. Mit Zagadou ist dahingehend der erste Eckpfeiler weggebrochen, während Konstantinos Mavropanos weiterhin angeschlagen ist. Dennoch sollte der Grieche zum Rückrundenstart gegen Mainz 05 (21. Januar, 15:30 Uhr) in der Innenverteidigung gesetzt sein. Ohne Zagadous Ausfall wäre der 25-Jährige auch ein Kandidat für die Position des Rechtsverteidigers gewesen.

Anton: "Zagadou ist als Mensch und als Spieler enorm wichtig"

Zweiter Innenverteidiger wird Waldemar Anton sein. Der 26-Jährige bedauert den Ausfall seines Abwehrkollegen. "Zagadou ist als Mensch und als Spieler für uns enorm wichtig. Er bringt eine große Persönlichkeit mit", sagte Anton im Gespräch mit SWR Sport: "Das ist sehr, sehr schade, dass er sich in so einer Aktion einen Bänderriss holt. Trotzdem bleibt er bei uns und er kann vielen Spielern trotzdem etwas geben. Er unterstützt uns auch von außen. Er hilft, dass wir da gemeinsam gut durchkommen können."

Borna Sosa trainiert noch nicht wieder mit dem VfB

Damit stellt sich die Innenverteidigung quasi von alleine auf. Talent Antonis Aidonis ist wohl keine Alternative. Der letzte Bundesliga-Einsatz des Deutsch-Griechen liegt fast vier Jahre zurück.

Auf der Position links hinten wäre eigentlich Borna Sosa gesetzt, doch der Kroate hat seit seiner WM-Teilnahme noch nicht wieder mit den Stuttgarter Kollegen trainiert und absolviert wegen Adduktorenproblemen derzeit ein individuelles Programm in München.

Nartey spielt sich in den Vordergrund

Denkbar ist, dass Hiroki Ito links spielen wird, der Japaner hat einen guten linken Fuß und hat bereits einige Male als Außenverteidiger agiert. Er kann indes auch innen spielen.

Mit Nikolas Nartey hat sich in Marbella auch ein anderer Spieler für die vorerst vakante Stelle auf der linken Außenbahn beworben. Der 22-Jährige trumpfte im Trainingslager stark auf und erzielte beim 3:0 des VfB Stuttgart gegen Sion auch einen Treffer. Coach Labbadia war sehr zufrieden mit dem Dänen.

Rechts hinten dürfte gegen Mainz 05 Pascal Stenzel auflaufen. Der 26-Jährige absolvierte eine überzeugende Vorbereitung und bringt viel Spielverständnis, aber auch leichte Tempodefizite mit. Er hat die Nase aktuell wohl leicht vorne gegenüber dem hochveranlagten Josha Vagnoman, dem sein Körper auch immer wieder einen Strich durch die Rechnung macht.

Legt der VfB auf dem Transfermarkt noch einmal nach?

Der VfB hat also trotz Zagadous Ausfall noch einige Handlungsoptionen. "Unser Kader hält ausreichend Alternativen für die Innenverteidigung bereit", versucht auch Trainer Labbadia Optimismus auszustrahlen. Aber klar ist auch: Es darf jetzt nichts mehr passieren. In der Abwehr des VfB Stuttgart ist alles auf Kante genäht. Sogar ein Wintertransfer, um Zagadou zu ersetzen, ist noch im Bereich des Möglichen.

Wohlgemuth: "Wir schließen externen Ersatz nicht dogmatisch aus"

"Wir werden zunächst natürlich versuchen, diese Lücke mit einer internen Lösung zu schließen", sagte Sportdirektor Fabian Wohlgemuth. "Wir schließen auch externen Ersatz nicht dogmatisch aus. Wenn wir aktiv werden, muss der entsprechende Spieler sofort einsatzfähig sein und der Transfer uns zu 100 Prozent überzeugen."

Stand jetzt wird es gegen Mainz allerdings das aktuelle Personal richten müssen. Und Anton, Mavropanos & Co. müssen es besser machen als in der bisherigen Saison, in der der VfB nur einmal ohne Gegentor blieb und die viertschlechteste Abwehr der Liga hat. Coach Labbadia, das ist bereits ersichtlich, legt großen Wert auf defensive Stabilität. Auch ohne Zagadou - wenn auch notgedrungen.

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