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Vom No-Name zum Leader: Wataru Endo ist der Schlüsselspieler beim VfB Stuttgart. Der "Bodyguard" überzeugte aber nicht nur als Abräumer in der Defensive.

"Herzstück", "Bodyguard" und "Boss": Die Worte, mit denen VfB Sportdirektor Sven Mislintat Wataru Endo beschreibt, zeigen, wie wichtig der Mittelfeldspieler im Spiel der Stuttgarter ist. Der 28-Jährige hat gleich in seiner ersten Erstligasaison die Bundesliga aufgemischt. 476 Zweikämpfe hat der Japaner gewonnen - so viele wie kein anderer Spieler in der Liga. Der Sechser saugt die Bälle regelrecht an, antizipiert Situationen im Voraus und ist auch in Pressingsituationen des Gegners sehr ballsicher.

Der beste Zweikämpfer der Liga

Obwohl Endo nur 1,78 Meter groß ist, gewinnt er auch viele Duelle in der Luft. Immer wieder ließ der Japaner durch seine Zweikampfstärke die Konter der Gegner im Keim ersticken – und initiierte nach seinen Balleroberungen mit klugen Seitenverlagerungen und Steckpässen oft das Umschaltspiel des VfB.

Seine Mitspieler und die sportliche Führung beim VfB schätzen den professionellen Japaner, der auch bei den Fans beliebt ist. Nicht umsonst entstand im Netz das Wortspiel "Endo gut, alles gut".

Wataru Endo (VfB Stuttgart) im Zweikampf mit Bayerns Thomas Müller. (Foto: Imago, IMAGO / Poolfoto)
Wataru Endo (VfB Stuttgart) im Zweikampf mit Bayerns Thomas Müller. Imago IMAGO / Poolfoto

Vom No-Name zum Leader

Als Mislintat im August 2019 Endo vom belgischen Erstligisten VV St. Truiden auslieh, war der Japaner ein No-Name. Die wenigsten trauten ihm eine große Rolle beim VfB zu. Endos Verpflichtung soll sogar gegen den Willen des damaligen Trainers Tim Walter gewesen sein. Der Japaner spielte in Belgien auf der Achterposition. Doch Mislintat erkannte anhand von Datenanalysen, dass Endo seine Stärken am besten als Sechser vor der Abwehr ausspielen kann.

Auf dieser Position ist Endo unter Trainer Pellegrino Matarazzo inzwischen eine unverzichtbare Größe, ein Dauerbrenner im Team, der VfB-Spieler mit den meisten Spielminuten in der Saison 20/21. Einzig am letzten Spieltag gegen Arminia Bielefeld stand Endo nicht in der Startelf – er fehlte gelbgesperrt. Der Japaner entwickelte sich durch seine konstant guten Leistungen zum Leader - fünf Mal führte er in Vertretung von Gonzalo Castro den VfB als Kapitän aufs Feld. Endo gehört zu den Gewinnern der Saison.

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Endos Marktwert hat sich vervierfacht

Der laufstarke Japaner (365 Kilometer, Platz 6 in der Liga) hat sich auch offensiv weiterentwickelt. Beim 5:1 Sieg im Februar gegen Schalke schrieb der Japaner mit zwei Toren und zwei Vorlagen Bundesliga-Geschichte. "Er hat sich vorgenommen, in der letzten Saisonphase mehr Torgefahr auszustrahlen", sagte Trainer Pellegrino Matarazzo. Während Endo in seiner ersten VfB-Saison in der 2. Liga vor allem in der Defensive abräumte, konnte der Japaner in der 1. Liga auch in der Offensive glänzen: Mit neun Torbeteiligungen ist Endo einer der gefährlichsten Sechser der Liga.

Für 1,7 Millionen Euro verpflichtet, ist der Japaner heute ein Vielfaches wert. Seit der er beim VfB spielt, hat sich sein Marktwert vervierfacht: von zwei auf acht Millionen Euro. "Wataru ist einer unserer auf höchstem Niveau und konstant spielenden Spieler”, lobte Mislintat Wataru Endo.

Wie lange spielt Endo noch in Stuttgart?

In der Hinrunde hat der VfB den Vertrag vom Sechser bis 2024 verlängert. Doch der Japaner dürfte durch seine Leistungen wie auch einige seiner Mitspieler das Interesse größerer Klubs geweckt haben. Dass Endo mit seinen 28 Jahren nicht zu den "jungen Wilden" zählt, könnte für den VfB aber von Vorteil sein.

Im Juli winkt Endo die Olympia-Teilnahme mit der japanischen Nationalmannschaft bei den heimischen Spielen in Tokio. Der Japaner könnte dadurch ein Teil der Vorbereitung auf die neue Saison verpassen – das Zweikampfspiel wird Wataru Endo aber so schnell nicht verlernen.

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