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Zieler, Baumgartl, Gentner. Die alten Führungsspieler des VfB Stuttgart sind weg. Der neue Leader des Traditionsvereins heißt Marc Oliver Kempf. Seit elf Wochen ist der 24-Jährige als Mannschaftskapitän im Amt.

Neue Hierarchie

Am 27. Mai 2019 ist der erneute Abstieg des VfB Stuttgart in die 2. Bundesliga besiegelt. Sofort ist klar, dass einige Stammspieler den Verein verlassen werden. Am Ende der Transferperiode stehen die Stuttgarter mit 19 Abgängen und 20 Neuzugängen vor einem Neuanfang und Trainer Tim Walter vor einer großen Herausforderung. Schließlich müssen die Spieler in kurzer Vorbereitungszeit zu einem funktionierenden Team geformt werden.

Um dies zu erreichen, ernennt der Trainer Marc Oliver Kempf vor dem 2. Spieltag zum Nachfolger von Christian Gentner. Kempf trägt die Binde nun seit elf Wochen und kann auf einen erfolgreichen Saisonstart zurückblicken - von der unglücklichen 1:2-Niederlage gegen Wehen Wiesbaden abgesehen.

Zusammen mit Holger Badstuber bildet der gebürtige Hesse die Innenverteidigung des VfB. Gegen Arminia Bielefeld und Greuther Fürth spielte der Aufstiegskandidat jeweils zu null. So soll es auch beim Heimspiel gegen Holstein Kiel am Sonntag (13:30 Uhr) weitergehen.

Überflieger-Karriere

Im Alter von zwölf Jahren kommt Kempf ins Nachwuchszentrum von Eintracht Frankfurt. Mit 17 gibt er sein Bundesliga-Debüt. Der damalige SGE-Coach Armin Veh lässt ihn bei der 1:3-Niederlage gegen den FSV Mainz 05 durchspielen. 2014 wird der Defensivspezialist mit der deutschen U19-Nationalmannschaft Europameister, im Anschluss wechselt er zum SC Freiburg. Trotz Verletzungspech zeigt Kempf gute Leistungen. Im Sommer 2017 folgt der zweite EM-Titel im Nachwuchsbereich. Diesmal mit der U21.

Im Folgejahr unterschreibt Kempf beim VfB Stuttgart. Ein Muskelfaserriss hindert ihn zu Beginn voll durchzustarten. Am Ende der Saison schafft er es trotzdem auf 24 Einsätze. Im Hinspiel der Relegation gegen Berlin steht er noch auf dem Platz. Vier Tage später verpasst er das Rückspiel wegen Knieproblemen. Nach dem Abstieg bekennt er sich dennoch zum VfB Stuttgart.

Heute gehört Kempf zu den wichtigsten Spielern des VfB. Durch das Tragen der Kapitänsbinde änderte sich für den Mann mit dem starken linken Fuß jedoch nicht viel. Nach seiner Benennung zum Kapitän im August nimmt er sich vor: "Ich möchte die anderen ein Stück mehr mitziehen und selbst voran gehen, um sie zu unterstützen."

Dauer

Kommt in der 2. Bundesliga bestens zurecht

Erfahrung mit der Zweitliga-Meisterschaft hat der Spieler mit der Rückennummer vier bereits. In der Saison 2015/16 schaffte er den Aufstieg mit dem SCF. Auch das von Trainer Tim Walter vorausgesetzte, offensiv ausgerichtete Spiel-System liegt Kempf. Zu Saisonbeginn schwärmte er: "Die derzeitige Spielweise kommt mir entgegen, weil ich es einfach mag, Fußball zu spielen." Beste Voraussetzungen für den neuen VfB-Leader, um vielleicht bald den zweiten Bundesliga-Aufstieg seiner Karriere zu erleben.

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