Alexis Tibidi (VfB Stuttgart) bei Bundesliga-Debüt gegen Borussia Dortmund (Foto: imago images, MAGO / Laci Perenyi)

Fußball | Bundesliga

Alexis Tibidi - ein Ronaldo für den VfB

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Die knappe 1:2-Niederlage gegen den BVB möchten die Akteure des VfB Stuttgart wohl schnell wieder abhaken. Alexis Tibidi, Sommerneuzugang aus Toulouse, wird den Nachmittag aber wohl nicht so schnell vergessen.

Es lief die 68. Minute im Dortmunder Stadion, als Ronaldo auf Seiten des VfB Stuttgart mit der Rückennummer 50 den Rasen betreten durfte. Ronaldo? Ja richtig, Alexis Ronaldo Tibidi wurde von VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo ins Haifischbecken Bundesliga geworfen - und das direkt vor der ganz besonderen Kulisse in Deutschlands größtem Fußballtempel. Wer ist dieser junge, sprintstarke Stürmer, dessen zweiter Name einen Hauch von Königsklassenfußball versprüht?

Aus Toulouse in die baden-württembergische Hauptstadt

Alexis Ronaldo Tibidi wurde am 3. November 2003 im nordfranzösischen Lille geboren. Der französische U-Nationalspieler mit kamerunischen Wurzeln fühlt sich in der Sturmspitze am wohlsten, kann aber dank seiner Sprintstärke durchaus auch über die Außenbahn Akzente setzen. Der Rechtsfuß, der im Sommer aus der Nachwuchsabteilung des FC Toulouse an den Neckar wechselte, sorgt gemeinsam mit dem Deutsch-Griechen Thomas Kastanaras für Kopfschmerzen bei den defensiven Gegenspielern in der A-Junioren-Bundesliga Südwest.

Jubel über das Tor zum 1:0, v.l. Elisio Widmann, Torschütze Alexis Ronaldo Tibidi, Thomas Kastanaras (Foto: imago images, IMAGO / Pressefoto Baumann)
Alexis Tibidi (Mitte) bejubelt mit Sturmpartner Thomas Kastanaras (rechts) und Elisio Widmann ein Tor in der A-Junioren-Bundesliga. IMAGO / Pressefoto Baumann

Die beiden stellen das torgefährlichste Sturm-Duo der Liga und harmonieren prächtig. Tibidi war bereits fünfmal erfolgreich, Kastanaras netzte gar zehnmal ein und führt die Torjäger-Liste an. Tibidi traf unter anderem gegen die U19 des FC Bayern, die der VfB mit 4:1 besiegte. Auch Tibidi leistete also seinen Beitrag zur starken bisherigen Saison der jungen Wilden, die in der Tabelle auf Platz zwei hinter dem 1. FC Nürnberg verweilen.

Von der A-Junioren-Bundesliga zu den Profis

Die positive Entwicklung Tibidis blieb auch Pellegrino Matarazzo nicht verborgen, der den Neuzugang vom FC Toulouse folglich öfter mittrainieren ließ. Im Training bei den Profis knüpfte er an die Leistungen aus der Junioren-Bundesliga nahtlos an und lieferte seinem Trainer die Argumente, die ein Stürmer zu liefern hat: "Er hat in den letzten zwei Wochen im Training, glaube ich, zwölf Tore geschossen." Diese beachtliche Trainingsbilanz und die gleichzeitig herrschende Stürmerabstinenz im Kader des VfB hievten den 1,87 Meter großen Tibidi prompt in den Kader für die Partie gegen Borussia Dortmund.

Während Mateo Klimowicz und Wahid Faghir in Dortmund neunzig Minuten auf der Bank saßen, entschied sich Matarazzo für Tibidi, der seine Feuertaufe solide meisterte und seinen Torriecher bereits andeutete: "Schade, dass er bei seinen zwei Abschlüssen nicht das Tor getroffen hat wie im Training", resümierte sein Coach. Wie es für Tibidi weitergeht, ließ Matarazzo teilweise noch offen. Fest steht aber, dass er vorerst weiterhin bei der ersten Mannschaft mittrainieren darf. Aufgrund der nach wie vor kritischen Personallage im Sturm scheint auch ein weiterer Einsatz am kommenden Freitag gegen Mainz durchaus möglich.

Vereinsrekord mit der Rückennummer 50

An fußballerischen Voraussetzungen bringt der seit Kurzem Volljährige jedenfalls alles mit: "Er hat die Qualität, Tore zu machen, er ist schnell und man hat auch gesehen, dass er auf engem Raum kombinieren kann. Er hat die gewisse Ruhe am Ball." Die von Trainer Matarazzo beschriebenen Stärken des jungen Talents fielen bereits im Sommer Sportdirektor Sven Mislintat auf. Der nächste Youngster aus Frankreich, der sich beim VfB langfristig etablieren soll.

Tibidi selbst will hoch hinaus. Schon ein Blick auf seine Rückennummer zeigt, dieser junge Mann möchte eine große Nummer im Profifußball werden. Auf der Wechseltafel im BVB-Stadion leuchtete bei seiner Einwechslung eine grüne 50 auf, die der 80 Kilogramm schwere Stürmer künftig bei den Schwaben trägt. Noch nie lief ein VfB-Profi mit einer höheren Rückennummer in der Bundesliga auf. Auch die Nummer 50 dürfte sich freuen, sie wurde schließlich zuvor noch nie von einem Bundesliga-Spieler getragen. Einen kleinen Vereinsrekord hat sich Tibidi also schon gesichert. Und wer weiß, vielleicht folgt die ein oder andere Bestmarke ja noch.

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