Torjubel des FC Valencia (Foto: IMAGO, IMAGO / Eibner)

Samstag ab 15:15 Uhr live

Neuer Trainer, neuer Glanz? FC Valencia fordert den VfB Stuttgart

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AUTOR/IN
Martin Maibücher

Am Samstag (ab 15:15 Uhr live im SWR) empfängt der VfB Stuttgart den FC Valencia zum letzten Test der Saisonvorbereitung. Die Spanier träumen mit neuem Trainer vom Glanz vergangener Tage.

David Villa, Gaizka Mendieta, Rainer Bonhof, David Silva, Ariel Ortega, Mario Kempes, Pedrag Mijatovic oder Torhüter-Legende Andoni Zubizarreta - die Liste der Weltstars, die das Trikot des FC Valencia trugen, ist lang. Der Club von der Ostküste Spaniens brachte immer wieder Topspieler hervor und blickt auf eine stolze Historie zurück.

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Meister, Pokalsieger, Finanzprobleme

Der FC Valencia wurde sechs Mal Meister in Spanien, acht Mal spanischer Pokalsieger, Sieger im Europapokal der Pokalsieger 1980, UEFA-Cup Sieger 2004 und war Teilnehmer an zwei Endspielen der Champions League (2000, 2001). Valencia dufte mit Fug und Recht als die dritte Kraft in Spanien nach Real Madrid und dem FC Barcelona bezeichnet werden. Doch auf goldene Jahre folgten schwierige Zeiten, Ende der 2000er Jahre betrug der Schuldenberg des Vereins verschiedenen Berichten zufolge rund 500 Millionen Euro.

Das große Finanzloch wurde unter anderem durch den Bau eines neuen Stadions im Norden der Stadt gerissen. 2008 platzte die Blase der Immobilienbranche in Spanien, das neue Zuhause des FC Valencia konnte seit 2009 (und mittlerweile rund 13 Jahre lang) nicht weitergebaut werden und die Schulden schossen in die Höhe. Namhafte Spieler mussten in den folgenden Jahren Valencia verlassen, der Verein war gezwungen, vermehrt auf günstige Neuzugänge oder den eigenen Nachwuchs zu setzen.

Stars von heute kommen aus der eigenen Jugend

Die Auswirkungen dieser Transferpolitik sind heute noch sichtbar. Die ganz großen Namen fehlen im aktuellen Kader des FC Valencia, die Stars kommen aus den eigenen Reihen. Dazu gehört Kapitän José Gayà, der 2012 aus der Jugend in die zweite Mannschaft wechselte und seit 2014 eine feste Größe im Profikader ist. Der 27-jährige Linksverteidiger kommt bereits auf 292 Pflichtspieleinsätze für die "Fledermäuse" (Wappentier der Stadt, seit 1919 ziert eine Fledermaus das Emblem des Clubs).

Einen ähnlichen Werdegang hat Carlos Soler. Der zentrale Mittelfeldspieler wurde ebenfalls in der Jugend des FC Valencia ausgebildet und wurde später Profi. Sein Marktwert wird auf circa 50 Millionen Euro geschätzt (Quelle: transfermarkt.de), wie sein Kapitän Gayà ist auch Soler mittlerweile spanischer Nationalspieler. Ein weiterer Hochkaräter im Kader ist der portugiesische Linksaußen Goncalo Guedes, der in 178 Pflichtspielen für Valencia 36 Tore schoss und 30 weitere vorbereitete.

Der bekannteste Neuzugang sitzt auf der Trainerbank

Nach drei unbefriedigenden Spielzeiten in LaLiga, die der FC Valencia zwei Mal auf Platz neun und ein Mal auf Rang 13 abschloss, wurde mal wieder ein neuer Trainer verpflichtet. Gennaro Gattuso, Weltmeister 2006 und Abräumer-Legende des AC Mailand, soll dem Club zu neuem sportlichen Glanz verhelfen. Einen Sieg hat er bereits eingefahren - im ersten Testspiel der Saisonvorbereitung siegte das von Gattuso trainierte Team mit 3:1 gegen Borussia Dortmund.

Gennaro Gattuso (Trainer FC Valencia) (Foto: IMAGO, IMAGO / MIS)
Gennaro Gattuso geht in seine erste Saison als Trainer des FC Valencia IMAGO / MIS

Vom VfB Stuttgart zum FC Valencia: Timo Hildebrand

Wer eine Verbindung zwischen dem VfB Stuttgart und dem FC Valencia sucht, wird schnell fündig. Timo Hildebrand stand von der Jugend bis zu den Profis insgesamt 13 Jahre beim VfB zwischen den Pfosten und wechselte nach dem Gewinn der Meisterschaft 2007 nach Valencia. Am Samstag wird Timo Hildebrand als Experte für SWR Sport im Einsatz sein, im Vorgespräch erinnert er sich an seine Zeit in Spanien.

"Obwohl wir 2008 den Pokal gewinnen konnten, war es eine sehr turbulente Zeit. Gerade nach der langen Zeit beim VfB. Es gab in meinen eineinhalb Jahren dort mehrere Trainerwechsel. Ich möchte die Zeit und die Erfahrung nicht missen, es hätte aber eine schönere und nicht ganz so wilde Zeit sein können."

Damals sei der FC Valencia ein "Top-4-Team in Spanien gewesen", sagt Hildebrand, "aktuell sind sie aber nur ein Mittelfeld-Team in der spanischen Liga."

Timo Hildebrand als Torwart des FC Valencia 2007 (Foto: IMAGO, IMAGO / Team 2)
Timo Hildebrand absolvierte 39 Pflichtspiele für Valencia IMAGO / Team 2

Pokalsieg 2019 beendete Titel-Durststrecke

Im Jahr 2019 gab es für den FC Valencia zum bislang letzten Mal eine große Siegerparty. Der Club gewann unter der Leitung von Trainer Marcelino den nationalen Pokal und beendete damals eine Durststrecke von elf Jahren ohne Titel. In der vergangenen Saison schnupperte Valencia am insgesamt neunten Pokal-Triumph der Vereinsgeschichte, musste sich im Finale aber nach Elfmeterschießen dem Team von Betis Sevilla geschlagen geben.

Den VfB Stuttgart erwartet am Samstag (Anstoß um 15:30 Uhr, live im SWR ab 15:15 Uhr) ein spannender Gegner, der an die Erfolge vergangener Jahre anknüpfen will. Ein Team ohne Weltstars, aber mit viel Qualität in den eigenen Reihen. Das Testspiel ist ein echter Gradmesser vor dem Pflichtspielauftakt eine Woche später im DFB-Pokal bei Dynamo Dresden (29. Juli, 18:00 Uhr).

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Martin Maibücher

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