Enttäuschte Spieler des VfB Stuttgart (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)

Fußball | Bundesliga

0:1 gegen Bielefeld: Der VfB ist im Abstiegskampf angekommen

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Null Punkte gegen Augsburg, null Punkte gegen Bielefeld: Der VfB ist im Herbst 2021 Aufbaugegner für kriselnde Teams - und steckt längst selbst im Abstiegskampf.

Als das Spiel vorbei war, ließ sich Daniel Didavi auf den Rasen sinken. Da saß er dann, harrte ein wenig aus und verließ schließlich mit hängendem Kopf den Platz. Auf dem Weg gab VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo ihm noch einen tröstenden Klaps mit, aber Didavis Frust wich nicht aus seinem Gesicht. "Es hat ein bisschen das Glück gefehlt, die Durchschlagskraft, vielleicht auch die Qualität", sagte der Mittelfeldregisseur enttäuscht.

Daniel Didavi, Mittelfeldspieler des VfB Stuttgart, sitzt auf dem Rasen.  (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)
Ein enttäuschter Daniel Didavi nach der Niederlage gegen Bielefeld. Picture Alliance

Ohne echten Stürmer

Gemeinsam mit Roberto Massimo bildete Didavi die Offensive des VfB gegen Bielefeld. Auf einen echten Stürmer hatte Matarazzo verzichtet, die meisten im Kader sind ohnehin verletzt oder krank. Und gerade anfangs schien der Plan aufzugehen. Der VfB begann mutig, schwungvoll. "In der ersten Halbzeit waren wir die klar bessere Mannschaft", sagte Didavi. Getroffen hat aber nur Bielefeld: 0:1 durch Masaya Okugawa in der 19. Minute.

Matarazzo macht seinem Team keinen Vorwurf

Auch anfangs der zweiten Hälfte machte der VfB kein schlechtes Spiel, verlor dann aber wie so oft in dieser Saison den Rhythmus. "Wir hatten dann kaum Struktur mehr", erklärte Matarazzo. Gerade gegen Ende hatte Bielefeld einige große Chancen, um sogar das 2:0 zu erzielen, traf mehrfach die Latte. Trotzdem tadelte der Trainer sein junges Team nicht: "Ich kann der Mannschaft wenig vorwerfen, was Leidenschaft, was Kampf angeht. Die Jungs wollten, aber leider hat es heute nicht gereicht."

Mislintat: "Wir sind im Abstiegskampf angekommen"

Null Punkte aus den Spielen gegen Augsburg und Bielefeld, beides Teams, die schwach in die Saison gestartet sind. Augsburg hatte vor dem Sieg gegen den VfB erst einmal gewonnen, für Bielefeld war der Erfolg in Stuttgart der erste der Spielzeit. "Was sollen wir drumrum reden: Wir sind da angekommen, wo wir uns vor der Saison gesehen haben - im Abstiegskampf", sagte Sportdirektor Sven Mislintat. Seine Erklärung: die vielen Verletzten. "Wichtig ist, dass wir bis zum Winter immer leicht über dem Strich stehen. Je mehr Spieler zurück sind, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir unsere Ziele erreichen."

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Kurzfristig waren noch der einzig verbliebene Stürmer, Hamadi Al Ghaddioui, mit einer Erkältung und Talent Naouirou Ahamada mit Achillessehnenproblemen auf der Ausfallliste dazugekommen. Nur die wenigsten Spieler, die Trainer Pellegrino Matarazzo aufgestellt hatte, hätten unter normalen Umständen in der Startelf gestanden. "Wir wissen, dass die Aufgaben im Moment etwas schwieriger sind als sie sein könnten", kommentierte Mislintat. Er gab zu, dass man manches hätte besser machen können. Die Ausbeute von zehn Punkten nach elf Spielen ist nicht komplett auf die Personalnot zu schieben.

Enttäuschte Fans

In den sozialen Netzwerken zeigen Fans Verständnis, aber nicht alle wollen die vielen Verletzen als Erklärung gelten lassen. "Wo ist der Kampfgeist nur?" ist da zu lesen oder: "Das kann man sich auch nicht mehr mit den Verletzungen schön reden". Andere sind einfach nur "sprachlos."

Hoffen auf Silas

Sein Team müsse jetzt trainieren, arbeiten und reflektieren, sagte Pellegrino Matarazzo in seiner gewohnt ruhigen Art. "Das ist der Weg, unser Weg, und das werden wir auch schaffen." Der VfB setzt darauf, dass die Länderspielpause hilft und möglichst viele Spieler zurückkommen. Torhüter Florian Müller soll nach seiner Corona-Infektion wieder in der Startelf stehen. Die Verteidiger Konstantinos Mavropanos und Marc Oliver Kempf sowie Al Ghaddioui, Ahamada und im Idealfall auch Omar Marmoush und Chris Führich könnten wieder Alternativen werden. Auch ein (Kurzzeit-) Comeback von Silas Katompa Mvumpa nach seinem Kreuzbandriss steht bevor. Die Aufgabe wird aber nicht einfacher: Der VfB tritt am 20. November bei Borussia Dortmund an.

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