VfB-Angreifer Silas und sein spektakuläres 2:0 gegen Bremen im Dezember 2020 (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)

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VfB-Angreifer Silas und die Rückkehr nach Bremen: Es fehlt nur noch ein Treffer

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Johann Schicklinski

Silas Katompa Mvumpa, kurz Silas, ist nach langer Verletzungspause zurück beim VfB Stuttgart. Der Angreifer ist auf dem Weg zu alter Stärke, auch wenn noch ein paar Prozentpunkte fehlen. Nun steht für ihn ein ganz besonderes Spiel an.

Das Lachen ist zurück bei Silas. Bereits in der Vorbereitung auf die neue Saison fiel der Kongolese durch viel (zurückgewonnene) Muskelmasse, Spielfreude und Ehrgeiz auf - trotz der immensen Anstrengungen. Vor allem aber glänzte er durch beste Laune. Er war nach einer langen Leidenszeit einfach froh, wieder im Kreis der Mannschaft zu sein.

Anderthalb verlorene Jahre für Silas

Denn hinter Silas liegen fast anderthalb Seuchenjahre. Erst der Kreuzbandriss im März 2021, dann, nach der mühseligen Rückkehr, die schwere Schulterverletzung im diesjährigen Frühjahr, gleichbedeutend mit dem frühen Saison-Aus.

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Doch nun ist der 23-Jährige wieder mittendrin - und hat sich vorerst einen Stammplatz gesichert. Im Pokalspiel gegen Dynamo Dresden (1:0 für den VfB Stuttgart) durfte Silas 74 Minuten mitwirken, gegen RB Leipzig (1:1) am ersten Bundesliga-Spieltag hielt er sogar 90 Minuten durch.

Auf einem guten Weg

Der Offensivspieler zeigte, dass er auf einem guten Weg ist, wieder der Alte zu werden. Dribblings, auch mal ein Kunststückchen, Abschlüsse (wie beim 5:2 gegen Valencia, als ihm ein Treffer gelang) - es ist bereits wieder vieles von seinen Fähigkeiten zu sehen. Tempo und Tiefe weisen sein Spiel ohnehin auf. Was fehlt, sind die letzten paar Prozentpunkte, das hundertprozentige Vertrauen in den eigenen Körper, vor allem unter Wettkampfbedingungen.

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Bei der Wiedererlangung helfen würde Silas ein Treffer - am besten bereits im nächsten Spiel des VfB beim SV Werder Bremen. An dem Ort, an dem dem Kongolesen sein bislang spektakulärster Bundesligatreffer gelang. Am 6. Dezember 2020 erzielte der Angreifer beide Tore beim 2:1-Auswärtserfolg der Stuttgarter. Das 2:0 erhitzte damals aber noch tagelang die Gemüter.

Silas bringt Werder auf die Palme

Nach einem Missverständnis in der Nachspielzeit zwischen Werder-Verteidiger Ömer Toprak und Keeper Jiri Pavlenka lief Silas mit dem Ball alleine aufs leere Tor zu. Doch statt einfach abzuschließen, verlangsamte er sein Tempo, bis er unmittelbar vor der Linie des Bremer Tores komplett abstoppte. Erst, als Pavlenka heranrauschte, schob er den Ball ins Netz.

VfB-Angreifer Silas und sein spektakuläres 2:0 gegen Bremen im Dezember 2020 (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)
VfB-Angreifer Silas und sein spektakuläres 2:0 gegen Bremen im Dezember 2020 Picture Alliance

Selke: "Das war respektlos"

Danach gab es Tumulte auf dem Spielfeld. SVW-Stürmer Davie Selke wollte Silas an den Kragen, beide Spieler sahen die Gelbe Karte. Nach der Partie, die der VfB mit 2:1 gewann, wurden von Seiten der Hanseaten Vorwürfe laut. "Das war respektlos! Da brauchen wir gar nicht drumherum zu reden", echauffierte sich Selke damals: "Der Junge soll den Ball einfach reinschießen und hier nicht rumlaufen wie sonst irgendwie einer." Im Boulevard war sogar von einem "Arroganz-Anfall" die Rede.

Werder-Profi Davie Selke will Silas an den Kragen (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)
Werder-Profi Davie Selke will Silas an den Kragen Picture Alliance

VfB-Coach Matarazzo: "Er ist ein schüchterner Junge"

Die Stuttgarter Verantwortlichen nahmen ihren jungen Angreifer indes in Schutz. "Wenn man Silas kennt, weiß man, dass er ein schüchterner Junge und nicht arrogant ist'", sagte damals Trainer Pellegerino Matarazzo: "Das Erste, was ich empfunden habe, war, dass er auf Zeit spielt, wie wenn man zur Eckfahne geht."

Entschuldigung von Silas

Silas selbst schwieg direkt nach dem Spiel, bevor er sich wenig später via soziale Medien äußerte. "Sehr schöner Sieg, sehr schöne drei Punkte. Ich will hier aber auch die Gelegenheit nutzen, um mich aufrichtig bei Werder Bremen und allen, die ich verärgert habe, zu entschuldigen", schrieb er damals.

Für den Kongolesen waren es damals die Saisontreffer vier und fünf. Es war eine Zeit, in der er quasi Woche für Woche stärker und sein Selbsbewusstsein größer wurde. Bis Mitte März erzielte er elf Tore und bereitete weitere fünf Treffer vor - er war ein Gesicht des Höhenflugs der Stuttgarter damals. Mit der schweren Knieverletzung endete sein ganz persönlicher Lauf jäh für Silas.

Jetzt ist er wieder da - und die Rückkehr nach Bremen steht an. Den Ort, wo er einst Geschichte schrieb. Nach seiner langen Leidenszeit wäre es Silas zu gönnen, wenn er dort erneut trifft - und die nächste Stufe auf dem Weg zu alter Stärke nimmt.

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