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Mario Gomez wird nach seinem Karriereende beim VfB Stuttgart erstmal durchatmen. Auf Sportdirektor Sven Mislintat wartet dagegen jede Menge Arbeit.

Mario Gomez geht das alles nichts mehr an. Der ehemalige Nationalstürmer zieht sich zunächst ins Privatleben zurück. Vier Monate will sich der Familienvater erst einmal abschotten und den Kontakt zu seinen bisherigen VfB-Kollegen vermeiden.

Stuttgarts Sportdirektor Sven Mislintat wird in den nächsten Wochen dagegen nicht über Langweile klagen. Wenn Gomez aus seinem Urlaub zurückkehrt, wird sich der Kader des Aufsteigers verändert haben.

Für Zweifel, dass die aktuelle Mannschaft Erstligareife besitzt, hat sie beim Auf und Ab in den vergangenen Zweitliga-Monaten genug gesorgt. Einen großen Umbruch wie vor der vergangenen Saison soll es aber nicht geben. "Wir haben nicht nur wegen Corona gesagt, dass diese Mannschaft gut genug ist, unseres Erachtens in der ersten Liga zu bleiben", wehrte Mislintat am Rande der Aufstiegsfeierlichkeiten bei Sky ab, "weil Potenzial da ist, weil trotzdem Erfahrung da ist, weil eine Mittelachse da ist mit ein paar Spielern. Wir werden maximal auf ein paar Positionen Veränderungen haben. Eine ist halt Mario".

Babbel sieht Optimierungsbedarf

Durch den Abschied von Gomez wird eine Stelle im Angriff frei. Hamadi Al Ghaddioui hat bislang ebenso wenig seine Bundesliga-Tauglichkeit nachgewiesen wie der junge und gerade von einer schweren Knieverletzung genesene Österreicher Sasa Kalajdzic.

"Du musst schon noch ein bisschen was machen für die erste Liga", hatte Markus Babbel, der frühere Coach und Spieler des VfB, kürzlich bei "SWR Sport in Baden-Württemberg" gesagt und ist mit dieser Meinung nicht allein. Für viele aus der VfB-Truppe wird die Bundesliga, die voraussichtlich Mitte September wieder beginnen soll, eine neue Erfahrung.

Im vergangenen Sommer war Sportdirektor Mislintat mit der Verpflichtung von unerfahrenen Profis ins Risiko gegangen. "Ich glaube, dass wir all unseren Jungs eine gute Plattform bieten können für nächstes Jahr", sagte der 47-Jährige nun.

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Zahlreiche Personalien beim VfB zu klären

Wird dann auch noch Gregor Kobel der Rückhalt im Tor sein? Der Verbleib des 22-Jährigen der TSG Hoffenheim ist noch genauso offen wie die Zukunft der anderen Leihspieler. Kobel soll wie Verteidiger Pascal Stenzel gehalten werden. Ob Abwehrspieler Nathaniel Philipps bleibt oder wieder für den englischen Meister FC Liverpool spielt, hängt auch von den Plänen von Jürgen Klopp ab.

Erik Thommy könnte von Fortuna Düsseldorf nach Stuttgart zurückkehren. Das Interesse des VfB an Defensivallrounder Waldemar Anton von Hannover 96 ist kein Geheimnis. Zudem wurden zuletzt weitere potenzielle Neuzugänge gehandelt, darunter der Düsseldorfer Kevin Stöger und HSV-Linksverteidiger Tim Leibold.

Gomez: Die Beine wollten nicht mehr

Neben der Qualität sollte auch die Mentalität bei der Planung eine Rolle spielen. Mit dem Abschied von Gomez verlässt einer der offensichtlich wenigen Wortführer den Verein. In der Kabine trug der Routinier zuletzt mehr zum Aufstieg bei als auf dem Rasen. "Ich habe zu meinen Beinen gesagt, was sie tun sollen, sie haben es nicht mehr jedes Mal wirklich so umgesetzt", räumte Gomez im SWR ein und meinte zu seiner Rolle: "Ich habe versucht, so ein bisschen Druck vom Team zu nehmen."

Möglicherweise wird er ja in Zukunft in einer anderen Funktion beim VfB dazu beitragen, dass die Schwaben wieder dauerhaft in der ersten Liga spielen. Gomez kann sich eine Rückkehr und einen Job beim Verein vorstellen - aber noch nicht sofort.

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