Silas bejubelt seinen Treffer zum zwischenzeitlichen 2:1 in Bremen (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)

Fußball | Bundesliga

Das Lächeln ist zurück: Silas trifft nach über anderthalb Jahren wieder in der Bundesliga

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Johann Schicklinski

Nach langer Leidenszeit erzielt Silas beim 2:2 des VfB Stuttgart in Bremen sein erstes Bundesligator seit über anderthalb Jahren. Die Freude darüber wird am Ende getrübt.

Silas Katompa Mvumpa, kurz Silas, strahlte übers ganze Gesicht. Gerade eben, in der 77. Minute, hatte der Kongolese den VfB Stuttgart in der Partie bei Werder Bremen mit 2:1 in Führung geschossen. Stürmer Sasa Kalajdzic hatte den 23-Jährigen mit einem starken Steckpass freigespielt, Silas lief von der linken Seite aus völlig frei auf Bremen-Keeper Jiri Pavlenka zu. Und der Offensivspieler behielt die Nerven. Er schob überlegt ins lange Eck ein. Und das ausgerechnet im Bremer Stadion. Dem Ort, an dem er einst mit einem kuriosen Treffer Bundesliga-Geschichte geschrieben und für kontroverse Diskussionen gesorgt hatte.

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Nach dem Tor jubelte er befreit. Sofort kamen auch die Mannschaftskollegen angerannt, um sich bei Silas zu bedanken. Sie alle wissen, was hinter ihm liegt - und auch ihnen war die große Freude anzumerken. Es war der erste Bundesligatreffer für Silas seit dem 29. Januar 2021. Damals hatte der Angreifer beim 2:0 gegen Mainz 05 mit einem Solo über fast den ganzen Platz für den Endstand gesorgt. Und damals war er ein absoluter Shootingstar, wurde quasi Woche für Woche stärker.

Lange Leidenszeit für Silas

Wenig später begann für Silas eine lange Leidenszeit. Erst der Kreuzbandriss beim Spiel in München (0:4) im März 2021, dann, nach der mühseligen Rückkehr, die schwere Schulterverletzung in diesem Frühjahr, gleichbedeutend mit dem frühen Saison-Aus. Doch zur Vorbereitung auf die aktuelle Spielzeit stieg der Kongolese wieder voll ein, fiel durch (zurückgewonnene) Muskelmasse, Spielfreude und Ehrgeiz auf - und durch beste Laune.

Damit eroberte er sich seinen Stammplatz zurück. Sowohl im Pokalspiel gegen Dynamo Dresden (1:0 für den VfB Stuttgart) als auch gegen RB Leipzig (1:1) und nun gegen Werder Bremen stand er in der Startelf. Tempo und Tiefe hat er ohnehin, was noch fehlte, waren die letzten paar Prozentpunkte, das hundertprozentige Vertrauen in den eigenen Körper, vor allem unter Wettkampfbedingungen. Da dürfte der Treffer gegen Bremen enorm helfen.

Silas (hier mit Lilian Egloff) bejubelt seinen Treffer zum 2:1 in Bremen (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)
Silas (hier mit Lilian Egloff) bejubelt seinen Treffer zum 2:1 in Bremen Picture Alliance

Kurz nach seinem Tor hätte Silas sogar zum Matchwinner werden können, doch diesmal scheiterte er freistehend an Pavlenka (80.).

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Im Angriff blüht Silas auf

In Bremen durfte Silas, der zuvor die linke Seite beackert hatte, ab der 59. Minute im Angriff neben Mittelstürmer Kalajdzic ran. Eine Rolle, in der er, weitgehend befreit von Defensivaufgaben, sichtlich aufblühte. Zuvor war Borna Sosa für Tiago Tomas gekommen, der zunächst neben dem Österreicher gespielt hatte. Kalajdzic als zentrale Spitze und Ankerspieler, der Kongolese als fluider Spieler, der um den Zwei-Meter-Mann herumspielte, sich aber immer wieder auch zurückfallen ließ. Ein Schachzug von VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo, der aufging.

Lob von Trainer Pellegrino Matarazzo

"Er hat sich empfohlen. Man hat seine Energie mit weniger Defensivarbeit und mehr Umschaltaktionen gespürt", sagte Matarazzo im ARD-Interview: "Das hat mir gut gefallen. Es ist mir schon klar, dass Silas auf dieser Position aufgehen kann. Auch wenn das nicht heißt, dass er nächste Woche wieder vorne drin spielt."

Kalajdzic lobt - und hadert

Auch Offensivpartner Kalajdzic war angetan vom Zusammenspiel. "Wir haben unsere Momente gehabt. Wir müssen versuchen, diese Momente noch öfter zu finden. Das können wir noch besser. Offensiv war viel mehr drin - und wir haben trotzdem zwei Tore geschossen. Was passiert, wenn wir richtig gut drauf sind? Darauf freue ich mich", sagte er im ARD-Interview. Und, zu seiner eigenen Leistung: "Zwei Vorlagen sind natürlich super. Aber ich bin mit meiner Leistung nicht zufrieden."

"Der Dreier hätte geschmeckt"

Vielleicht wäre Kalajdzic bei einem Sieg seiner Mannschaft mit der eigenen Leistung zufriedener gewesen. Doch Oliver Burke rettete Werder in der Nachspielzeit (90. Minute + 5) einen Zähler. Zuvor hatten Niclas Füllkrug für die Hausherren (4.) sowie Wataru Endo (38., Vorlage Kalajdzic) und eben Silas für die Gäste getroffen. "Wir hatten den Rucksack schon offen für die drei Punkte", meinte Kalajdzic: "Der Dreier hätte geschmeckt."

Gleichzeitig mahnte er an: "Wir müssen in der Offensive noch besser werden." Am besten schon gegen den SC Freiburg (Samstag, 20. August, 15:30 Uhr). Vielleicht ja dann mit Borna Sosa in der Anfangself. Silas könnte dann im Sturm beginnen und dort Tiago Tomas verdrängen - und seinen Aufwärtstrend fortsetzen. Klar ist jedenfalls: Nach seiner langen Leidenszeit ist das Lächeln zurück - er hat die nächste Stufe auf dem Weg zu alter Stärke in Bremen genommen.

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Johann Schicklinski

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