Sasa Kalajdzic (VfB Stuttgart) frustriert nach der Niederlage gegen Eintracht Frankfurt (Foto: imago images, IMAGO / Sven Simon)

Fußball | Bundesliga

VfB-Stürmer Kalajdzic nach Frankfurt-Niederlage: "Blöd, bitter, unnötig"

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Der VfB Stuttgart hat zum dritten Mal in Folge verloren und ist damit seit sechs Spielen sieglos - die Schwaben stecken tief im Abstiegskampf. Gegen Eintracht Frankfurt reichte es am Samstag nur zu einem 2:3. VfB-Stürmer Sasa Kalajdzic fand nach dem Spiel gegenüber SWR Sport klare Worte.

SWR Sport: Ein ganz bitterer Tag heute, da schießt man nach fünf torlosen Spielen endlich mal wieder zwei Tore und es reicht am Ende trotzdem nicht mal für einen Punkt, ganz bitter oder?

Sasa Kalajdzic: Ja, absolut bitter.

Was nehmen Sie Positives mit? Das zumindest die "alte Achse" Borna Sosa-Sasa Kalajdzic wieder funktioniert hat?

Ja, natürlich ist das positiv. Das Einzige, was ich heute positiv gesehen habe, ist, dass wir zweimal nach Rückstand zurückgekommen sind. Aber wir sind zwei Mal nach unnötigem Rückstand zurückgekommen, wie ich finde. Und den dritten Rückstand haben wir nicht mehr geschafft, weil wir heute einfach unnötige Fehler gemacht haben. Der Matchplan, den wir hatten, war eigentlich okay. Wir hatten einige Chancen, die wir letzte Woche und vor zwei Wochen nicht hatten. Deswegen einfach blöd.

Du hast, glaube ich, 50 Corner [Eckbälle, Anm. d. Red.] gegen dich gehabt. Und Frankfurt hat es dann einfach gut gemacht und wir schlecht. Vor allem beim zweiten Tor. Das erste Tor ist einfach unglücklich, da wurschtelt sich der Ball einfach durch. Aber das Zweite nicht. Wir sprechen das extra an, dass die Frankfurter den sicher anspielen werden, weil sie wissen, dass bei uns da wahrscheinlich keiner stehen wird oder weniger Leute sind. Und da hat jemand seinen Job zu erfüllen, den hat er anscheinend nicht erfüllt und dann trifft der Frankfurter ihn noch gut und dann steht es 2:1. Du kommst trotzdem zurück und normalerweise musst du mit dem Stadion und der Stimmung mindestens den Punkt holen, wenn nicht sogar mehr rausholen und wir schaffen es einfach nicht. Einfach bitter und ich bin enttäuscht.

Vor allem war das 3:2 dann noch so ein Billard-Tor, so ein abgefälschtes...

Ja, so wie gegen Freiburg. Blöd, bitter, unnötig. Passt zu unserer Situation.

Was macht das mit den Köpfen? Also ein gutes Spiel gemacht, viele Chancen gehabt, auch in der ersten Halbzeit. Viel früher hätte man den Ausgleich machen können. Am Ende wieder leere Hände und kein Punkt.

Ja, es wird nicht einfach. Ich kann nur für mich sprechen, dass ich versucht habe alles reinzuhauen. Ich glaube, Viele heute haben alles reingehauen, und es geht jetzt einfach darum diese Fehler abzustellen, diese simplen Sachen. Frankfurt hat hinten auch nicht "klein-klein" gespielt. Die wissen, was sie zu tun haben, jeder weiß, was er zu tun hat, und die haben einfach gespielt. Und wir haben vor allem am Anfang, in den ersten zehn Minuten, gefühlt fünf bis zehn Ecken gegen uns, weil wir hinten "klein-klein" spielen, weil wir den Ball nicht einfach mal weg dreschen, weil wir teilweise einfach nicht abgebrüht spielen.

Und man sieht es bei Frankfurt, wenn es da hinten ein bisschen brennt, dann hauen die denn Ball nach vorne und jeder weiß, was er zu tun hat. Bei uns haben auch viele gewusst, was sie zu tun haben, aber das war einfach unnötig. Dann kommt noch dazu, dass gewisse Sachen nicht so funktioniert haben, wie wir uns das vorgestellt hatten. Auch von mir, viele technische Fehler, die ich nicht gewohnt bin. Aber wir müssen trotzdem die Bälle zurück erkämpfen, Druck machen, wieder kämpfen und laufen. Und das haben viele heute gemacht, aber wir haben auch viele unnötige Fehler gemacht und auch blöde, unnötige Tore bekommen - wie ich finde.

"Wir müssen einfach weiter machen, weiter kämpfen und das Glück irgendwie wieder auf unsere Seite kriegen. Wir haben aktuell nämlich kein Glück."

Steigt jetzt ein bisschen der Frust und die Wut?

Jein. Also es ist schwer jetzt gerade im Moment irgendetwas Positives rauszufinden, aber wenn du jetzt anfängst, frustriert oder irgendwie schlecht drauf zu sein, dann geht's erst richtig bergab. Das brauchen wir nicht. Wir sind eigentlich eine Mannschaft, die immer gute Stimmung hat und wir geben wirklich Vollgas im Training und das werden wir nach wie vor machen. Und jetzt müssen wir schauen.

Wir haben, glaube ich, letzte Saison, als ich gespielt habe, kein Eckballtor bekommen und jetzt hab ich schon zwei in einem Spiel bzw. gegen Freiburg so blöde Tore. Also wir müssen das einfach abstellen. Teilweise einfacher spielen und in unserer Situation auch weniger ins Risiko gehen. Wenn es gut läuft, dann spielen wir richtig geil, aber in dieser Situation wird es schwer. Und Frankfurt hat versucht einfach zu spielen, war giftig und dann auch in den entschiedenen Momenten da, bei den zweiten Bällen, und wir nicht. Wir haben unsere Chancen nicht genutzt und jetzt stehen wir mit leeren Händen da.

Was kann der Trainer noch machen? Wie kommt er an euch ran? Welche Möglichkeiten hat er?

Er macht weiter, so wie er es immer macht. Er macht es gut. Wir haben ja die Fehler gemacht. Wir haben zwei Eckballtore bekommen. Da kann ja der Trainer nichts dafür. Der ist nicht Schuld an der Taktik oder so, sondern du bekommst zwei Standard-Tore, die billig sind. Und das dritte ist abgefälscht aus dem Rückraum, wo vielleicht eine Verkettung von Fehlern irgendwo gestartet hat und dann weitergegangen ist, und deswegen müssen die Spieler, die auf dem Platz sind, mal schauen. Die meisten sind sich der Lage bewusst, und jetzt müssen wir einfach weiter machen, weiter kämpfen und das Glück irgendwie wieder auf unsere Seite kriegen. Wir haben aktuell nämlich kein Glück.

Kopf hoch, danke Sasa Kalajdzic.

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