VfB-Präsident Claus Vogt und der Vorstandsvorsitzende Thomas Hitzlsperger (Foto: imago images, imago images/Michael Weber)

Fußball | VfB Stuttgart

Hitzlsperger-Abschied: Welche Rolle spielt der Konflikt mit Präsident Vogt?

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Der Vorstandsvorsitzende des VfB Stuttgart, Thomas Hitzlsperger, wird den Club spätestens im Herbst 2022 verlassen. Ob bei dieser Entscheidung der Konflikt mit Präsident Claus Vogt eine Rolle spielte, dieser Frage stellten sich Hitzlsperger und Vogt im Interview mit SWR Sport.

Halbzeitpause in Stuttgart. Es steht 1:2 zwischen dem VfB und Bayer Leverkusen. Für einen kurzen Moment rückt das aktuelle Spiel in den Hintergrund. Thomas Hitzlsperger spricht über seine Beweggründe, warum er seinen Vertrag als Vorstandsvorsitzender des VfB im Oktober 2022 nicht verlängern möchte.

"Es war eine extrem intensive Zeit bis hierher. Was mich positiv stimmt: Es ist Vieles gelungen", erzählt Hitzlsperger. "Die nächsten fünf Jahre braucht jemand die Power, das so weiterzumachen, und ich sah mich nicht mehr in der Lage dieselbe Intensität mitreinzubringen." Trotzdem sei er guten Mutes und zuversichtlich, dass es gut werde.

Komfortable Situation für Claus Vogt

Die Frage, ob er ausgebrannt sei, verneint Hitzlsperger ausdrücklich: "Ich wollte rechtzeitig Bescheid sagen, so dass der Verein die Zeit hat, einen Nachfolger zu finden. Ich habe gesagt, ich stehe zur Verfügung bis zum Vertragsende jemanden einzuarbeiten - alles Wissen auch abzuladen, damit es gut weitergeht."

Dass Thomas Hitzlsperger bis zu seinem Vertragsende zur Verfügung stehen möchte, schätzt VfB-Präsident Claus Vogt. "Wir können Thomas nur danken, dass er uns frühzeitig die Möglichkeit gegeben hat, jetzt langfristig jemanden zu suchen. Das ist auch nicht üblich im Profifußball. Wir sind jetzt überhaupt nicht unter Zeitdruck, das ist eine komfortable Situation", erklärt er im Interview mit SWR Sport.

Einige Punkte hätten für ein Weitermachen gesprochen

Für Thomas Hitzlsperger hätten durchaus auch Punkte dafür gesprochen weiterzumachen, erzählt er. "Aber unterm Strich war für mich die Planung so, dass es besser ist, da einen Schlussstrich zu ziehen. Und damit geht's mir gut", sagt er.

Die Streitigkeiten mit Claus Vogt sollen keine Rolle bei seiner Entscheidung gespielt haben. "Die waren auch kein Thema mehr jetzt unter der Woche. Deswegen haben wir gesagt, es geht darum den Verein nach vorne zu entwickeln, alles was in der Vergangenheit liegt, spielt keine Rolle mehr." Das bestätigt auch Claus Vogt: "Die Zeit ist lange vorbei."

Vorzeitiges Ausscheiden von Hitzlsperger denkbar

Sollte sich frühzeitig ein Nachfolger für Thomas Hitzlsperger finden lassen, könnte es auch zu einem vorzeitigen Wechsel kommen. "Grundsätzlich kann man über alles reden. Aber wir wollen in aller Ruhe erstmal das Auswahlverfahren beginnen und uns die Kandidaten anschauen", erklärt Vogt.

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