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Mit elf Punkten nach acht Spieltagen könne Aufsteiger VfB Stuttgart sehr gut leben, sagte Sportdirektor Mislintat nach dem 3:3 in Hoffenheim. Dennoch wäre gegen die coronageplagte TSG mehr drin gewesen. Und gegen die Bayern fehlt nun der erneut verletzte Torjäger González.

Auf den Nebenmann von Lionel Messi muss der VfB Stuttgart erst mal verzichten. Das ist die bitterste Erkenntnis beim Aufsteiger nach dem turbulenten 3:3 (2:1) bei der TSG 1899 Hoffenheim und vor dem Heimspiel am Samstag gegen den FC Bayern München: Der argentinische Nationalstürmer Nicolás González fällt mit einem kleinen Teilriss des Innenbandes im linken Knie für zwei bis drei Wochen aus.

Das ist immerhin weniger als zunächst befürchtet. Der 22-Jährige habe "ein bisschen Glück im Unglück" gehabt, sagte VfB-Sportdirektor Sven Mislintat einen Tag nach dem Baden-Württemberg-Duell in der Fußball-Bundesliga. Die Verletzung sei "extrem schmerzhaft", erfordert aber keine monatelange Pause.

González hatte in Hoffenheim mit einem herrlichen Dribbling und einem platzierten Schuss ins lange Toreck für das zwischenzeitliche 1:1 (18. Minute) gesorgt. In welch starker Form der Angreifer zuletzt war, bewies er auch bei seiner kräfteraubenden Südamerika-Reise vergangene Woche. Da erzielte er in der WM-Qualifikation beim 1:1 gegen Paraguay und 2:0 in Peru jeweils ein Tor. Davor hatte González per Elfmeter beim 1:1 auf Schalke und beim 2:2 gegen Frankfurt getroffen - und machte am Samstag im leeren Sinsheimer Stadion gerade so weiter.

Nur bei "unmoralischem Angebot" wird über Verkauf von Gonzalez nachgedacht

Das könnte vor der nächsten Transferperiode auch andere Vereine auf ihn aufmerksam machen, nachdem González schon im Sommer den Aufsteiger verlassen wollte, die Stuttgarter ihn aber nicht ziehen ließen. Mislintat erklärte nun, der VfB werde im Winter überhaupt nur bei einem "unmoralischen Angebot" darüber nachdenken, ob ein Verkauf wirtschaftlich Sinn mache.

Die finanziellen Probleme des VfB aufgrund der Coronakrise seien "nicht derart, dass wir abgeben müssen". Der Vertrag von González läuft noch bis zum 30. Juni 2023. Nachdem der Angreifer das 0:1 durch Christoph Baumgartner (16.) für die durch sieben Corona-Ausfälle geschwächten Hoffenheimer egalisiert hatte, köpfte der 2018 vom Maradona-Club Argentinos Juniors gekommene Profi vor dem Stuttgarter 2:1 durch Silas Wamangituka (27.) an die Latte, verdrehte sich bei der Landung unglücklich das Knie - und musste kurze Zeit später raus. Es ist bereits die zweite Verletzung in wenigen Monaten, nachdem sich González zu Saisonbeginn einen Muskelbündelriss zugezogen hatte.

So verloren die Stuttgarter in Hoffenheim ihren gefährlichsten Stürmer und danach sichtlich an Schwung. Ryan Sessegnon (48.) glich für die TSG aus, ehe Rückkehrer Andrej Kramaric per Foulelfmeter sogar das 3:2 (71.) für die Gastgeber gelang. Der VfB schien für eine schwache zweite Halbzeit schon bestraft, landete aber noch einen Lucky Punch: Abwehrspieler Marc Oliver Kempf traf in der dritten Minute der Nachspielzeit gegen ersatzgeschwächte Kraichgauer zum 3:3. "Hoffenheim hat extrem Druck aufgebaut. Wir sollten zufrieden sein mit dem Punkt", meinte Matarazzo. Und dennoch: Selten war es wohl so leicht für die Stuttgarter, zum ersten Mal nach 2013 wieder in Sinsheim zu gewinnen.

Nach einem Angriffswirbel der ersten Halbzeit ließ sich der VfB den Schneid abkaufen. "Wir hatten vor der Pause mehrere Möglichkeiten, die Führung auszubauen", meinte der VfB-Coach an seiner früheren Wirkungsstätte. "Wir hatten dann zu viele Ballverluste nach vorne." Zudem müsse die Mannschaft noch lernen, in solchen Spielen mit "mehr Härte" dagegenzuhalten, forderte Mislintat. "Das ist ein Lernprozess."Der VfB ist nun seit sieben Spielen ungeschlagen, allerdings gab es dabei auch fünfmal das oft laue Gefühl eines Unentschiedens. Dennoch sagte Mislintat, man könne mit der Ausbeute von bisher elf Punkten aus acht Spielen sehr gut leben.

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