Stuttgarts Waldemar Anton und Hiroki Ito (r) stehen bei Spielende enttäuscht auf dem Platz. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/dpa | Friso Gentsch)

Fußball | Bundesliga

VfB Stuttgart mit Chancen-Wucher und Karma-Punkten

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Michael Richmann

Der VfB Stuttgart musste sich bei Arminia Bielefeld mit einem Punkt begnügen. Die Schwaben werden den vielen vergeben Chancen noch lange hinterhertrauern.

Von dieser Szene wird Waldemar Anton vermutlich träumen: Der Ball kullert die Linie entlang; Anton stoppt ab, will Konstantinos Mavropanos nicht den fünften Saisontreffer wegnehmen. Doch der Ball klatscht vom Pfosten zurück ins Feld (78. Minute). Auch die Fans werden diese Szene wieder und wieder im Kopf durchspielen: Der Ball, die Linie, der Verteidiger, der Pfosten - und jedes Mal werden sie auf einen anderes Ende hoffen. Dass Anton diesmal den Fuß reinhält, den Ball über die Linie drückt und den VfB Stuttgart doch noch zum so wichtigen Sieg bei Arminia Bielefeld schießt.

Allerdings wäre es falsch, das Unentschieden an dieser einen Szene festzumachen. Chris Führich (38.), Omar Marmoush (40.) und Tiago Tomas (54.) hätten jeweils das 2:0 machen können. Tiago Tomas (67.), Atakan Karazor (72.) und Pascal Stenzel (77.) das 2:1. "Da war mehr drin", monierte Karazor nach dem Spiel.

VfB Stuttgart nur mit einem Punkt Vorsprung

So blieb es beim 1:1 nach Toren von Sasa Kalajdzic (25. Handelfmeter) und Florian Krüger (59.), mit dem der VfB Stuttgart nur deswegen ganz gut leben kann, weil Konkurrent Hertha BSC parallel 1:2 bei Bayer 04 Leverkusen verlor. So konnten die Schwaben wenigstens einen Punkt Vorsprung auf den Relegationsplatz mitnehmen. Kalajdzic wäre der Befreiungsschlag jedoch lieber gewesen. "Es war echt blöd. Wir sind selber schuld", so Kalajdzic nach der Partie.

Der Zwei-Meter-Mann nahm seine Mitspieler jedoch in Schutz: "Das ist Coolness, die der eine oder andere in dieser Situation nicht hatte. Aber es hat jeder gekämpft und leidenschaftlich verteidigt. Deswegen: kein Vorwurf."

Matarazzo nur mit der Leistung zufrieden

Auch Trainer Pellegrino Matarazzo wollte niemandem Vorwürfe machen: "Die Jungs haben es ganz ordentlich gemacht." Dennoch war er nicht zufrieden: "Es fühlt sich an wie zwei Punkte zu wenig."

Immerhin hat sich der VfB Stuttgart in der Nachspielzeit noch ein paar Karma-Punkte verdient. Bielefelds Stürmer Fabian Klos lag nach einem heftigen Zusammenprall mit Alessandro Schöpf minutenlang am Boden. Weil es so lange dauerte, bis die Sanitäter die Trage brachten, lief VfB-Angreifer Sasa Kalajdzic ihnen entgegen und nahm ihnen das Transportgerät ab. Dafür gab es Applaus vom Bielefelder Publikum. Klos wurde direkt ins Krankenhaus gebracht. Über seinen Gesundheitszustand ist derzeit noch nichts bekannt. "Das ist eine ganz schwierige Situation für uns und für die Mannschaft", sagte Bielefeld-Coach Frank Kramer. "Da läuft es einem eiskalt den Rücken runter. Man ist natürlich geschockt, wenn man sowas sieht."

Torschütze Sasa Kalajdzic läuft mit der Trage zum verletzten Fabian Klos. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/dpa | Friso Gentsch)
Torschütze Sasa Kalajdzic läuft mit der Trage zum verletzten Fabian Klos. picture alliance/dpa | Friso Gentsch

Die Karma-Punkte helfen in der Tabelle freilich wenig. Doch vielleicht kann der VfB Stuttgart auch am kommenden Freitag gegen Borussia Dortmund an die gute Leistung anknüpfen, und die Karma-Punkte im entscheidenden Moment eintauschen - zum Beispiel gegen einen glücklichen Siegtreffer in der 89. Minute. Dann wäre auch die Stuttgarter Albtraumschleife durchbrochen.

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