Der ehemalige VfB-Torjäger Giovane Elber.  (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)

Fußball | Bundesliga

Spaßvogel und legendärer Torjäger: Giovane Elber wird 50

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INTERVIEW
Uwe Castner
AUTOR/IN
Johannes Holbein

Er war Teil des "Magischen Dreiecks" und schoss den VfB Stuttgart zum DFB-Pokalsieg. Doch Giovane Elber hat nicht nur sportlich Eindruck hinterlassen. An diesem Samstag (23.07.) wird er 50.

Bereits als Jugendlicher hatte sich Giovane Elber etwas vorgenommen: Wenn er es einmal schaffen würde, in den großen Stadien zu spielen, dann wolle er so auflaufen wie der einstige brasilianische Nationalspieler Renato Gaucho: mit weißen Schuhen. Als Elber dann tatsächlich für den VfB Stuttgart in der Bundesliga spielte, aber mit seinen Leistungen nicht zufrieden war, weil er einige Spiele nicht traf, erinnerte er sich an sein damaliges Vorhaben. "Dann habe ich mir überlegt: Was soll ich jetzt machen? Ich versuche, mein Bestes zu geben, aber irgendwie klappt es nicht. Also brauche ich vielleicht neue Schuhe", erzählt er die Geschichte heute gegenüber SWR Sport. Und da in den Neunzigern jeder schwarz trug, tat Elber es Renato Gaucho gleich und besorgte sich weiße Treter. "Das erste Training war komisch. Ich ziehe die Schuhe an und jeder hat mich angeschaut und gesagt: Das kann nicht sein, dass du mit solchen Schuhen spielst. Die sehen aus wie Laufschuhe." Aber Elber ließ sich nicht beirren. Er zog die weißen Schuhe an - und als er mit ihnen im ersten Spiel gegen Gladbach zwei Mal traf, blieb er dabei. "In der Kabine haben dann alle Spieler gesagt: Giovane, du sollst die Schuhe behalten."

Giovane Elber: Spaßvogel und Torjäger

Nicht nur wegen seiner weißen Schuhe hat sich Giovane Elber ins kollektive Gedächtnis der Fußballwelt gebrannt. Er war ein Spaßvogel, der sich bei einem Torjubel auch mal in einen Bayern-Teppich gewickelt hatte, der neben dem Platz ausgebreitet war. Vor allem aber hat Elber die Zuschauer mit seinen Fähigkeiten als Torjäger entzückt. In 260 Bundesliga-Spielen traf er 133 Mal. Hinter Robert Lewandowski und Claudio Pizarro ist er der drittbeste ausländische Torschütze in der Geschichte der Liga.

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Elber, Bobic, Balakov: Das "Magische Dreieck" beim VfB

Elber stammt aus Londrina in Brasilien. Als 18-Jähriger ging er zum AC Mailand, spielte danach für Grashopper Zürich und wechselte 1994 zum VfB Stuttgart, für den er drei Jahre auflief. Gemeinsam mit Krassimir Balakov und Fredi Bobic bildete er das legendäre "Magische Dreieck", das Fans verzauberte - und nicht selten auch gegnerische Verteidiger. Selbst in Asien oder Amerika wird Elber nach wie vor auf das erfolgreiche Trio angesprochen.

Elber, Balakov, Bobic: Das "Magische Dreieck" verzauberte die Fans des VfB Stuttgart - und so manchen Gegenspieler.  (Foto: IMAGO, IMAGO / Pressefoto Baumann)
Elber, Balakov, Bobic: Das "Magische Dreieck" verzauberte die Fans des VfB Stuttgart - und so manchen Gegenspieler. IMAGO / Pressefoto Baumann

Elber und der DFB-Pokalsieg 1997

Den VfB Stuttgart schoss er vor einem Vierteljahrhundert zum DFB-Pokalsieg. Dabei stand erst nicht fest, ob Elber im Finale gegen Cottbus überhaupt spielen würde. Schließlich wurde nur wenige Wochen vorher bekannt, dass er zum FC Bayern München wechseln würde. Einige Mitspieler befürchteten, er sei mit dem Kopf nicht mehr beim VfB. Aber Elber sprach mit Joachim Löw, dem damaligen Trainer, und überzeugte ihn vom Gegenteil. Also durfte er auflaufen und erzielte beide Treffer zum 2:0-Endstand. "Die zwei Tore zu schießen, zu gewinnen und den Pokal nach Hause zu bringen, das war mein schönstes Abschiedsgeschenk für die VfB-Fans", sagt er.

Giovane Elber heute: Markenbotschafter und Rinderzüchter

Elber hat immer wieder betont, dass er gerne länger beim VfB geblieben wäre. "Das war eine wunderschöne Zeit mit dem gesamten Verein, das war sehr familiär." Aber die Stuttgarter brauchten Geld, also verkauften sie Elber an den FC Bayern München. Dort gewann er die Champions League (2001), vier Meisterschaften und dreimal den Pokal. Später spielte er für Olympique Lyon und Borussia Mönchengladbach. Seine Karriere beendete er in seinem Geburtsland bei Cruzeiro Belo Horizonte. Danach war Elber als Scout für die Bayern tätig. Inzwischen ist er deren Markenbotschafter. Außerdem betreibt er in Brasilien eine große Rinderfarm.

Jetzt (23.07.) wird Elber 50. "Das ist Wahnsinn, aber es ist ein schönes Alter, muss ich schon sagen." Im Kopf, sagt er, fühle er sich wie 30: immer noch lustig und freundlich. "Wenn ich gesund bin, meine Familie gesund ist, dann ist die Welt für mich in Ordnung. Alter hin oder her."

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