Mit einer starken Leistung hat Torwart Florian Müller dem VfB Stuttgart einen Punkt gegen RB Leipzig gesichert. (Foto: IMAGO, IMAGO / Philippe Ruiz)

Fußball | Bundesliga

VfB-Keeper Florian Müller hat es seinen Kritikern gegen Leipzig gezeigt

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Michael Richmann

Mit einer starken Leistung hat Torwart Florian Müller dem VfB Stuttgart einen Punkt gegen RB Leipzig gesichert. Ist das der Durchbruch für den zuletzt häufig gescholtenen Keeper?

Beim 1:1 gegen RB Leipzig zeigte Florian Müller seine beste Leistung, seitdem er das Trikot des VfB Stuttgart trägt. Das sah auch der Keeper selbst so. Vergangene Saison galt er häufig als Schwachpunkt, hatte zu viele Fehler in seinem Spiel und musste dafür heftige Kritik einstecken.

Gegen RB Leipzig hat Florian Müller vier schwierig zu haltende Schüsse entschärft und den Leipziger Parade-Sturm ein ums andere Mal zur Verzweiflung getrieben. "Flo hat ein fantastisches Spiel gespielt", lobte VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo im Interview mit SWR Sport. "Das hat mich sehr, sehr gefreut für ihn. Sich nach so einer schwierigen Saison schon ab dem ersten Spieltag so zurückzumelden - er hat gezeigt, warum er bei uns ist und dass er angreifen möchte in der Bundesliga. Er ist ein Top-Keeper und hat ein geiles Spiel gemacht."

Florian will fortan den "wahren" Müller zeigen

Wenn es nach dem 24-Jährigen selbst geht, haben die 46.000 in der Stuttgarter Arena am Sonntag den wahren Florian Müller" gesehen: "Ich bin jetzt einfach froh, dass es geklappt hat. Letzte Saison hat es nicht so geklappt, wie ich mir das vorgestellt habe. Und bin jetzt bin ich einfach froh, dass ich zeigen konnte, was ich kann. Schade, dass es ein Jahr gedauert hat. Aber besser spät als nie."

Florian Müller hält dem Leipziger Druck stand

Einmal musste Müller sich dann doch geschlagen geben, als Christopher Nkunku zur frühen Leipziger Führung einschoss (8.). Doch nachdem Naouirou Ahamada den verdienten Ausgleich erzielen konnte (31.), hatte der VfB Stuttgart bis zur Pause sogar Chancen, in Führung zu gehen. Die beste hatte Abwehrspieler Konstantinos Mavropanos auf dem Fuß, der in der Nachspielzeit aus etwa 22 Metern nur den Pfosten traf. Erst ab der 60. Spielminute musste der VfB Stuttgart dem Leipziger Spitzenteam mehr und mehr das Feld überlassen.

Besonders in der Schlussphase wuchs Müller über sich hinaus: "Der Druck war brutal hoch. Es kamen viele Schüsse aufs Tor. Und man versucht einfach alles zu halten, was geht. Natürlich gehört in der einen oder anderen Situation auch ein bisschen Glück dazu. Aber das muss man sich auch erarbeiten."

Kalajdzic schwärmt: "Müller gibt uns ein gutes Gefühl"

Lob gab es auch aus dem Team: "Wir wissen alle, was er kann. Und ich hoffe, das kann er jetzt auch über die gesamte Saison zeigen. Weil er es kann. Er ist richtig gut", schwärmte Torjäger Sasa Kalajdzic. "Und er gibt uns einen sicheren Rückhalt. Denn als ich die letzten 20, 30 Minuten auf der Bank saß, hatte ich ein gutes Gefühl, wenn ein Leipziger zum Abschluss kam, weil ich wusste, der Flo hält den. Und ich hoffe, das bleibt jetzt über die gesamte Saison so."

Das Gefühl sollte Kalajdzic nicht trügen. Florian Müller hielt seinen Kasten sauber und sicherte dem VfB Stuttgart einen Punkt. "Der Punkt ist ein Stück weit glücklich, aber nicht unverdient", resümierte Trainer Matarazzo. "Ich glaube, dass wir zufrieden sein können." Zufrieden, war auch Florian Müller nach seines besten Leistung, seitdem er das Trikot des VfB Stuttgart trägt.

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