Marko Schumacher (Sportredakteur Stuttgarter Zeitung) (Foto: SWR)

Fußball | Bundesliga

VfB-Experte Marko Schumacher: Hitzlsperger erweckt "fatalen Eindruck"

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Es gibt neue Entwicklungen in der mutmaßlichen Datenaffäre beim VfB Stuttgart. Marko Schumacher, Sportredakteur der "Stuttgarter Zeitung", spricht im SWR-Interview über den Stand der Ermittlungen und die Rolle des VfB-Vorstandsvorsitzenden Thomas Hitzlsperger.

Seit knapp vier Monaten laufen die Untersuchungen der Berliner Kanzlei Esecon. Noch immer steht die Frage im Raum, ob und in welcher Form der VfB Stuttgart in den Jahren 2016 bis 2018 Mitgliederdaten an Dritte weitergegeben hat. Nun könnte es bald Antworten geben. Denn die "Stuttgarter Zeitung" hat nun offenbar einen Zwischenbericht der Kanzlei eingesehen. Darin stehe unter anderem, dass es Anhaltspunkte dafür gebe, dass die Vorwürfe gegen den VfB zutreffend sind. Zudem soll die Berliner Kanzlei über Behinderungen der Ermittlungen durch den Verein berichtet haben.

VfB-Experte Schumacher gibt Einblicke

Marko Schumacher ist Sportredakteur bei der "Stuttgarter Zeitung" und berichtet seit vielen Jahren über den VfB Stuttgart. Im Interview gibt Schumacher Einblicke in die neuesten Entwicklungen rund um die Datenaffäre und den Machtkampf beim Bundesligisten.

"Aus meiner Sicht liegen die Dinge jetzt relativ klar", sagt Schumacher im Gespräch mit SWR-Reporter Stefan Kiss. "Thomas Hitzlsperger war schon ziemlich in der Defensive durch seinen offenen Brief. Jetzt ist er noch weiter in die Defensive geraten." Das habe sich durch den Zwischenbericht der Kanzlei Esecon ergeben. Dieser Zwischenbericht zeige, "dass im Verein massiv versucht wurde, die Aufklärung zu verhindern. Und da ist auch Thomas Hitzlsperger mit drin."

Schumacher: "Verantwortliche sehen sehr schlecht aus"

Die Länge der Ermittlungen - immerhin schon rund vier Monate - hänge ebenfalls damit zusammen, dass der Verein die Ermittlungen womöglich verhindern wollte. "Man hat offenbar gehofft, diese Ergebnisse unterm Tisch zu halten", sagt Schumacher. "Es ist ein verhältnismäßig kleiner Fall, wie Experten sagen, der relativ schnell aufgeklärt werden könnte, wenn alle Beteiligten mitspielen würden. Das ist offenbar bzw. sogar ganz sicher nicht geschehen. Und deshalb geht es jetzt auch darum, was am Ende kommuniziert wird. Denn das, was in diesem Zwischenbericht steht - da sehen die Verantwortlichen sehr schlecht aus. Thomas Hitzlsperger inklusive."

Wie geht es weiter für Thomas Hitzlsperger?

Wie geht es nun weiter, auch für den Vorstandsvorsitzenden Thomas Hitzlsperger? "Bisher erweckt er den Eindruck, dass er diejenigen schützt, die da vielleicht etwas zu befürchten haben, die bei dem Datenskandal die Finger drin hatten", sagt VfB-Experte Marko Schumacher. Er dürfe auch keine Rücksicht mehr nehmen auf Menschen im Verein, denen er etwas zu verdanken hat. "Bisher erweckt er diesen Eindruck. Und das ist ein fataler Eindruck. Und den muss er schleunigst loswerden. Wenn er dann mit offenen Karten spielt, dann sehe ich eventuell noch eine Möglichkeit. Und ich glaube, dass Claus Vogt auch bereit wäre, ihm da die Hand zu geben."

Der Abschlussbericht der Berliner Kanzlei Esecon wird Anfang Februar erwartet. Der VfB wird aber deutlich früher auf die Vorwürfe reagieren müssen.

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