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Sportlich läuft es beim VfB Stuttgart so gut wie lange nicht. Die junge Mannschaft begeistert mit frischem Offensivspiel, doch wer glaubt, dass bei den Schwaben Friede, Freude, Eierkuchen herrscht, der irrt.

Vorstandsvorsitzender Thomas Hitzlsperger und Präsident Claus Vogt verstehen sich weniger gut als es bislang in der Außendarstellung schien. Es scheint als hätten die beiden äußerst unterschiedliche Vorstellungen, wie die Zusammenarbeit zum Wohle des Vereins auszusehen hat. Vogt wird immer wieder vorgeworfen, sich einerseits ins operative Geschäft einzumischen, andererseits seine Projekte nicht energisch genug voranzutreiben. Mittlerweile dringen immer mehr Details über die Meinungsverschiedenheiten in der Clubführung an die Öffentlichkeit.

Welche Rolle spielt der VfB Präsident?

Von der vorzeitigen Vertragsverlängerung von Trainer Pellegrino Matarazzo war Vogt alles andere als begeistert, da der Aufstieg zu diesem Zeitpunkt noch mehr als infrage stand. Vogt, im Erfolgsfall schnell mit einem Social Media Post am Start, verzichtete damals auf einen Kommentar zur Verlängerung. Böse Zungen behaupten, um im Falle eines Scheiterns, nicht in die Verantwortung  genommen zu werden. Das Verhältnis zur sportlichen Führung hat damals die ersten Risse bekommen.

Nach SWR-Informationen soll auch die Verlängerung des Vertrages von Sportdirektor Sven Mislintat unnötig durch den Präsidenten in die Länge gezogen worden sein. Hitzlsperger und Mislintat waren sich schon länger einig. Die Gefahr, Sven Mislintat zu verlieren, war durchaus vorhanden.

Schon im Dezember 2019 gab es die ersten Irritationen. Nur wenige Tage nach der Trennung von Coach Tim Walter fühlte sich der 51-Jährige berufen, eigene, unabgesprochene Vorschläge für die Nachfolge zu machen. Damals war Vogt übrigens gerade einmal eine Woche im Amt. Auch das kam im Lager der ausgegliederten Profiabteilung alles andere als gut an.

Vogt fühlt sich von der VfB AG und dem Vorstandschef Thomas Hitzlsperger scheinbar nicht ausreichend akzeptiert. In seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender sehen ihn seine Kritiker mehr als Verhinderer denn als transparenten Gestalter.

Apropos Tranzparenz. Genau das mögen die Fans an Claus Vogt. Seine Art der Kommunikation, klare Ansagen, direktes Eingreifen wie im Falle des Datenskandals bei der Weitergabe von Mitgliederdaten an Dritte. Doch von Ergebnissen oder gar einer Aufklärung war bislang nichts zu hören. Die Ermittlungen kosten richtig viel Geld, und das in Zeiten wo der Verein, coronabedingt finanziell auf ganz dünnen Beinen steht. Auch die angekündigten Projekte Frauenfußball oder Expertenrat liegen auf Eis.

Vogt will im März wiedergewählt werden

Claus Vogt hat seine Rolle beim VfB Stuttgart noch nicht gefunden. Er hoffte auf mehr Entscheidungsgewalt, mehr Mitspracherecht. Er will wissen was passiert, das ist sein gutes Recht. Aber die Zeiten eines quasi alleinherrschenden Präsidenten wie einst Gerhard Mayer-Vorfelder sind spätestens seit der Ausgliederung der Profiabteilung vorbei.

Im neuen VfB Stuttgart steuern der Vorstandsvorsitzende Thomas Hitzlsperger und seine hauptamtlichen Kollegen satzungsgemäß das operative Geschäft. Der VfB-Präsident fungiert eher als oberster Repräsentant des Vereins und als oberster Kontrolleur im Aufsichtsrat.

Am 18. März will sich Claus Vogt auf der Mitgliederversammlung erneut zum Präsidenten wählen lassen. Er wird - Stand heute - nicht der einzige Kandidat sein. Dennoch: es wird immer deutlicher, dass einige aus der Führungsetage der Profifußballer diesem Termin mit durchaus gemischten Gefühlen entgegensehen.

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