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Beim VfB Stuttgart und dem 1. FC Nürnberg will es nicht so wirklich laufen. Vor dem direkten Zweitliga-Duell der beiden Erstliga-Absteiger plagen sich beide Clubs mit unterschiedlichen Problemen. Eins haben sie aber gemeinsam.

Tim Walter wird nicht alles riskieren. Es geht für den VfB Stuttgart und seinen Trainer um enorm viel am Montagabend (20.30 Uhr) gegen den 1. FC Nürnberg, aber locken lässt der 44-Jährige sich nicht. "Ich wäre ein schlechter Trainer, wenn ich immer nur Attacke, Attacke, Attacke gehen würde", sagt Walter. Aber dass der Profifußball letztlich nur über Ergebnisse funktioniert, weiß auch er.

Verlieren die Schwaben auch gegen den FCN, dürfte es im Umfeld - und für Walter - ungemütlich werden. Brisanz birgt diese Partie schon lange vor dem Anpfiff. Denn während der VfB trotz der fünf Niederlagen aus den jüngsten sieben Zweitliga-Spielen immerhin noch Vierter ist und am Montag wieder auf den Aufstiegsrang drei vorrücken kann, gestaltet sich die Lage bei Mitabsteiger Nürnberg deutlich schlechter.

Dauer

Von den vergangenen sieben Partien in der 2. Fußball-Bundesliga gewannen die Franken keine. Angesichts von schon 29 Gegentoren zählen sie zu den abwehrschwächsten Teams. Der so üppig bestückten Offensive des VfB dürfte das eigentlich entgegen kommen. Aber nur eigentlich. Denn eines der größten Mankos der Schwaben ist die Chancenverwertung.

Beim 1:2 zuletzt in Sandhausen hatte Mario Gomez zwar dreimal getroffen, aber auch dreimal knapp im Abseits gestanden. Der argentinische Nationalspieler Nicolas Gonzalez war zuletzt mehr damit beschäftigt, mit seinen Mitspielern zu diskutieren, als sich Torchancen herauszuarbeiten. Und der mit fünf Liga-Toren bisher erfolgreichste VfB-Torschütze Hamadi Al Ghaddioui dient momentan nur als Einwechselspieler. Selbst der acht Millionen Euro teure Neuzugang Silas Wamangituka zeigte bisher nicht konstant sein großes Talent.

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Die Situation der Stürmer steht ein wenig sinnbildlich für den breitesten und teuersten Kader der 2. Liga. Kaum ein Spieler hat sich bisher unter Walter verbessert. Extrem verändert hat sich dagegen das Spielsystem. Der VfB spielt oft dominant, offensiv, hin und wieder auch sehr attraktiv, nur die Ergebnisse stellten sich bisher nicht ein. Nicht nur Sportdirektor Sven Mislintat und Sportvorstand Thomas Hitzlsperger erhoffen sich nun bis zur Winterpause die optimale Ausbeute von neun Punkten aus den restlichen drei Partien.

Auch Walter weiß, dass ihm letztlich keine langen Ballbesitzphasen, sondern nur Ergebnisse helfen. Wie schnell sich die Stimmung drehen kann, weiß auch sein Nürnberger Kollege Jens Keller. Der gebürtige Stuttgarter hat als Trainer erst zwei Pflichtspiele mit dem FCN absolviert, das 0:0 im Derby bei der SpVgg Greuther Fürth und das 0:2 gegen Aufsteiger SV Wehen Wiesbaden. 180 Minuten reichten bereits aus, um im ebenfalls kritischen Umfeld des Traditionsclubs erste Zweifel am 49-Jährigen zu schüren. Auch Keller helfen nur Ergebnisse. Bei seinem Ex-Club will er damit anfangen.

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