Der VfB Stuttgart lag gegen den SC Freiburg bereits nach elf Minuten in Rückstand (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)

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Immer wieder "individuelle Fehler": Der VfB Stuttgart und die frühen Rückstände

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Johann Schicklinski

An allen drei Bundesliga-Spieltagen der neuen Saison lag der VfB Stuttgart früh mit 0:1 hinten. Trainer Pellegrino Matarazzo sieht trotzdem kein grundsätzliches Problem.

Gegen RB Leipzig (1:1) geriet der VfB Stuttgart in der achten Minute in Rückstand, bei Werder Bremen (2:2) war es sogar die vierte Minute. Und nun gegen den SC Freiburg, am dritten Spieltag der neuen Bundesliga-Saison, lagen die Schwaben nach elf Minuten hinten. Und diesmal ohne Happy End in Form von zumindest einem Punkt wie in den beiden vorangegangenen Partien. Am Ende war der Treffer von Vincenzo Grifo für die Gäste aus dem Breisgau das Tor des Tages, der Sport-Club entführte drei Punkte aus der Landeshauptstadt.

VfB-Keeper Florian Müller: "Das tut weh"

Dabei hatte VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo vor dem Spiel noch "volle Aufmerksamkeit, gerade in der Anfangsphase" gefordert. Durch den Freiburger Treffer war der Matchplan der Stuttgarter dann früh durchkreuzt. Vor allem die Art und Weise, wie das Tor fiel, sorgte beim VfB für Unmut. "Waldemar Anton kann den Ball einfach klären, lässt ihn aber für mich überraschend durch. Hinten hatten wir die Lücke nicht geschlossen und Grifo schießt den Ball ins leere Tor", analysierte Keeper Florian Müller das Gegentor im Gespräch mit SWR Sport. "Das tut weh, vor allem weil wir in den ersten zehn Minuten wirklich stark gespielt hatten. Und dann kriegen wir so ein komisches Tor."

Es war eine Stuttgarter Fehlerkette, die das Tor ermöglichte. Nach einer Flanke von Kiliann Sildillia verpassten Innenverteidiger Anton und Müller den Ball, am langen Pfosten waren Konstantinos Mavropanos und Josha Vagnoman nicht eng genug an Grifo dran. Der bedankte sich und netzte zum frühen 0:1 ein.

Waldemar Anton nimmt die Schuld auf sich

Für Anton, ebenso wie Müller, eine kleine Unaufmerksamkeit, die eiskalt bestraft wurde. "Wir sind einfach im entscheidenden Moment nicht da", sagte er und nahm die Schuld auf sich. "Ich hätte den Ball klären müssen. Dann verlieren wir das Spiel, obwohl wir es dominiert hatten. Chancen hatten wir nämlich auch genug."

VfB-Coach Pellegrino Matarazzo gefrustet

Auch VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo weigerte sich, ein Muster zu erkennen. "Wir haben gut verteidigt - bis auf die eine Situation", sagte er. "Jetzt ist auf jeden Fall Frust da - bei mir und bei den Spielern."

Matarazzo: "Das war ein Entscheidungsfehler"

Warum sich seine Abwehr in der elften Minute im Tiefschlaf befand, konnte der Coach nicht beantworten. "Wataru Endo macht einen Fehler im Spielaufbau, das kann passieren. Dann haben wir nicht genug Druck auf den Flankengeber ausgeübt, Waldemar Anton lässt den Ball durchrutschen und dann fällt das Tor - obwohl wir Überzahl im Strafraum hatten", analysierte Matarazzo. "Dabei sind wir gut reingekommen. Warum dann solche individuellen Fehler passieren, weiß ich nicht. Das war eher ein Entscheidungsfehler und hat nichts mit unserer generellen Aktivität und Aufmerksamkeit zu tun."

Solche individuellen Fehler müssen nun rasch abgestellt werden. Klar ist aber auch, dass die Abwehr der Schwaben in der neuen Saison über weite Strecken auch nicht schlecht funktioniert. Vier Gegentore in drei Spielen sind eine ordentliche Bilanz - nur fünf Teams haben weniger kassiert.

Das Ziel muss also sein, die folgenschweren Aussetzer zu minimieren. Das wäre für den VfB Stuttgart dann der nächste Schritt - und wohl nötig für eine sorgenfreie Saison, in der das Ziel Klassenerhalt früher als in der vergangenen Spielzeit realisiert werden soll.

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