VfB-Sportdirektor Sven Mislintat im Interview (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)

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VfB-Sportdirektor Mislintat im SWR-Interview: So denkt er über Kalajdzic und Sosa

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Im Interview mit SWR Sport spricht Sven Mislintat am Tag nach dem Klassenerhalt über mögliche Abgänge, über die Arbeit mit Vorstandschef Wehrle und die lange Partynacht.

SWR Sport: Sven Mislintat, wie war die Party gestern, haben wir was verpasst?

Sven Mislintat: Ja klar, wenn man zwei Comebacks in der Rückrunde feiert, dann darf das auch mal raus. Aber auch wenn es sich ein bisschen wie eine Meisterschaft angefühlt hat gestern: Es war keine, es bleiben Analysepunkte.

Alexander Wehrle hat gesagt, Sie setzen sich zusammen.

Sven Mislintat: Ich denke, dass wir das zeitnah machen. Es geht grundsätzlich um zwei Themen: Das eine ist: Was ist bei der Mannschaft und intern zu suchen? Das andere ist, nochmal einzuordnen, was wir als Rahmenbedingungen haben. Und da ist es ganz klar: Wenn wir der VfB werden wollen, den sich viele erhoffen, dann müssen wir auch da unsere Hausaufgaben machen. Und dann wäre es sehr sinnvoll, wenn wir irgendwann mal zu einer schwarzen Null kommen im Transfermarkt. Mehr ist es ja gar nicht. Das würde uns in eine Situation bringen, in der wir ein bisschen gesicherter Fußballspielen können. Wenn uns jetzt natürlich wieder, was ja im Moment noch Status quo ist, zwei, drei Spieler verlassen, dann bedeutet das nicht anderes als das, was wir letztes Jahr ausgelobt haben: Wir versuchen dann zu bleiben, was wir sind und die Klasse zu sichern. Wenn wir wachsen wollen, müssen wir auch wirtschaftlich wachsen.

Viele Fans fragen sich, was mit Sasa Kalajdzic passiert. Wo geht er hin, was macht er?

Sven Mislintat: Erstmal ist er bei uns. Und ich glaube, man hat gesehen, mit welcher Energie und Emotion - Tränen sind geflossen - er immer für uns immer gespielt hat und was für ein wichtiger Faktor er ist. Fakt ist, die Vereine, die im Moment kolportiert werden für unsere Topspieler, zum Beispiel bei Borna Sosa der FC Barcelona und bei Sasa Kalajdzic Bayern München, zeigen, dass das, was wir tun, erfolgreich ist. Klar ist auch: Wenn diese Spieler hier eine solche Qualität entwickeln, können wir sie mit unseren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht halten. Erst recht nicht, wenn wir auf Transfererlöse angewiesen sind. Das ist überhaupt nichts, was man den Jungs vorwerfen kann. Borna hat im Winter ein Angebot abgelehnt und gesagt: Erst halte ich die Klasse, dann rede ich über meine Zukunft. Und das zeigt so ein bisschen, was diese Gruppe auf für den VfB empfindet. Und ich wäre mir auch sicher, dass wenn wir wirtschaftlich auch stärker wären, der eine oder andere deutlich länger zu halten wäre. Und das muss unser Ziel als Klub sein.

Freudentränen oder Tränen des Abschieds? VfB-Stürmer Sasa Kalajdzic bedankt sich bei den Fans.  (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)
Freudentränen oder Tränen des Abschieds? VfB-Stürmer Sasa Kalajdzic bedankt sich bei den Fans. Der FC Bayern München soll an ihm interessiert sein. Picture Alliance

Inwieweit ist die Kaderplanung schon abgeschlossen?

Sven Mislintat: Natürlich haben wir klare Ideen und Vorstellungen, was wir tun können. Unser Ziel ist immer gewesen, den Kader sehr früh zusammenzuhaben, schon zur Vorbereitung, die ja schon Mitte Juni beginnt. Das ist aber jetzt nicht möglich, weil wir erst Verkäufe brauchen, um investieren zu können.

Wann geht es für Sie in den Urlaub?

Sven Mislintat: Die Pfingstferien sind angedacht. Meine Kinder und meine Frau leben ja hier. Da versuchen wir dann, vierzehn Tage rauszukommen. Aber ihr könnt euch sicher sein, dass das Telefon nicht stillstehen wird und wir versuchen werden, den bestmöglichen Job zu machen. Ist ja klar.

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