Angreifer Sasa Kalajdzic vom VfB Stuttgart (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)

Fußball | Bundesliga

Kalajdzic-Verbleib beim VfB? "Wahrscheinlichkeit maximal fünf Prozent"

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Andreas Köstler & Johann Schicklinski

Bleibt Sasa Kalajdzic beim VfB Stuttgart? Oder verlässt der Stürmer die Schwaben noch in diesem Sommer? Wenn ja: Wohin geht der Österreicher? Sein Berater Sascha Empacher hat gegenüber SWR Sport Stellung bezogen.

Es ist das Thema, das die Fans des VfB Stuttgart seit Wochen umtreibt: Was passiert mit Sasa Kalajdzic? Laut Medienberichten beschäftigen sich nicht nur die beiden deutschen Topvereine FC Bayern und Borussia Dortmund mit dem Stürmer aus Österreich, sondern Spitzenklubs aus halb Europa. Und das trotz der eher durchschnittlichen Quote von sechs Toren und zwei Assists in der abgelaufenen Saison.

Ein Profil, das viele Klubs auf den Plan ruft

Die Zahlen täuschen allerdings. So fehlte Kalajdzic mehr als die halbe Saison, wegen einer schweren Schulterverletzung, Wadenproblemen oder einer Corona-Infektion. Gerade im Schlussspurt der Spielzeit bewies der 24-Jährige seinen Wert. Mit wichtigen Treffern, aber auch als "Wandspieler", der Platz und Gelegenheiten für seine Mitspieler generiert oder aufgrund seiner Länge von exakt zwei Metern viele "erste Bälle" festmacht. Kalajdzic ist ein echter Mittelstürmer. Ein sogenannter Zielspieler, der sogar noch ein enorm großes Spielverständnis und für seine Größe eine sehr gute Technik hat. Das macht ihn auf dem Transfermarkt so begehrt - und deswegen liegt seine Zukunft auch nicht in Stuttgart.

Kalajdzic will den nächsten Schritt gehen

Das bestätigt auch sein Berater Sascha Empacher im Gespräch mit SWR Sport. "Die Chance, dass Sasa in Stuttgart bleibt, liegt bei maximal fünf Prozent", sagte der Mann von der Agentur SPOCS Global Sports. Sein Klient wolle jetzt den nächsten Schritt auf der Karriereleiter machen und daher den VfB verlassen.

Dass Kalajdzic seinen 2023 auslaufenden Vertrag noch einmal verlängert, um dann im nächsten Sommer die Schwaben zu verlassen, ist laut Empacher kein Thema. Zuletzt war dieses Modell kolportiert worden: Der Stürmer wolle demnach dem VfB auf jeden Fall Geld generieren, ein ablösefreier Wechsel sei ausgeschlossen. Diese vermeintliche Absprache gibt es laut Empacher nicht.

Interesse aus England und Frankreich

Konkret ist indes das Interesse mehrerer Klubs aus der englischen Premier League an Kalajdzic, so der Berater weiter. Und auch in Frankreich beschäftigen sich Vereine mit dem Stürmer.

Und was ist mit dem FC Bayern und dem BVB? Klar ist: Bei den Schwarz-Gelben wird Kalajdzic nicht der Nachfolger von Erling Haaland, der für 75 Millionen Euro zu Manchester City gewechselt ist. Empacher bestätigte, dass die Borussen mittlerweile von einer Verpflichtung Abstand genommen haben. Laut Medienberichten steht der BVB vor einer Verpflichtung von Sebastien Haller von Ajax Amsterdam - ein ähnlicher Stürmertyp wie Kalajdzic.

BVB ist raus aus dem Rennen um Kalajdzic

Haller, der früher auch für Eintracht Frankfurt spielte, ist in seiner Entwicklung schon weiter als Kalajdzic, erzielte alleine in der Champions League in der abgelaufenen Spiezeit in acht Partien elf Treffer. Dafür ist er auch vier Jahre älter als der Noch-Stuttgarter, der im Idealfall beim neuen Klub eine ähnliche Entwicklung wie Haller nehmen will.

Viel Konkurrenz beim FC Bayern

Ob Kalajdzic diese beim FC Bayern nehmen könnte? Laut Empacher ist der Österreicher beim deutschen Rekordmeister noch immer ein Thema. Aber noch steht mit Robert Lewandowski der beste Stürmer des abgelaufenen Bundesliga-Jahrzehnts beim FCB unter Vertrag - auch wenn der Pole den Klub verlassen will. Zudem haben die Münchner gerade Sadio Mane vom FC Liverpool verpflichtet - ebenfalls ein anderes Kaliber als Kalajdzic. Dazu kommen Spieler wie Thomas Müller, Serge Gnabry, Joshua Zirkzee oder Eric-Maxime Choupo-Moting, die allesamt im Angriff spielen oder zumindest spielen können. Die Konkurrenz bei den Bayern wäre also sehr groß, Spielzeit trotz mehrerer Wettbewerbe und Rotation nicht garantiert.

VfB Stuttgart holt U21-Nationalspieler Vagnoman vom HSV (Foto: IMAGO, IMAGO / Pressefoto Baumann)
Nach langen Verhandlungen hat der VfB Stuttgart U21-Nationalspieler Josha Vagnoman vom Hamburger SV verpflichtet. Der Außenverteidiger erhält einen Vertrag bis 30. Juni 2026. IMAGO / Pressefoto Baumann Bild in Detailansicht öffnen
Er trägt einen klangvollen Namen und ist der erste "echte" Neuzugang des VfB Stuttgart für die neue Saison: Juan José Perea. Der 22-jährige Kolumbianer wechselt vom griechischen Erstligisten PAS Giannina zum VfB und kennt Stuttgart schon: Der 2,2 Millionen teure Stürmer schlief als Kind vermutlich noch nicht in VfB-Bettwäsche, war aber mit seinem Onkel, der in Ludwigsburg wohnt, schon früh im Stuttgarter Stadion. Beim VfB unterschreibt Perea einen Vertrag bis 2026. VfB Stuttgart Bild in Detailansicht öffnen
Philipp Förster verlässt den VfB Stuttgart und wechselt innerhalb der Fußball-Bundesliga zum VfL Bochum. Der Mittelfeldspieler lief für die erste Mannschaft des VfB 76 Mal auf und erzielte acht Treffer. Der gebürtige Brettener wurde unter anderem beim VfB ausgebildet, ehe er über die Stationen SV Waldhof Mannheim, 1. FC Nürnberg und SV Sandhausen zur Saison 2019/20 nach Stuttgart zurückkehrte. IMAGO / Eibner Bild in Detailansicht öffnen
Philipp Klement kehrt nach Leihende aus Paderborn zurück zum VfB Stuttgart. Der 29-jährige Offensivmann erzielte in elf Spielen für den SC zwei Treffer und bereitete vier weitere Tore vor. IMAGO / Ulrich Hufnagel Bild in Detailansicht öffnen
Hiroki Ito wird auch in Zukunft für den VfB auflaufen. Für rund 400.000 Euro ziehen die Schwaben die Kaufoption für den bisher von Jubilo Iwata ausgeliehenen Japaner, der im vergangenen Sommer für 100.000 Euro an den Neckar kam. IMAGO / Jürgen Schwarz Bild in Detailansicht öffnen
Auch Konstantinos Mavropanos bleibt den VfB-Fans erhalten und steht beim deutschen Meister von 2007 nun fest unter Vertrag. 3,2 Millionen Euro überweisen die Stuttgarter an den FC Arsenal. Ein wahres Schnäppchen: Aktuell liegt der Marktwert des Griechen bei 15 Millionen Euro. IMAGO / Pressefoto Baumann Bild in Detailansicht öffnen
Maxime Awoudja steht nach einer Spielzeit bei der WSG Tirol zur kommenden Saison wieder für den VfB Stuttgart auf dem Rasen. Der Abwehrspieler besitzt einen Vertrag bis Juni 2023. IMAGO / GEPA pictures Bild in Detailansicht öffnen
Ein echter Meister für den VfB: Auch Darko Churlinov kehrt nach Leihende zurück zum VfB Stuttgart. Der 21-Jährige spielte vergangene Saison für den FC Schalke 04, wo er die Zweitliga-Meisterschaft und damit den Aufstieg feiern konnte. IMAGO / Moritz Müller Bild in Detailansicht öffnen
"Zurück zu weiß-rot" heißt es auch für Antonis Aidonis. Der 21-jährige Innenverteidiger trägt nach seiner Zeit bei Dynamo Dresden nun wieder das Trikot des VfB Stuttgart. IMAGO / Picture Point Bild in Detailansicht öffnen
Mit Thomas Kastanaras holt sich der VfB Verstärkung aus den eigenen Reihen. Der 19-jährige Stürmer kommt aus dem Junioren-Bereich und war in 20 U19-Bundesligapartien an 31 Toren (26/5) beteiligt. Eine Quote, die sich sehen lassen kann. IMAGO / Matthias Koch Bild in Detailansicht öffnen
Dieses Bild gehört der Vergangenheit an: Omar Marmoush wird nicht mehr im Trikot des VfB Stuttgarts auflaufen. Der Stürmer kehrt zum VfL Wolfsburg zurück. In der vergangenen Saison traf er drei Mal für die Stuttgarter und bereitete fünf Tore vor. IMAGO / Michael Weber Bild in Detailansicht öffnen
Nach dreieinhalb Jahren endet die Zeit von Erik Thommy am Neckar in diesem Sommer. Der Vertrag des 27-jährigen Mittelfeldspielers wurde nicht verlängert. Nun steht fest: Der gebürtige Ulmer wechselt in die US-amerikanische Major League Soccer zu Sporting Kansas City. IMAGO / Sportfoto Rudel Bild in Detailansicht öffnen
Pablo Maffeo wird nicht mehr zum VfB Stuttgart zurückkehren. Der 24-jährige Spanier wechselt zu Saisonbeginn nach abgelaufener Leihe fest zum RCD Mallorca. Die Ablösesumme beträgt drei Millionen Euro, wobei sich Maffeos ehemaliger Verein Manchester City eine Verkaufsbeteiligung von 25 Prozent gesichert hat. IMAGO / AFLOSPORT Bild in Detailansicht öffnen
Eine Trennung, die sich abzeichnete: Auch Daniel Didavi wird in der kommenden Saison nicht mehr beim VfB Stuttgart unter Vertrag stehen. Der auslaufende Kontrakt wurde nicht verlängert. Didavi lief in der Bundesliga 113 für die Schwaben auf und erzielte 24 Treffer. IMAGO / Sportfoto Rudel Bild in Detailansicht öffnen

So ist aktuell noch vieles offen. Klar scheint nur, dass Kalajdzic den VfB verlassen wird. Der Abgang kann allerdings noch eine Weile dauern. "Das Transferfenster schließt am 01. September", so Berater Empacher: "50 Prozent der Wechsel finden in den letzten beiden Wochen statt."

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