VfB Stuttgart gegen Gladbach (Foto: imago images, Imago Images / Sportfoto Rudel)

Fußball | Bundesliga

Mislintat: "Der Sieg war ein Startschuss"

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INTERVIEW

Der 3:2-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach war eine Erlösung für den VfB Stuttgart. Für Sportdirektor Sven Mislintat ist es der Startschuss für eine rasante Aufholjagd.

SWR Sport: Sven Mislintat, es stand relativ lange 0:2, dann gewinnt der VfB 3:2. Was ist gestern in diesen 90 Minuten mit der Mannschaft passiert?

Sven Mislintat: Ich glaube, dass wir von Beginn an eigentlich einen Sieg verdient gehabt hätten. Ich glaube, dass das 1:2 schon zur Halbzeit maximal unglücklich war. Zwei Chancen zugelassen, 0:2 hinten gelegen. Unfassbar die Reaktionen - wieder mal angeschoben durch Wataru Endo. Ich kann mich an ein Spiel gegen Hamburg erinnern, in dem wir auch 0:2 zurücklagen und Wataru uns auch mit 1:2 ins Leben zurück- und ins Spiel zurückgebracht hat. Ich glaube, dass das ja schon ein Befreiungsschlag war.

Natürlich, nachdem was uns passiert ist: In der Hinrunde, die letzten Spiele, zweimal entscheidende Gegentore in den letzten 15 Minuten - gegen Bochum und gegen Hoffenheim. Es hat sehr gut getan. Und es freut mich total für die Mannschaft und das Trainerteam, dass es so funktioniert hat.

Würden Sie sagen, das war Spiel-Glück? Oder war es eine weitere Steigerung der Mannschaft?

Mislintat: Ich glaube, dass da natürlich auch Spiel-Glück dazugehört. Wenn du 0:2 zurückliegst, was bis dahin eben alles andere als Spielglück war, muss man auch sagen, das war eben auch nicht top verteidigt. Das müsste auch ein weiterer Ansatzpunkt sein, auch das können wir besser machen. Aber wenn man das ganze Spiel anschaut, dann es ist nicht nur mit Spiel-Glück zu erklären, sondern durch die klar bessere Mannschaft des VfB Stuttgart.

Wenn man auf der Bank sitzt, hat die letzten Woche so im Hinterkopf die Spiele gegen Bochum und solche Sachen, und dann steht es auf einmal wieder 0:2 - was geht einem da durch den Kopf?

Mislintat: Ja, das ist etwas, dass man sich nicht erklären kann. Jeder hat ja das Spiel gesehen. Wir müssen sicherlich 1:0, vielleicht sogar 2:0 führen- Nach dem 0:1 haben wir eine Riesenchance durch Saša Kalajdžić zum 1:1. Der fliegt halt nicht rein. Und auf der anderen Seite sind die zwei Gladbacher Chancen wieder drin. Und dann geht es genau darum, in den Situationen aufzustehen, nicht zu verzweifeln, nicht den Kopf unten zu lassen, sondern eben dranzubleiben. Und das ist Gottseidank durch Wataru sehr schnell geschehen, sodass auch mit den mit den unfassbaren Fans im Rücken auch so etwas möglich ist. Und dann eben auch möglich wurde.

Sasa Kalajdzic vom VfB Stuttgart (Foto: imago images, Imago Images / Avanti)
Saša Kalajdžić hat den VfB Stuttgart zum Sieg gegen Borussia Mönchengladbach geschossen. Imago Images / Avanti

Was kann genau so ein Sieg mit der Mannschaft machen in den nächsten Wochen?

Mislintat: Es ist ein super Startschuss. Also, es ist ein noch besserer Sieg als ein dreckiges 2:1 nach 2:0-Führung. Sowas kann Energie freisetzen. Aber es bleibt ein Konjunktiv. Nun gilt es daran zu glauben. Wir haben noch neun Spiele. Ein Sieg reicht nicht. Wir sind Siebzehnter. Wir sind weiter nicht in der Position, um sicher zu sein, sondern nur näher dran, um es aus eigener Kraft zu schaffen als vor dem Spiel. Nicht mehr, aber auch nicht weniger - aber weniger wäre blöd gewesen.

Der VfB Stuttgart spielt noch gegen die direkten Konkurrenten. Wie gut tut das?

Mislintat: Also das ist eigentlich irrelevant. In der Bundesliga sind alle Spiele richtig schwer und mindestens eins der nächsten neun nicht nur richtig schwer, sondern richtig, richtig schwer: gegen Bayern München. Aber was gut tut, ist - und das ist nicht nur die Geschichte dieses Spiels, sondern eigentlich die Geschichte in jedem Spiel: Wir haben eine siegfähige Mannschaft auf dem Platz. Und das ist das Wichtige, dass du jedes Spiel wirklich das Gefühl hast, du kannst was holen. Und das erhöht auch die Wahrscheinlichkeit, dass du am Ende tatsächlich was holst.

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