VfB-Kandidat Josha Vagnoman (Foto: IMAGO, Imago)

Fußball | Bundesliga

Es geht los beim VfB Stuttgart - aber wann kommt Josha Vagnoman?

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Kersten Eichhorn

Am Samstag startete der VfB Stuttgart mit Leistungstests in die neue Saison. Am Montag rollt dann auf dem Trainingsplatz zum ersten Mal der Ball. Stand jetzt noch ohne Neueinkauf.

Samstagmittag auf dem Hamburger Flughafen Fuhlsbüttel. Mit einer Stunde Verspätung ist das Team des Hamburger SV auf dem Weg ins Trainingslager. Über Wien geht es mit Flieger und Bus nach Bad Loipersdorf in die Steiermark. Mit an Bord ist etwas überraschend auch Noch-HSV-Verteidiger Josha Vagnoman.

VfB-Kandidat Vagnoman im HSV-Trainingslager

Überraschend deshalb, weil der 21-Jährige nach übereinstimmenden Medienberichten kurz vor einem Wechsel zum VfB Stuttgart steht. Mit den Schwaben soll sich der variabel einsetzbare U21-Nationalspieler bereits über einen Vierjahresvertrag einig sein. Allerdings klemmt es noch an der Ablöseforderung des HSV von angeblich mindestens sechs Millionen Euro. Verspätung also auch im "Millionen-Poker" um den talentierten Josha Vagnoman.

Solange dieser Sachverhalt nicht geklärt ist, wird Vagnoman weiter beim Zweitligisten trainieren und erst einmal Bad Loipersdorf statt Stuttgart kennenlernen. Zum Stand der Dinge in dieser Personalie wollte der VfB auf Anfrage von SWR Sport an diesem Sonntag noch keine Stellung beziehen.

In der vergangenen Saison verpasste Vagnoman einen Großteil der Spiele wegen eines Sehnenrisses. In der Rückrunde gehörte er dann meist zum Stammpersonal des HSV. In 17 Pflichtspielen kam er auf zwei Tore und zwei Vorlagen.

VfB Stuttgart holt U21-Nationalspieler Vagnoman vom HSV (Foto: IMAGO, IMAGO / Pressefoto Baumann)
Nach langen Verhandlungen hat der VfB Stuttgart U21-Nationalspieler Josha Vagnoman vom Hamburger SV verpflichtet. Der Außenverteidiger erhält einen Vertrag bis 30. Juni 2026. IMAGO / Pressefoto Baumann Bild in Detailansicht öffnen
Er trägt einen klangvollen Namen und ist der erste "echte" Neuzugang des VfB Stuttgart für die neue Saison: Juan José Perea. Der 22-jährige Kolumbianer wechselt vom griechischen Erstligisten PAS Giannina zum VfB und kennt Stuttgart schon: Der 2,2 Millionen teure Stürmer schlief als Kind vermutlich noch nicht in VfB-Bettwäsche, war aber mit seinem Onkel, der in Ludwigsburg wohnt, schon früh im Stuttgarter Stadion. Beim VfB unterschreibt Perea einen Vertrag bis 2026. VfB Stuttgart Bild in Detailansicht öffnen
Philipp Förster verlässt den VfB Stuttgart und wechselt innerhalb der Fußball-Bundesliga zum VfL Bochum. Der Mittelfeldspieler lief für die erste Mannschaft des VfB 76 Mal auf und erzielte acht Treffer. Der gebürtige Brettener wurde unter anderem beim VfB ausgebildet, ehe er über die Stationen SV Waldhof Mannheim, 1. FC Nürnberg und SV Sandhausen zur Saison 2019/20 nach Stuttgart zurückkehrte. IMAGO / Eibner Bild in Detailansicht öffnen
Philipp Klement kehrt nach Leihende aus Paderborn zurück zum VfB Stuttgart. Der 29-jährige Offensivmann erzielte in elf Spielen für den SC zwei Treffer und bereitete vier weitere Tore vor. IMAGO / Ulrich Hufnagel Bild in Detailansicht öffnen
Hiroki Ito wird auch in Zukunft für den VfB auflaufen. Für rund 400.000 Euro ziehen die Schwaben die Kaufoption für den bisher von Jubilo Iwata ausgeliehenen Japaner, der im vergangenen Sommer für 100.000 Euro an den Neckar kam. IMAGO / Jürgen Schwarz Bild in Detailansicht öffnen
Auch Konstantinos Mavropanos bleibt den VfB-Fans erhalten und steht beim deutschen Meister von 2007 nun fest unter Vertrag. 3,2 Millionen Euro überweisen die Stuttgarter an den FC Arsenal. Ein wahres Schnäppchen: Aktuell liegt der Marktwert des Griechen bei 15 Millionen Euro. IMAGO / Pressefoto Baumann Bild in Detailansicht öffnen
Maxime Awoudja steht nach einer Spielzeit bei der WSG Tirol zur kommenden Saison wieder für den VfB Stuttgart auf dem Rasen. Der Abwehrspieler besitzt einen Vertrag bis Juni 2023. IMAGO / GEPA pictures Bild in Detailansicht öffnen
Ein echter Meister für den VfB: Auch Darko Churlinov kehrt nach Leihende zurück zum VfB Stuttgart. Der 21-Jährige spielte vergangene Saison für den FC Schalke 04, wo er die Zweitliga-Meisterschaft und damit den Aufstieg feiern konnte. IMAGO / Moritz Müller Bild in Detailansicht öffnen
"Zurück zu weiß-rot" heißt es auch für Antonis Aidonis. Der 21-jährige Innenverteidiger trägt nach seiner Zeit bei Dynamo Dresden nun wieder das Trikot des VfB Stuttgart. IMAGO / Picture Point Bild in Detailansicht öffnen
Mit Thomas Kastanaras holt sich der VfB Verstärkung aus den eigenen Reihen. Der 19-jährige Stürmer kommt aus dem Junioren-Bereich und war in 20 U19-Bundesligapartien an 31 Toren (26/5) beteiligt. Eine Quote, die sich sehen lassen kann. IMAGO / Matthias Koch Bild in Detailansicht öffnen
Dieses Bild gehört der Vergangenheit an: Omar Marmoush wird nicht mehr im Trikot des VfB Stuttgarts auflaufen. Der Stürmer kehrt zum VfL Wolfsburg zurück. In der vergangenen Saison traf er drei Mal für die Stuttgarter und bereitete fünf Tore vor. IMAGO / Michael Weber Bild in Detailansicht öffnen
Nach dreieinhalb Jahren endet die Zeit von Erik Thommy am Neckar in diesem Sommer. Der Vertrag des 27-jährigen Mittelfeldspielers wurde nicht verlängert. Nun steht fest: Der gebürtige Ulmer wechselt in die US-amerikanische Major League Soccer zu Sporting Kansas City. IMAGO / Sportfoto Rudel Bild in Detailansicht öffnen
Pablo Maffeo wird nicht mehr zum VfB Stuttgart zurückkehren. Der 24-jährige Spanier wechselt zu Saisonbeginn nach abgelaufener Leihe fest zum RCD Mallorca. Die Ablösesumme beträgt drei Millionen Euro, wobei sich Maffeos ehemaliger Verein Manchester City eine Verkaufsbeteiligung von 25 Prozent gesichert hat. IMAGO / AFLOSPORT Bild in Detailansicht öffnen
Eine Trennung, die sich abzeichnete: Auch Daniel Didavi wird in der kommenden Saison nicht mehr beim VfB Stuttgart unter Vertrag stehen. Der auslaufende Kontrakt wurde nicht verlängert. Didavi lief in der Bundesliga 113 für die Schwaben auf und erzielte 24 Treffer. IMAGO / Sportfoto Rudel Bild in Detailansicht öffnen

Leistungstests im Stuttgarter SpOrt

In Josha Vagnomans möglicher neuer Wahlheimat Stuttgart floß an diesem Wochenende jedenfalls schon ordentlich der Schweiß. Wie jedes Jahr standen am Samstag und Sonntag zum Einstieg in die Vorbereitung die berüchtigten Leistungstests an. Hinter verschlossenen Türen im sportmedizinischen Zentrum im SpOrt, in unmittelbarer Nähe der Fußballarena, gaben die VfB-Profis unter anderem in den Laktattests alles, was sie zu bieten hatten. Wollten zeigen, dass sie sich diszipliniert an die Urlaubs-Trainingspläne gehalten und nicht geschludert hatten.

Die lange verletzten Sankoh und Silas bei den Leistungstests dabei

Allein der Check auf dem Laufband forderte den oberkörperfreien und vielfach verkabelten Profis um Florian Müller, Waldemar Anton oder Chris Führich unter der Atemmaske wieder alle "Körner", wurde doch die Geschwindigkeit im Ausdauerlauf von sechs km/h auf flotte 18 km/h gesteigert.

Erfreulich, dass auch die monatelang verletzten und schmerzlich vermissten Stürmer Mo Sankoh (Knie-OP) und Sila (Schulter) mit dabei waren und das volle Programm absolvierten. Zwei ganz wichtige personelle Alternativen für Trainer Pellegrino Matarazzo in der neuen Saison.

Sechs Nationalsieler um Kalajdzic fehlen noch bis 4. Juli

Noch nicht mit dabei zum Trainingsstart sind die sechs Nationalspieler des VfB. Neben Torjäger Sasa Kalajdzic, der auf seinem Instagram-Kanal fleißig Fotos vom griechischen Insel-Paradies Santorin postet, genießen auch Endo, Ito, Mavropanos, Sosa und Churlinov (war an Schalke ausgeliehen) wegen der Länderspiele nach Saisonende verlängerten Urlaub bis 4. Juli.

Erstes öffentliches Training am Montagnachmittag

Am Montag rollt dann nach sechswöchiger Pause für die VfB-Profis endlich auch wieder der Ball, an der Mercedesstraße geht es auf den Rasen. Cheftrainer Pellegrino Matarazzo bittet um 15 Uhr auf dem Trainingsgelände zur öffentlichen Einheit. Maximal 1.000 Fans sind dabei zugelassen. Mit dabei sind dann erstmals auch die beiden Neuen im Trainerstab: Nate Weiss (Techniktrainer Lizenzspielerbereich), der bislang im Nachwuchsleistungszentrum des VfB tätig war, und Performance-Analyst Jan Schimpchen, der von Benfica Lissabon zum VfB wechselte.

Noch ruht der Transfermarkt beim VfB

Ob die Fans der Roten am Montag dann auch neue Gesichter im VfB-Spielerdress zu Gesicht bekommen, ist Stand jetzt eher unwahrscheinlich. Weil sich zum einen - siehe oben - vermutlich ein Transfer von Josha Vagnoman bis dahin (noch) nicht umsetzen lässt. Es zum anderen auch davon abhängt, wer den Stuttgarter Bundesligisten in dieser Transferperiode noch verlässt.

Die Wechselwünsche von Sasa Kalajdzic sind bekannt. Dessen Berater Sascha Empacher hatte gegenüber SWR Sport die Transfer-Wahrscheinlichkeit seines Klienten mit immerhin 95 Prozent beziffert. Während sich ein Wechsel des Österreichers zu Borussia Dortmund inzwischen erledigt hat und auch Bayern München zögert, verdichten sich die Gerüchte, dass Torjäger Kalajdzic zur neuen Saison nach England wechseln könnte.

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Vier Leihspieler sind zurück in Stuttgart

Dagegen tragen vier "alte Neue" ab sofort wieder das VfB-Trainingstrikot. Philipp Klement (Paderborn), Antonis Aidonis (Dresden , Alou Kuol (Sandhausen) und Maxime Awoudja (WSG Tirol) sind von ihren Ausleihen zurück und steigen (vorerst) in die Vorbereitung mit ein. Aus der eigenen VfB-Jugend wollen sich die beiden Talente Thomas Kastanaras und Laurin Ulrich für höhere Aufgaben empfehlen.

Und wer weiß, vielleicht gibt es demnächst einen Flug von Wien nach Stuttgart. Mit einem gewissen Josha Vagnoman an Bord.

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Kersten Eichhorn

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