Thomas Hitzlsperger (Foto: imago images, sven simon)

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Ruiniert ein Blogger Hitzlspergers Präsidentschafts-Kandidatur?

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Das Brodeln hinter den Kulissen beim VfB Stuttgart wird nicht weniger. Mit seiner Bewerbung zum Präsidenten stößt Sportvorstand Thomas Hitzlsperger auf Gegenwind - seine Ambitionen könnten von einem VfB-Blogger verhindert werden.

Nach einem öffentlich ausgetragenen Machtkampf zwischen Stuttgarts Präsident Claus Vogt und Sportvorstand Thomas Hitzlsperger, einer anschließenden Annäherung, meldete sich bereits der VfB-Fanausschuss meinungsstark in Form eines Briefs. Ein in der VfB-Fanszene bekannter Blogger und Podcaster plant vor der Mitgliederversammlung im März weitreichendere Maßnahmen. Mit seinem Vorhaben könnte er Hitzlspergers mögliche Präsidentschaftskandidatur verhindern.

Satzungsänderung könnte zum Verhängnis von Hitzlsperger werden

Die Rede ist von Ron Merz, der mit seinem Blog und Podcast "Nachspielzeit" ein hohes Ansehen in der VfB-Szene genießt. Wie Merz auf seinem Twitter-Account mitteilte, reichte er beim schwäbischen Verein offiziell und fristgerecht einen Antrag auf eine Satzungsänderung ein, da diese „in vielen Punkten tatsächlich dringend einer Überarbeitung“ unterzogen werden muss. Für sein Vorhaben bekommt er auf Twitter von Gleichgesinnten viel Zuspruch.

Es war höchste Zeit konkret zu werden: Ich habe dem @VfB einen Antrag auf Satzungsänderung zugesandt, der den e.V. vor dem Zugriff der AG und deren Investoren schützen soll & Klarheit in Bezug auf die Besetzung der Organe des e.V. schaffen kann. #VfB https://t.co/sVOskvvvqy

Eine von Merz vorgeschlagene Satzungsänderung würde etwa besagen, dass ein aktuell dem Präsidium oder Vereinsbeirat zugehöriges Mitglied keine "ehrenamtliche oder bezahlte Tätigkeit oder Funktion innerhalb der VfB Stuttgart 1893 AG und deren Tochtergesellschaften ausüben" darf. Konkret würde das bedeuten, dass Thomas Hitzlsperger als aktueller Vorstandsvorsitzender der AG nicht gleichzeitig das Amt von Claus Vogt als Präsident übernehmen dürfte. Laut der aktuellen Satzung des VfB Stuttgart wäre das möglich.

Satzungsänderung kein Angriff auf Einzelperson

Merz beteuert in seinem Vorschlag der Satzungsänderung, dass der VfB Stuttgart 1893 e.V. als Mehrheitseigentümer der ausgegliederten VfB Stuttgart 1893 AG die Mitgliederinteressen wahren müsse. Sollten AG und Verein nicht unabhängig voneinander agieren können, "besteht die Gefahr, dass Interessenskonflikte entstehen, da im Verein von Personen Entscheidungen getroffen werden müssen, die wiederum direkten Einfluss auf deren Arbeit in der AG haben könnten", so Merz auf seinem Blog.

So sehr sich sein Vorschlag während des aktuellen Machtspiels wie eine Anti-Hitzlsperger- und/oder Pro-Vogt-Parole liest, so wichtig ist es Merz zu betonen, dass er sich damit nicht "gegen bestimmte Personen in Verein und AG richtet". Der Vorschlag komme dagegen eher dem allgemeinen Wohle des Vereins zugute. Falsch sind seine Vorschläge keineswegs, diskutabel auf alle Fälle. Sollten die Grenzen zwischen der AG und dem Verein mehr und mehr verschmelzen, könnte sich das immerhin bei zielgerichteten Entscheidungen des VfB Stuttgart für oder gegen die Interessen der Vereinsmitglieder auswirken.

Kommt es im März zum finalen Showdown?

Der Antrag des VfB-Bloggers liegt nun in der Geschäftsstelle in Bad Cannstatt zur Überprüfung auf Zulassung vor. Wie lange die Inspizierung dauert, kann nur vermutet werden – mit mehreren Wochen muss gerechnet werden. Wird dem Antrag stattgegeben, wird die Abstimmung zur Satzungsänderung zu Veranstaltungsbeginn abgehandelt. Sollten die VfB-Mitglieder am 18. März für die Satzungsänderungen stimmen, wäre die Bewerbung und Präsidentschaftskandidatur von Hitzlsperger als Sportvorstand der AG unmittelbar erloschen. Dafür würde die in der Satzungsänderung enthaltene unmittelbare Wirksamkeit der Abstimmung sorgen.

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