VfB-Fans feiern (Foto: imago images, imago images/RHR-Foto)

Fußball | Bundesliga

Nach zwei Jahren: Endlich wieder volle Hütte beim Sieg des VfB Stuttgart

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Zwei Jahre musste der VfB Stuttgart wegen der Corona-Maßnahmen auf eine ausverkaufte Arena verzichten. Am Samstag erlebten 55.785 Zuschauer den 3:2-Krimi gegen den FC Augsburg. Manche Fans hatten sich im Vorfeld skeptisch gezeigt.

VfB Stuttgart-Torjäger Sasa Kalajdzic hatte es kaum erwarten können. Seit Sommer 2019 geht der österreichische Nationalstürmer für die Schwaben auf Torejagd. Doch bisher hatte er noch nie in einer prall gefüllten Mercedes-Benz-Arena spielen dürfen. In seiner ersten Saison bestritt Kalajdzic nach einem Kreuzbandriss kein einziges Bundesligaspiel. Dann kam Corona. Ab März 2020 griffen die einschneidenden Beschränkungen wegen der Pandemie.

"Ich glaube, so richtig werde ich es erst realisieren, wenn ich ins Stadion einlaufe", sagte der Stürmer vor der Partie gegen Augsburg im VfB-Magazin Stadion Aktuell. "Ich hatte schon gegen Gladbach Gänsehaut. Wenn ich mir vorstelle, dass gegen Augsburg vielleicht doppelt so viele Fans kommen - das ist der Wahnsinn. Wir wollen die Energie der Fans spüren, genießen und nutzen, um drei Punkte zu holen."

Genau das gelang dem VfB Stuttgart, indem er den 1:2-Rückstand in einen wichtigen 3:2-Erfolg drehte. Die euphorisierten Fans des VfB Stuttgart lagen sich auf den Tribünen in der Armen, als hätte es Corona nie gegeben. Auch nach Spielende feierten die Anhänger ausgelassen auf den Straßen.

VfB-Fan: "Back to normal"

Masken waren kaum welche zu sehen; für viele Fans scheint dieser Tag die Rückkehr in eine fast vergessene Normalität zu sein. "Nach der Corona-Krise ein solches Spiel. Unfassbar, wie der Gewinn der Meisterschaft," sagte VfB-Fan Magnus dem SWR. "Es war angenehm mit so vielen Leute. Back to normal. Zurück ins Leben. So wie es sein soll. Ein perfekter Tag."

Nur noch drei VfB-Spieler mit "Volle Hütte"-Erfahrung

Während des Spiels hatte sich durch die Menge eine Energie entladen, auf die die VfB-Profis in den vergangenen zwei Jahren weitgehend verzichten mussten. Vor einer solch imposanten Kulisse wie am Samstag gegen Augsburg durften die Spieler zuletzt am 9. März 2020 kicken – beim 1:1 im Spiel der 2. Bundesliga gegen Arminia Bielefeld. Aus dem heutigen VfB-Kader standen damals lediglich Pascal Stenzel, Wataru Endo und Orel Mangala auf dem Platz. Gut 54.000 Fans waren seinerzeit bei diesem Montagabendspiel im Stadion dabei. Seitdem mussten die Fußballprofis ihre Partien entweder als Geisterspiele absolvieren oder vor einer überschaubaren Fankulisse.

Doch seit Samstag, 19. März, gilt in Baden-Württemberg eine geänderte Corona-Verordnung. Kapazitäts- und Kontaktbeschränkungen sind nicht mehr Teil dieser Verordnung. Die allgemeine Maskenpflicht bleibt jedoch auf Grundlage der Übergangsfrist bis zum 2. April 2022 bestehen. Das heißt, im öffentlichen Nahverkehr müssen anreisende Fans über 18 Jahre zunächst weiterhin eine FFP2-Maske tragen.

Vor Spielbeginn: Gemischte Gefühle

Nicht alle VfB-Fans zeigten sich über die großen Zuschauermassen begeistert, die vor Spielbeginn Richtung Stadion marschierten. "Ich habe etwas Bammel", gestand ein Fan. "Bei meinen letzten zwei Stadienbesuchen hatte ich im Anschluss Warnmeldungen auf meiner Corona-App. Mir wäre es lieber gewesen, wenn wir bei einer Kapazität von 25.000 geblieben wären." Zwei jüngere VfB-Anhängerinnen frohlockten hingegen: "Ha, ist doch super, dass endlich 60.000 da sind. Wir haben keine Angst vor Corona. Noch nie gehabt. Wenn wir die Maske während des Spiels nicht aufziehen müssen, dann setzen wir sie natürlich nicht auf."

Eigener Block für Masken-Träger

Die Maskenpflicht im Stadion entfällt tatsächlich für die Fans - zumindest am Platz. Am Einlass, in den Sanitäreinrichtungen, an Kiosken oder im sonstigen Stadionumlauf besteht weiterhin eine FFP2-Maskenpflicht. Während die einen also ihren persönlichen Freedom Day feiern, müssen sich besonders vorsichtige Fans keine Sorgen machen. Für Zuschauer, die auch am Platz weiterhin eine Maske tragen wollen, hat der VfB Stuttgart extra Blöcke ausschließlich für Maskenträger vorgesehen. Dort gilt eine durchgehende Maskenpflicht, auch am Sitzplatz.

Mit den knapp 56.000 Fans, die am Samstag kamen, ist die Stuttgarter Arena an diesem Fußball-Wochenende das bestgefüllte Stadion Deutschlands. Zwar darf auch beim Sonntagsspiel zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Dortmund die Arena - wie in Stuttgart - zu 100 Prozent ausgelastet werden, allerdings passen nur 50.000 Fans ins Rhein-Energie-Stadion.

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