Bruno Labbadia, neuer Trainer des VfB Stuttgart (Foto: IMAGO, Imago / Contrast)

Fußball | Bundesliga

Retter Labbadia? So startete der neue VfB-Trainer bei seinen bisherigen Vereinen

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Kersten Eichhorn

Am Montag (15 Uhr) beginnt Bruno Labbadia beim VfB Stuttgart mit der ersten Übungseinheit. Die Schwaben erhoffen sich vom neuen Trainer schnelle Erfolge im Abstiegskampf. SWR Sport hat die Startbilanzen bei seinen bisherigen Vereinen untersucht.

SV Darmstadt 2003

Bruno Labbadia begann im Sommer 2003 seine Trainer-Karriere bei seinem Heimatverein Darmstadt 98 in der Oberliga Hessen. Dabei gelang dem damals 37-jährigen ehemaligen Bundesliga-Torjäger ein sensationeller Start: Unter dem Trainer-Novizen holten die Hessen in den ersten elf Spielen elf Siege. Erst am 12. Spieltag kam Darmstadt beim 1:1 gegen Flieden nicht über ein Unentschieden hinaus. Am Ende der Saison stieg Labbadia mit dem Team vom Böllenfalltor als Oberliga-Meister in die Regionalliga Süd auf. In den folgenden zwei Jahren landete Darmstadt in der Regionalliga jeweils auf Platz fünf.

Greuther Fürth 2007

Im Sommer 2007 "beförderte" sich Bruno Labbadia von der Regionalliga in die 2. Bundesliga und wechselte zu Greuther Fürth. Unter ihrem neuen Coach starteten auch die Franken höchst erfolgreich und bleiben in den ersten sechs Partien ungeschlagen: Dem 1:1 zum Auftakt in Aue folgte ein sattes 3:0 gegen Mainz 05, ein 1:0 auf dem Kaiserslauterer Betzenberg, das 2:1 gegen den FC St.Pauli, ein 0:0 beim 1. FC Köln und das 2:0 gegen Aachen - ein beinahe makelloser Saisonbeginn mit vier Siegen und zwei Unentschieden. Die erste Niederlage setzte es erst am siebten Spieltag beim 0:3 in Koblenz. Am Ende der Saison belegte Fürth unter Labbadia einen guten sechsten Tabellenplatz.

Bayer Leverkusen 2008

Nach der erfolgreichen Saison in Fürth ging es für das damalige Trainer-Talent Bruno Labbadia noch eine Stufe nach oben. Bayer Leverkusen holte ihn nach nur einem Jahr in der 2. Liga in die Bundesliga. Dort leistete sich Labbadia mit seinem neuen Team beim 2:3 daheim gegen Dortmund zunächst einen Ausrutscher, rehabilitierte sich danach aber mit einem 2:0 beim VfB Stuttgart und einem fulminanten 5:2 gegen den damaligen Liga-Neuling TSG Hoffenheim.

Saisonstart bestens gelungen, hieß es dann bis Mitte November, Leverkusen hatte unter Bruno Labbadia sogar für einen Spieltag die Tabellenführung inne, zur Winterpause stand die Werkself immerhin noch auf Platz drei. Nach misslungener Rückrunde beendete Bayer die Bundesliga-Saison jedoch auf dem enttäuschenden 9. Platz und trennte sich bereits nach einem Jahr wieder von Labbadia.

Hamburger SV 2009

Im Sommer 2009 wurde Bruno Labbadia Trainer beim Hamburger SV. Und auch im Norden startete der Hesse gleich kräftig durch: Nach einem 1:1 zum Auftakt in Freiburg besiegte der HSV Borussia Dortmund mit 4:1 und den VfL Wolfsburg mit 4:2. Mit dem 3:1 gegen den VfB Stuttgart stürmte Hamburg unter Labbadia ab dem 5. Spieltag sogar für vier Wochen an die Tabellenspitze. In der Europa League kam das Team sogar ins Halbfinale. Die Hanseaten aber konnten den Super-Start in der Bundesliga nicht untermauern und fielen bis auf Platz sieben zurück. Drei Spieltage vor Saisonende wurde Bruno Labbadia nach einem 1:5 in Hoffenheim beim HSV vorzeitig entlassen.

VfB Stuttgart 2010

Mitte Dezember 2010 holte der damalige Tabellen-Sechzehnte VfB Stuttgart Bruno Labbadia zum ersten Mal als Retter im Abstiegskampf - damals für Jens Keller. Dem 3:5 zum Labbadia-Einstand daheim gegen die übermächtigen Bayern folgten ein 1:0-Erfolg gegen Mainz und ein 1:1 bei Borussia Dortmund. Labbadia hatte wie bei allen anderen Stationen eine gute Startphase. Ihm gelang es, die Schwaben zu stabilisieren und aus dem Tabellenkeller zu holen. Am Ende der Saison stand der VfB Stuttgart immerhin auf Platz elf und war gerettet.

In den folgenden beiden Jahren schaffte Labbadia mit dem VfB sogar den Einzug in die Europa League und ins DFB-Pokalfinale. Nach einem Fehlstart in die Saison 2013/14 und drei Niederlagen in Serie wurde Bruno Labbadia in Stuttgart entlassen.

Hamburger SV 2015

Kurz vor Saisonende 2014/15 wurde Bruno Labbadia am 15. April 2015 erneut vom Hamburger SV engagiert, auch hier als "Feuerwehrmann". Sechs Spieltage vor Schluss war der HSV Tabellenletzter der Bundesliga. Unter Labbadia gelang auch hier - wie schon in Stuttgart - die schnelle Wende: Sein bereits "totgeglaubtes" Team holte noch 10 von 18 möglichen Punkten und rettete sich in der Relegation gegen den Karlsruher SC vor dem Abstieg.

Im folgenden Bundesliga-Jahr stabilisierte Bruno Labbadia das "Sorgenkind HSV". Nach einem Fehlstart in die Saison 2016/17 und nur einem Punkt aus den ersten fünf Spielen wurde er in Hamburg entlassen.

VfL Wolfsburg 2018

Auch beim damaligen Tabellen-Vierzehnten VfL Wolfsburg hofften die Verantwortlichen am 20. Februar 2018 auf die schnelle und erfolgreiche Arbeit von Bruno Labbadia. Immerhin schaffte Labbadia über die Relegation gegen Holstein Kiel den Klassenerhalt mit dem VfL. Im Folgejahr erreichte Wolfsburg unter Labbadia Platz sechs und die Europa League. Zuvor hatte der Trainer für sich selbst entschieden, seinen Vertrag in der VW-Stadt nicht über den Sommer 2019 hinaus zu verlängern.

Hertha BSC 2020

Auch in Berlin hieß es am 13. April 2020: Retten, was zu retten ist. Und Bruno Labbadia lieferte als vierter Hertha-Trainer der Saison nach Ante Covic, Jürgen Klinsmann und Alexander Nouri schnell und eindrucksvoll: Die Mannschaft siegte in Hoffenheim 3:0 und gegen Union im Berliner Derby mit 4:0. Es war die beste Startbilanz eines Trainers in der Hertha-Geschichte. Am Ende der Saison schlossen die Berliner die Saison gesichert auf Platz elf im Mittelfeld der Tabelle ab. Im Januar 2021 wurde Bruno Labbadia in Berlin auf Tabellenplatz 14 entlassen.

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Kersten Eichhorn

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