Thomas Hitzlsperger (VfB Stuttgart) vor Mikrofonen (Foto: Imago, IMAGO / Pressefoto Baumann)

Meinung

Die Zukunft des VfB Stuttgart ist schon wieder vorbei

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Er wolle einen Schlussstrich ziehen. Sechs intensive, lehrreiche Jahre beim VfB Stuttgart seien ihm genug. So begründet Thomas Hitzlsperger seinen Verzicht auf die im nächsten Jahr anstehende Vertragsverlängerung als Vorstandsvorsitzender. Ein harter Schlag für den VfB, sagt SWR-Sportreporter Günther Schroth in seinem Kommentar.

Das war's also. Thomas Hitzlsperger lässt seinen Vertrag beim VfB Stuttgart auslaufen. Einfach so. Die Mitteilung des VfB kommt so überraschend wie ein Platzregen aus blauem Himmel – und kühlt genauso herunter. Denn der VfB hat in den vergangenen Jahren eine beispielhafte Wiederauferstehung erlebt. Jeder, der Bremen, Schalke oder dem HSV dabei zuguckt, wie sie versuchen, in der 2. Liga wieder Tritt zu fassen, weiß, was Hitzlsperger da beim VfB gelungen ist. Einen Verein zu konsolidieren, der seine beste Zeit im Grunde schon hinter sich hatte.

Hitzlsperger will "einen Schlussstrich" ziehen

Eine bewegte Vergangenheit mit insgesamt fünf Meisterschaften – aber ohne Zukunft. Und dann schafft sich Hitzlsperger rein, und er schafft diese Zukunft für den VfB. Er steigt direkt wieder auf. Er ändert Strukturen und schafft Bewegung, wo sich nichts mehr vorwärts und rückwärts bewegte. Er akzeptiert einen Präsidenten, der das Eckige kaum vom Runden unterscheiden kann. Und trotz großer Differenzen raufen sich die beiden zusammen. Die neue, unerwartete Zukunft des VfB scheint gerettet. Und jetzt das. Statt ihn zu verlängern, lässt Thomas Hitzlsperger seinen Vertrag im Herbst 2022 auslaufen. Und gibt der Presse die Gelegenheit, seine Beweggründe zu erfragen. Sein Statement: Das sei jetzt für ihn kein leichter Moment, aber nach sechs intensiven Jahren wolle er einen Schlussstrich ziehen.

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Ist die Zukunft des VfB schon wieder vorbei?

Für mich aber bleibt das wenig plausibel. Vielmehr gewinne ich den Eindruck: Da hat ein so ehrgeiziger wie – meistens – auch sehr anständiger Sportmanager genug. Genug vom Provinzdenken in einer der großen Wirtschaftsmetropolen Europas, genug vom Amateurtum, genug von einem doch nur mühsamen Burgfrieden. Wenn man sich an die sehr harte Auseinandersetzung erinnert, mit der Thomas Hitzlsperger die Wiederwahl des Präsidenten Claus Vogt verhindern wollte, kann man gar nicht anders: Man fragt sich, ob Hitzlsperger da jetzt einfach an seiner eigenen Zukunft arbeitet.

Das ist im Profifußball überhaupt nichts Ehrenrühriges. In den sechs Jahren beim VfB hat er gelernt, was er kann. Und das ist sehr viel. Er weiß, dass da noch bessere Adressen auf ihn warten. In Deutschland oder in England. Für den VfB aber geht mit Hitzlsperger auch ein Stück Optimismus. Er war die große, strahlende Zukunft des Vereins. Jetzt aber sieht es für mich so aus, als habe der VfB seine Zukunft bereits wieder hinter sich. Das war's also – schon wieder einmal.

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