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Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann hat sich selbstkritisch über die Art und Weise seines Ausstiegs bei Hertha BSC geäußert. Mittlerweile steht fest, dass er auch dem Aufsichtsrat nicht mehr angehört. Fanfragen beantwortete er in einem Videochat nicht.

Mit ernstem Blick saß Jürgen Klinsmann an einem silbernen Laptop. In einem gut 13-minütigen Monolog entschuldigte sich der frühere Bundestrainer vor einer Internet-Kamera erst bei den Fans von Hertha BSC für die Umstände seines Hauruck-Abgangs und versuchte dann mit emotionalen Worten, seinen schwer beschädigten Ruf zu retten. "Die Art und Weise ist natürlich fragwürdig", sagte Klinsmann im Videochat über den Rücktritt als Chefcoach nach nur elf Wochen. Aufgrund seiner Klage über viele "Nebenkriegsschauplätze" im Verein und der deutlichen Kritik an der Rolle von Manager Michael Preetz könnten die Schockwellen des Rücktritts beim Hauptstadtklub aber zu einer Zerreißprobe führen.

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"Nebenkriegsschauplätze" mit Preetz

Sein Abschied habe nichts mit Geld-Forderungen zu tun gehabt, betonte Klinsmann, sondern lediglich mit seinem Wunsch nach mehr Kompetenzen. "Es kann nur einer sein, der entscheidet und das ist der Trainer", sagte der 55-Jährige und meinte mit Bezug auf Sport-Geschäftsführer Preetz: "Da haben wir uns aufgerieben in vielen, vielen Nebenkriegsschauplätzen." Ihm sei "unglaublich aufgestoßen", dass der Manager auf der Bank sitze und seine Kommentare abgebe.

Wer folgt auf Klinsmann?

Vor dem Videochat hatte Klinsmann angekündigt, Fragen beantworten zu wollen, ging aber anders als in seiner Zeit als Hertha-Coach nicht konkret auf einzelne Nutzer im Netz ein. Es droht eine öffentliche Schlammschlacht. Der Klub hat mittlerweile mit einer Pressefonferenz von Manager Preetz, Präsident Gegenbauer und Investor Lars Windhorst reagiert und klargestellt, dass Klinsmann auch nicht mehr Teil des Aufsichtsrats der Hertha ist.

Wie geht es weiter bei der Hertha?

Wie verschiebt sich das Machtgefüge im Klub durch den Rücktritt von Klinsmann mit Blick auf Investor Windhorst? Klinsmann hatte in einem "Bild"-Interview und wiederholt im Videochat seinen Wunsch nach deutlich mehr Kompetenzen offenbart und beklagt, dass diese Situation sich zuletzt "noch verschlechtert" habe. Der damit angesprochene Manager Preetz wird dem alten Lager im Verein mit Klubchef Gegenbauer zugerechnet. Preetz wurde auch für die Medienrunde am Freitag vor der Partie beim SC Paderborn an der Seite von Klinsmanns früherem Assistenten Alexander Nouri angekündigt.

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