Josha Vagnoman vom VfB Stuttgart sieht gegen Schalke Gelb-Rot (Foto: IMAGO, Imago)

Fußball | VfB Stuttgart

Gelb-Rot für Josha Vagnoman - für den VfB-Verteidiger ein "Lernprozess"

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Kersten Eichhorn/Andreas Köstler

Der VfB Stuttgart wartet nach dem 1:1 gegen Schalke weiter auf den ersten Bundesliga-Sieg in der neuen Saison. Zur tragischen Figur im Spiel wurde Verteidiger Josha Vagnoman. Der Neuzugang sah die Gelb-Rote Karte. SWR Sport hat ihn am Tag danach getroffen.

Eigentlich fühlt sich Josha Vagnoman schon nach wenigen Wochen pudelwohl in Stuttgart und beim VfB. "Ich bin sehr freundlich aufgenommen worden. Stuttgart ist eine schöne Stadt, die sich sehen lassen kann", zeigte sich der neue Rechtsverteidiger im Gespräch mit SWR Sport beeindruckt von seiner neuen Wahl-Heimat. Heimweh nach seiner Geburtsstadt Hamburg? "Bis jetzt nicht. Meine Familie besucht mich öfters, hilft mir gerade jetzt auch bei der Wohnungseinrichtung."

Ein gebrauchter Samstag gegen Schalke

Vagnoman kann in diesen Tagen nicht nur handwerkliche, sondern auch moralische Unterstützung seiner Familie gut gebrauchen. Nach diesem gebrauchten Samstag gegen die Schalker. Nicht nur das magere 1:1 hatte dem weiter sieglosen VfB die sportliche Laune verhagelt. Da war für Josha speziell auch diese verflixte 67. Minute, als die Partie in der Stuttgarter Arena für ihn ein vorzeitiges und unschönes Ende nahm.

Gelb-Rot für Josha Vagnoman "fragwürdig"

Schiedsrichter Florian Badstübner hatte ihm die Gelb-Rote Karte vor die Nase gehalten. Nach einem Zweikampf mit dem Ex-Heidenheimer Tobias Mohr, der im Dribbling von Vagnomans Schulter leicht ausgebremst worden war und die Einladung zur Flugstunde dankend annahm. "Darüber kann man streiten", meinte Josha Vagnoman zur ominösen Szene, "es war ein Foul, aber dafür eine Gelb-Rote? Ein großer Kontakt war nicht da, ich kann mich auch nicht in Luft auflösen." Und auch die erste Gelbe Karte "war für mich fragwürdig", so Vagnoman. Die hatte er zuvor nach einer Rudelbildung gesehen.

Prima Start für den Ex-Hamburger beim VfB

Der Platzverweis für Vagnoman war nicht gut für das VfB-Spiel. Und natürlich auch nicht für den Spieler selbst. Denn er bremst die prima Entwicklung des Neuzugangs erst einmal für ein Spiel aus. Die nächste Partie am kommenden Samstag ausgerechnet beim Meister FC Bayern München wird sich Vagnoman gesperrt von der Tribüne aus ansehen müssen.

Das ist bitter, denn der 21-Jährige hatte sich nach seinem Wechsel vom Hamburger SV zum VfB gleich mächtig ins Zeug gelegt und auf Anhieb einen Startelf-Platz auf der rechten Außenbahn gesichert. Vagnoman war in allen fünf Bundesligaspielen von Beginn an mit dabei und ist nach "kicker"-Noten immerhin bislang viertbester VfB-Akteur.

Matarazzo diesmal nicht zufrieden mit Vagnoman

Gegen Schalke allerdings lief es auch für ihn nicht rund, hatte Josha Vagnoman schon vor seinem Platzverweis "kein Top-Spiel abgeliefert", meinte VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo von SWR Sport auf Vagnomans Leistung angesprochen betont kritisch, "er hatte im Vergleich zu seinen anderen Spielen eine zu lange Leitung, war auch im Offensivspiel nicht so klar und so zielstrebig wie sonst". Und Gelb-Rot? "Das war die Kirsche obendrauf", so Matarazzo metaphorisch.

Trotzdem hätte der VfB-Coach Josha Vagnoman "nächste Woche gegen die Bayern gerne auf dem Platz gehabt". Weil er genau weiß, zu was der Neuzugang in Normalform leisten kann.

Langer Kampf um den Transfer zum VfB

Schließlich musste sich VfB-Sportdirektor Sven Mislintat in diesem Transfer-Sommer mit den Hamburgern einen wochenlangen und zähen Abnutzungskampf um die Ablösesumme für den robusten und laufstarken U21-Europameister liefern, ehe der Wechsel von der Elbe an den Neckar perfekt war. Am Ende hatte man sich Anfang Juli auf kolportierte 4,5 Millionen Euro für den hochtalentierten Verteidiger geeinigt.

Der Wunschverein hieß VfB Stuttgart

Und Vagnoman durfte endlich zu seinem Wunschverein wechseln: "Vom Spielsystem passt der VfB genau in mein Profil", bestätigte der Ex-Hamburger gegenüber SWR Sport seine erste Wahl, "die Seite defensiv und offensiv beackern, das ist genau meine Stärke". Generell sieht er sich als "ruhigen Typen, mit dem man Spaß haben kann und der auf dem Platz alles gibt".

Leider nicht am nächsten Samstag beim Bundesliga-Klassiker, dem Süd-Duell beim FC Bayern. "Abhaken", sagte Vagnoman am Ende des Gesprächs, "das war meine erste Gelb-Rote Karte im Fußball. Das ist ein Lernprozess".

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