Thomas Hitzlsperger (Vorstandsvorsitzender VfB Stuttgart) (Foto: imago images, Imago)

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VfB-Fans nach Hitzlspergers Entscheidung: "Fahren wir den Karren wieder selbst vor die Wand?"

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Bis vor kurzem dachten die Anhänger des VfB Stuttgart, dass sich die Wogen hinter den Kulissen ihres Vereins geglättet hätten. Doch nun gab der Vorstandsvorsitzende Thomas Hitzlsperger bekannt, seinen Vertrag im Oktober 2022 nicht verlängern zu wollen. SWR Sport mit den Reaktionen der Fans.

Die Kommentarspalten auf den Social-Media-Seiten des VfB Stuttgart sind aktuell wieder ungemütliche Orte. Die geplatzte Hoffnung auf Kontinuität und Stabilität in der Führungsriege des Traditionsvereins ruft bei den meisten Fans Unmut hervor. Überraschend kommt die Ankündigung Hitzlspergers, seinen Vertrag zum Oktober 2022 auslaufen lassen zu wollen, jedoch nicht, so Ron Merz, der erste Vorstand des VfB-Fanclubs "OFC 1893", gegenüber SWR Sport: "Ich finde das konsequent und auch folgerichtig."

Das Resultat des Machtkampfes mit Claus Vogt?

Merz spielt damit auf die Hintergründe an, die zu dieser Entscheidung Hitzlspergers geführt haben. Diese sind aktuell zwar noch Gegenstand von Spekulationen, eine Verbindung zum letztjährigen Machtkampf mit Vereinspräsident Claus Vogt sei laut Merz allerdings nicht unwahrscheinlich. "Wir haben dieses Jahr beim VfB ja schon eine Geschichte hinter uns, wo einiges passiert ist. Ich hatte auch auf der Mitgliederversammlung nicht das Gefühl, dass alle Gräben zugeschüttet wurden, die vielleicht aufgegangen sind", so Merz.

Dass das belastete Verhältnis zwischen den beiden Vereinsoffiziellen zum Aus des Vorstandsvorsitzenden geführt haben könnte, halten auch andere VfB-Anhänger für nicht unrealistisch: "Die Quittung für die Wahl Vogts" und "Wer Vogt gewählt hat, hat Hitzlsperger abgewählt", lauten aktuelle Kommentare auf der Facebook-Seite der Cannstatter. Über allem schwebt die Frage eines Users: "Fahren wir den Karren wieder selbst vor die Wand?"

Was bringt die Zukunft ohne Thomas Hitzlsperger für den VfB?

Das Aus von Thomas Hitzlsperger im Oktober 2022 ist ein Rückschlag für den VfB, der durch interne Stabilität wieder ruhigeres Fahrwasser erreichen wollte. Ron Merz rät trotzdem zur Entspannung beim Gedanken an die Zukunft des Vereins: "Ich weiß, dass viele Reaktionen jetzt wieder den großen Untergang des VfB heraufbeschworen haben", so der Vorstand des Fanclubs "OFC 1893". Eine solche Gefahr drohe dem Verein allerdings nicht.

"Für mich ist es so, dass Thomas Hitzlsperger eine Person ist, die einiges geleistet hat für den VfB und sicherlich einen Anteil an der aktuellen Lage hat", so Merz. "Aber es gibt auch andere Personen im Verein, sei es im sportlichen Bereich ein Sven Mislintat oder der Trainer Pellegrino Matarazzo (...), die, glaube ich, jetzt eine Linie mitbekommen haben."

Aus Sicht des VfB bleibt zu hoffen, dass diese Linie auch ohne Thomas Hitzlsperger ab Herbst 2022 weiterhin umgesetzt werden kann.

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